Examensarbeit, 2010
36 Seiten, Note: 2,0
1. EINLEITUNG
2. DEMOKRATIE LERNEN IN DER GRUNDSCHULE
2.1 Der Klassenrat
2.2 Das Kinderparlament
2.3 Veränderte Rollen von Kindern und Lehrkräften
3. ENTWICKLUNG EINES KONZEPTS ZUM AUFBAU DEMOKRATISCHER STRUKTUREN
3.1 Bedingungsfeld und Handlungsbedarf
3.2 Ziele des Konzepts
3.3 Grenzen des Konzepts
3.4 Begründung des Konzepts anhand der Richtlinien und Lehrpläne
4. ERPROBUNG DES KONZEPTS ZUM AUFBAU DEMOKRATISCHER STRUKTUREN
4.1 Die ersten Klassenratssitzungen
4.1.1 Einführung des Klassenrats in der Klasse xxx
4.1.2 Ablauf einer Klassenratssitzung in der Klasse xxx
4.2 Die ersten Kinderparlamentssitzungen
4.2.1 Einführung des Kinderparlaments an der xxx-Schule
4.2.2 Ablauf einer Kinderparlamentssitzung an der xxx-Schule
5. EVALUATION DES KONZEPTS ZUM AUFBAU DEMOKRATISCHER STRUKTUREN
5.1 Evaluation des Klassenrats
5.1.1 Erstellung eines Fragebogens
5.1.2 Auswertung des Fragebogens
5.2 Evaluation des Kinderparlaments
5.2.1 Vorbereitung eines Interviews
5.2.2 Auswertung des Interviews
6. REFLEXION UND AUSBLICK
6.1 Entwicklung, Erprobung und Evaluation des Konzepts im Hinblick auf die Lehrerfunktionen
6.2 Aufnahme ins Schulprogramm
6.3 Fazit
Das Hauptziel dieser Arbeit besteht in der Entwicklung, praktischen Erprobung und anschließenden Evaluation eines Konzepts zur Etablierung demokratischer Partizipationsstrukturen an einer Grundschule. Die zentrale Forschungsfrage untersucht dabei, wie Kinder an schulischen Entscheidungsprozessen direkt beteiligt werden können, um ihre Mündigkeit zu fördern und Mitbestimmungsmöglichkeiten zu schaffen.
2.1 Der Klassenrat
Die Idee des Klassenrats ist keineswegs neu. Sie entstammt der Reformpädagogik. Freinet führte die Klassenversammlung ein, um Regeln für die Zusammenarbeit festzulegen, Arbeitsvorhaben zu besprechen, die Situation in der Klasse zu thematisieren und Lösungen für vorhandene Probleme zu finden. Auch Korczak erkannte: „Das Kind hat ein Recht darauf, daß seine Angelegenheit ernsthaft behandelt und gebührend bedacht wird.“ Dieses Recht wurde 1989 durch Artikel zwölf der UN-Kinderrechtskonventionen „Berücksichtigung des Kindeswillen“ bindend: „Die Vertragsstaaten sichern dem Kind [...] das Recht zu, diese Meinung in allen das Kind berührenden Angelegenheiten frei zu äußern, und berücksichtigen die Meinung des Kindes.“
Raum dafür bietet die regelmäßig stattfindende Klassenversammlung, in der die Kinder alle die Klasse betreffenden Angelegenheiten selbstverantwortlich regeln. Im Rahmen des Klassenrats werden alle Kinder angehört. Die Teilnahme ist freiwillig. Es hat sich jedoch herausgestellt, dass die Kinder sehr daran interessiert sind, ‚ihre’ Themen zu behandeln. Im Gruppengespräch werden Verantwortlichkeiten innerhalb der Klassengemeinschaft geklärt, aktuelle Anliegen besprochen und Konflikte aufgearbeitet. Ausgangspunkt sind oftmals die Probleme eines einzelnen Kindes mit den anderen Kindern der Klasse. Durch die Empathie der Gruppe erfährt das Kind Rückhalt.
Zu empfehlen ist eine wöchentlich stattfindende, fest im Stundenplan verankerte „Klassenratsstunde“. Sie gibt den Kindern die Sicherheit, dass ihr Wort gehört und sich Zeit für ihre Bedürfnisse genommen wird. Bei dringenden Problemen kann der Rat auch häufiger einberufen werden. Hierzu bedarf es natürlich der Absprache mit der Lehrkraft. Damit kein Anliegen vergessen wird, ist es ratsam, ein Klassenratsbuch zu führen, in das die Kinder jederzeit schreiben können, was sie gerne im Klassenrat besprechen möchten. Auch akute Probleme können nach dem Motto „Störungen haben Vorrang“ im Klassenratsbuch festgehalten werden. Dadurch wird der Unterricht weniger gestört, das Kind kann sich nach dem Eintrag wieder auf seine Arbeit konzentrieren und der Anteil „echter Lernzeit“ steigt.
1. EINLEITUNG: Die Autorin beschreibt ihre Motivation, demokratische Mitbestimmungsmöglichkeiten in den Schulalltag zu integrieren, nachdem bei der Planung einer Projektwoche die Beteiligung der Kinder fehlte.
2. DEMOKRATIE LERNEN IN DER GRUNDSCHULE: Dieses Kapitel erörtert die theoretischen Grundlagen der Partizipation sowie die Bedeutung von Klassenrat und Kinderparlament für die Förderung der Mündigkeit und Demokratiefähigkeit.
3. ENTWICKLUNG EINES KONZEPTS ZUM AUFBAU DEMOKRATISCHER STRUKTUREN: Es werden der Handlungsbedarf an der Ausbildungsschule dargelegt, die Ziele und Grenzen des Konzepts definiert sowie eine Begründung anhand offizieller Richtlinien und Lehrpläne vorgenommen.
4. ERPROBUNG DES KONZEPTS ZUM AUFBAU DEMOKRATISCHER STRUKTUREN: Der praktische Teil schildert die Einführung und den Ablauf von Klassenratssitzungen in einer vierten Klasse sowie die Etablierung des jahrgangsübergreifenden Kinderparlaments.
5. EVALUATION DES KONZEPTS ZUM AUFBAU DEMOKRATISCHER STRUKTUREN: Hier werden die eingesetzten Evaluationsmethoden, wie Fragebögen für den Klassenrat und Interviews für das Kinderparlament, vorgestellt und deren Ergebnisse analysiert.
6. REFLEXION UND AUSBLICK: Das abschließende Kapitel setzt die Erfahrungen in Bezug zu den geforderten Lehrerfunktionen, erörtert die Integration in das Schulprogramm und zieht ein resümierendes Fazit über das Projekt.
Demokratie, Grundschule, Partizipation, Klassenrat, Kinderparlament, Mitbestimmung, Demokratieerziehung, Schulentwicklung, Evaluation, Schülervertretung, Mündigkeit, Reformpädagogik, Schulalltag, Mitverantwortung, Sozialkompetenz.
Die Arbeit befasst sich mit der Implementierung und Erprobung von demokratischen Gremien in der Grundschule, speziell des Klassenrats und eines Kinderparlaments, um Schülern mehr Mitbestimmung zu ermöglichen.
Zu den Schwerpunkten zählen die theoretische Einordnung politischer Partizipation in der Grundschule, die praktische Entwicklung eines Konzeptes, dessen Erprobung und die wissenschaftliche Evaluation durch Befragungen.
Die Autorin untersucht, wie Kinder durch institutionalisierte Gremien an Entscheidungen, die sie unmittelbar betreffen, beteiligt werden können, und welche Auswirkungen dies auf ihr demokratisches Verständnis hat.
Zur Evaluation wurden empirische Methoden eingesetzt: ein Fragebogen im Likert-Format zur Messung der Einstellungen der Kinder zum Klassenrat sowie geführte Gruppeninterviews zur Untersuchung der Arbeit im Kinderparlament.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische fundierte Konzeptentwicklung, die detaillierte Beschreibung der praktischen Einführung der Gremien in der Schule sowie die systematische Auswertung der gewonnenen Daten.
Wesentliche Begriffe sind Partizipation, Demokratie Lernen, Mündigkeit, Klassenrat, Kinderparlament, Selbstverantwortung und Evaluation im schulischen Kontext.
Die Evaluation zeigt, dass die Mehrheit der befragten Kinder den Klassenrat sehr positiv bewertet, insbesondere als Chance, Probleme zu lösen und eigene Meinungen in einem geschützten Rahmen offen zu äußern.
Eine zentrale Herausforderung ist die „reflektierte Zurückhaltung“, da die Lehrkraft einerseits eine symmetrische Kommunikation anstreben muss, andererseits aber weiterhin die pädagogische Gesamtverantwortung trägt.
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