Examensarbeit, 2009
51 Seiten, Note: 2,0
Didaktik für das Fach Deutsch - Pädagogik, Sprachwissenschaft
1. Einleitung
2. Mündliches Erzählen
2.1. Entwicklung narrativer Fähigkeiten
2.2. Erzählfähigkeit
2.3. Stellenwert des mündlichen Erzählens im Deutschunterricht
2.4. Narrative Strukturen und die Bedeutung der Textsorte
3. Das japanische Erzähltheater Kamishibai
4. Planungsgrundlagen der Unterrichtseinheit
4.1. Zur Situation der Lerngruppe und zur Lernausgangslage
4.2. Didaktische Entscheidungen
4.3. Ziele der Unterrichtseinheit
4.4. Methodische Entscheidungen
5. Darstellung der Unterrichtseinheit
5.1. Gesamtübersicht der Unterrichtseinheit
5.2. Kurze Darstellung der Sequenzen
5.3. Ausführliche Darstellung einer Unterrichtsstunde
5.3.1. Zur Situation der Lerngruppe und zur Lernausgangslage
5.3.2. Das Bilderbuch „Die fürchterlichen Fünf“ von Wolf Erlbruch
5.3.3. Didaktische Entscheidungen
5.3.4. Unterrichtsziele
5.3.5. Methodische Entscheidungen
5.3.6. Reflexion der Stunde
6. Gesamtreflexion der Unterrichtseinheit
6.1. Möglichkeiten und Grenzen der Methoden: Das Kamishibai im Vergleich zum Erzählen mit Gegenständen
6.2. Lernzuwachs der Kinder
6.3. Schwierigkeiten
6.4. Schlussfolgerung im Hinblick auf die Zielsetzung und Weiterarbeit
Das Hauptziel dieser Arbeit besteht darin, den Stellenwert des mündlichen Erzählens in der Grundschule neu zu gewichten und didaktisch aufzuwerten. Die zentrale Forschungsfrage untersucht, ob und inwiefern das japanische Erzähltheater "Kamishibai" Schülerinnen und Schüler dabei unterstützen kann, ihre mündliche Erzählfähigkeit weiterzuentwickeln und strukturiertes Erzählen zu fördern.
3. Das japanische Erzähltheater Kamishibai
Das Kamishibai („Kami“ = „Papier“, „shibai“ = „Drama“ – ein zu Papier gebrachtes Drama“, jap. 紙芝居,) ist eine traditionelle japanische Erzählform.
Das Kamishibai ist ein kleiner bühnenähnlicher Rahmen, in dem eine kindorientierte Geschichte in szenischer Abfolge in Form von Bildern präsentiert wird. Bereits „erzählte Bilder“ werden aus dem Theaterrahmen herausgezogen und nach hinten gesteckt.
In den 30er Jahren des 20.Jahrhunderts erlebte das Erzähltheater seine Blütezeit (mit ca. 10.000 aktiven Kamishibai-Erzählern und an die fünf Millionen Zuhörern). Viele Arbeitslose verdienten sich ihren Lebensunterhalt mit Kamishibai-Theater-Vorstellungen in der Zeit der japanischen Wirtschaftskrise. Der Kamishibai-Erzähler war überwiegend mit dem Fahrrad unterwegs, auf dessen Gepäckträger er eine Art Kommode befestigt hatte, in der sich das ausklappbare Theater befand. In der Kommode waren die Bilder für die Erzählungen untergebracht. Außerdem allerlei Süßigkeiten, mit deren Verkauf er sich seinen Unterhalt der ansonsten kostenlosen Vorstellung verdiente. Der Inhalt der Geschichten war so konzipiert, dass er möglichst viele Kinder ansprach. Meist stoppte der Erzähler seine Geschichte an ihrem Höhepunkt, um sich sein Publikum für den nächsten Tag zu sichern. Manche Geschichtenserien erstreckten sich über Jahre.
Erst als 1953 das Fernsehen in Japan aufkam, verschwand der mobile Erzähler aus dem Straßenbild. Ende der 50er-Jahre wuchs das Interesse an dieser Kunstform erneut und in vielen Schulen wurde Kamisihibai-Unterricht eingeführt. Nicht zuletzt durch das Interesse einiger Schriftsteller und Illustratoren (z.B. Noriko Matsui) gewann das Kamishibai in den 90ern wiederholt stark an Interesse. Mittlerweile finden sogar Kamishibai-Festivals statt, auf denen junge und alte Erzähler ihre handgemachten Kamishibai-Geschichten präsentieren.
Immer häufiger wird das Kamishibai auch in Deutschland erfolgreich im Sprachenunterricht, beim Kreativitätstraining sowie im Vorschul- und Grundschulunterricht eingesetzt. Durch den spielerischen Umgang und den wertschätzenden Rahmen der Methode, ist es besonders gut geeignet, um Kinder selbst (mit aus der Literatur entnommenen oder selbst entwickelten Geschichten) zum Erzählen zu bringen (vgl. 4.4).
1. Einleitung: Die Einleitung begründet die Bedeutung des mündlichen Erzählens als menschliches Bedürfnis und beleuchtet die Herausforderungen durch den zunehmenden Medienkonsum, der die kindliche Imagination einschränken kann.
2. Mündliches Erzählen: Dieses Kapitel definiert theoretische Grundlagen narrativer Fähigkeiten, den Erwerb von Erzählstrukturen und den aktuellen Stellenwert des mündlichen Erzählens im Deutschunterricht.
3. Das japanische Erzähltheater Kamishibai: Hier wird die historische Entwicklung und die methodische Funktionsweise des Kamishibai als bühnenähnliches Erzählmittel erläutert.
4. Planungsgrundlagen der Unterrichtseinheit: Dieser Abschnitt beschreibt die Lerngruppe, die didaktischen Entscheidungen sowie die pädagogischen Ziele für eine Unterrichtseinheit zur Erzählförderung.
5. Darstellung der Unterrichtseinheit: Das Kapitel bietet eine Übersicht über die Sequenzplanung und detailliert eine beispielhafte Unterrichtsstunde zum Bilderbuch „Die fürchterlichen Fünf“.
6. Gesamtreflexion der Unterrichtseinheit: Die abschließende Reflexion bewertet den Einsatz der Methoden, fasst den beobachteten Lernzuwachs der Kinder zusammen und zieht Schlussfolgerungen für die weitere pädagogische Praxis.
Mündliches Erzählen, Kamishibai, Grundschule, Erzählfähigkeit, Sprachförderung, Erzählstruktur, narrative Kompetenz, Bilderbuch, Unterrichtsplanung, kreatives Schreiben, Fantasie, Lernzuwachs, Erzählanlass, Kohärenz, Methodenkompetenz
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Förderung der mündlichen Erzählfähigkeit von Grundschulkindern im Deutschunterricht.
Die zentralen Felder sind die Bedeutung des freien Erzählens, der Einsatz des Kamishibai-Theaters als didaktisches Werkzeug und die methodische Planung narrativer Unterrichtseinheiten.
Das Ziel ist es, den Stellenwert des Erzählens zu erhöhen und aufzuzeigen, wie Kinder durch strukturierte Impulse ihre Sprach- und Ausdrucksfähigkeit verbessern können.
Die Autorin nutzt eine handlungsorientierte Unterrichtseinheit, die durch pädagogische Beobachtungen, Reflexionen und einen Vergleich verschiedener methodischer Ansätze (Gegenstände vs. Kamishibai) evaluiert wird.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen zum Erzählen, die Planung und Durchführung einer konkreten Unterrichtsreihe sowie die ausführliche Analyse und Reflexion der Ergebnisse.
Besonders prägend sind Begriffe wie Erzählfähigkeit, narrative Kompetenz, Kamishibai, didaktische Differenzierung und die Förderung der kindlichen Fantasie.
Das Kamishibai bietet einen wertschätzenden, bühnenartigen Rahmen, der als "Konzentrationsmittelpunkt" dient und den Kindern Sicherheit beim Strukturieren ihrer eigenen Geschichten vermittelt.
Während Gegenstände die Fantasie stark anregen, verleiten sie manchmal zum reinen Spiel. Das Kamishibai hingegen gibt durch die Bildabfolge eine klarere narrative Struktur vor und fördert ein distanzierteres, auktoriales Erzählen.
Es wurde eine Binnendifferenzierung angewendet, bei der schwächere Kinder in Partnerarbeit Bilder zur Geschichte zur Unterstützung nutzten, um ihnen den Einstieg in das strukturierte Nacherzählen zu erleichtern.
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