Masterarbeit, 2013
195 Seiten, Note: 2,3
Medien / Kommunikation - Public Relations, Werbung, Marketing, Social Media
1 Einleitung
1.1 Forschungsinteresse
1.2 Der Gang der Arbeit
2 Defining Who You Are by What You're Not
2.1 Identifikation
2.1.1 Social Identity Approach
2.1.2 Das Selbstkonzept
2.1.3 Definition
2.1.4 Abgrenzung zu Commitment
2.2 Disidentifikation
2.2.1 Selbstkonzept oder Selbstwahrnehmung?
2.2.2 Die negative „relationale“ Kategorisierung
2.2.3 Definition
2.2.4 Abgrenzung zu Identifikation, Dissonanz und Reaktanz
2.3 Die Marke und ihre Wirkung auf den Menschen
2.3.1 Funktionen der Marke
2.3.2 Markenidentifikation
2.3.3 Markenwerte
2.3.4 Die Marke als Symbol
2.3.5 Markenimage
2.3.6 Beziehungen mit Marken
2.3.7 Die Marke als Mittel zum Zweck
2.4 Markendisidentifikation
2.4.1 Definition
2.4.2 Zustände und Extreme der Marken(dis)identifikation
3 Empirische Untersuchung
3.1 Erkenntnisinteresse und Forschungsfrage
3.2 Methodisches Vorgehen
3.2.1 Der Means-End-Ansatz
3.2.2 Das Laddering
3.2.3 Die Inhaltsanalyse
3.2.4 Die Hierarchical Value Map
3.2.5 Probleme der Means-End-Chain Analyse
4 Ergebnisse
4.1 Vorstudie
4.2 Stichprobe
4.3 Die Laddering-Interviews
4.4 Demografie
4.5 Kategorien
4.6 Hierarchical Value Map
4.7 Diskussion
4.7.1 Nutzung
4.7.2 Krise
5 Fazit und Ausblick
Die Arbeit untersucht das Konstrukt der Markendisidentifikation, um zu klären, welche spezifischen Markenwerte oder generalisierbaren Aspekte einer negativen Identifikation mit Unternehmen zugrunde liegen. Dabei steht die Frage im Zentrum, wie Konsumenten ihre eigene Identität durch die bewusste Abgrenzung von bestimmten Marken definieren und welche psychologischen Prozesse bei der Entstehung von Disidentifikation eine Rolle spielen.
2.2 Disidentifikation
Disidentifikation setzt sich aus dem lateinischen Präfix dis- („entzwei“, „auseinander“, „weg-“, „zer-“) und Identifikation (von lateinisch identitas „Wesenheit“, und facere „machen“) zusammen. Individuen können sich nicht nur durch das definieren, was sie sind, sondern auch das, was sie nicht sind (Aronson, Blanton & Cooper, 1995; Dukerich, Kramer & McLean Parks, 1998; Elsbach & Bhattacharya, 2001; Englis & Solomon, 1997; Ogilvie, 1987). Als Beispiel kann man hier Nichtraucher, als „jemand der nicht raucht“ (Duden, 2013a, o.S.; Hervorhebung des Autors) oder Veganismus, als „ethisch motivierte Ablehnung jeglicher Nutzung von Tieren und tierischen Produkten“ (Duden, 2013b, o.S.; Hervorhebung des Autors) anführen.
Die Disidentifikation mit Organisationen nennen Elsbach und Bhattacharya „organizational disidentification“ (Elsbach & Bhattacharya, 2001, S. 393), das in dieser Arbeit als „organisatorische Disidentifikation“ übersetzt wird. Im Folgenden wird das Konstrukt der organisatorischen Disidentifikation im Einzelnen untersucht mit dem Ziel, eine Arbeitsdefinition für „Disidentifikation“ zu entwickeln. Elsbach und Bhattacharya definieren organisatorische Disidentifikation als „a self-perception based on (1) a cognitive separation between one's identity and one's perception of the identity of an organization" (Elsbach & Bhattacharya, 2001, S. 397). In Bezug auf Dutton et al. negieren Elsbach und Bhattacharya die Aussage: Die Disidentifikation ist der Grad, in dem eine Person sich selbst nicht die gleichen Eigenschaften zuschreibt, die ihrer Meinung nach auch das Bezugsobjekt definieren (Dutton et al., 1994, S. 239; Elsbach & Bhattacharya, 2001, S. 397). Elsbach und Bhattacharya sehen die organisatorische Disidentifikation “motivated by individuals' desires to both affirm positive distinctiveness and avoid negative distinctiveness by distancing themselves from incongruent values and negative stereotypes attributed to an organization" (Elsbach & Bhattacharya, 2001, S. 393).
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die steigende Bedeutung von Markenimage und Wertvorstellungen bei Konsumenten sowie das Forschungsinteresse an der Markendisidentifikation.
2 Defining Who You Are by What You're Not: Dieses Kapitel legt die theoretische Basis zu Identität, Selbstkonzept und Disidentifikation und grenzt diese Begriffe voneinander ab.
3 Empirische Untersuchung: Hier wird der methodische Ansatz der Means-End-Chain Analyse und das Laddering-Verfahren erläutert, um die Markendisidentifikation qualitativ zu untersuchen.
4 Ergebnisse: Die Ergebnisse präsentieren die Vorstudie, die Laddering-Interviews und die daraus abgeleiteten Hierarchical Value Maps der untersuchten Marken.
5 Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst die zentralen Erkenntnisse über die Markenwerte und die identifizierte Disidentifikation zusammen und reflektiert die Einschränkungen der Untersuchung.
Markendisidentifikation, Means-End-Chain Analyse, Identität, Selbstkonzept, Laddering, soziale Identität, Markenwerte, Markenimage, Disidentifikation, Konsumentenverhalten, Organisationen, Qualitative Forschung, Markenbeziehung, Werte, psychologische Distanz
Die Arbeit untersucht das Phänomen der Markendisidentifikation, also den Prozess, bei dem sich Konsumenten bewusst von einer Marke abgrenzen, weil diese ihren eigenen Werten oder ihrem Selbstbild widerspricht.
Die Arbeit verknüpft psychologische Identitätstheorien (Social Identity Approach) mit dem Marketing, insbesondere der Markenführung und Konsumentenpsychologie.
Das Ziel ist es, generalisierbare Markenwerte zu identifizieren, die einer Markendisidentifikation zugrunde liegen, und zu verstehen, wie Disidentifikation das Konsumentenverhalten beeinflusst.
Es wird eine qualitative Untersuchung mittels Means-End-Chain Analyse und Laddering-Interviews durchgeführt, ergänzt durch eine quantitativ ausgerichtete Vorstudie.
Der Hauptteil gliedert sich in eine umfassende theoretische Fundierung und einen empirischen Teil, in dem konkrete Marken wie die Deutsche Bahn, Kik und E.ON anhand von Interviews analysiert werden.
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Markendisidentifikation, Selbstkonzept, Means-End-Chain Analyse und soziale Identität geprägt.
Die Deutsche Bahn wurde aufgrund ihrer starken Monopolstellung und der häufigen negativen medialen Berichterstattung als relevanter Fall für die Untersuchung von erzwungener Disidentifikation ausgewählt.
Die Interviews zeigen, dass bei Kik vor allem ethische Bedenken (Kinderarbeit, schlechte Arbeitsbedingungen) zentrale Treiber für die Disidentifikation der Konsumenten sind.
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