Examensarbeit, 2014
68 Seiten, Note: 2,0
1. EINLEITUNG
2. THEORETISCHES: DEFINITIONEN UND BEGRIFFSKLÄRUNGEN
2.1 Sprachkontakt
2.2 Bilingualismus
2.3 Diglossie
3. DAS SPANISCHE IN DEN USA
3.1 Historisches: Wie das Spanische in die USA kam
3.1.1 Kolonialisierung und politische Entwicklungen bis zum 19. Jahrhundert
3.1.2 Einwanderungswellen im 20. Jahrhundert
3.2 Die hispanische Bevölkerung in den USA
3.2.1 Bevölkerungszahlen
3.2.2 Geografische Verteilung
3.3 Sprachplanung und -politik in den USA
3.3.1 Sprachplanung: Definition
3.3.2 US-amerikanische Sprachpolitik im Laufe der Zeit
4. DAS SPANISCHE IN KALIFORNIEN: HISTORISCHES
4.1 Die frühe Präsenz des Spanischen in Kalifornien
4.2 Rassistische Ideologien und die Auferlegung der spanischen Sprache
4.3 Die Einführung des Englischen in Kalifornien
4.4 Kalifornische Sprach- und Ausländerpolitik im 20. Jahrhundert
4.4.1 Die Segregation mexikanischer Schüler
4.4.2 Bilinguale Schulerziehung
5. DIE HISPANISCHE BEVÖLKERUNG IN KALIFORNIEN
5.1 Die Bezeichnung ‘Chicanoʼ
5.2 Lebenssituation
5.3 Sprachsituation
6. LINGUISTISCHE MERKMALE DES KALIFORNISCHEN SPANISCH
6.1 Einflüsse
6.2 Phonologie
6.2.1 Konsonanten
6.2.2 Vokale
6.3 Morphosyntax
6.3.1 Das Verbalsystem
6.3.2 Pronomen
6.3.3 Präpositionen
6.3.4 Die Erweiterung von ‘estarʼ
6.3.5 Der Wegfall von ‘queʼ
6.3.6 Die Reihenfolge der Satzglieder
6.3.7 Code-Switching
6.3.7.1 Definition und strukturelle Aspekte
6.3.7.2 Funktionen
6.4 Lexikon
6.4.1 Entlehnungen
6.4.2 Semantische Erweiterungen
6.4.3 Andere lexikalische Besonderheiten
7. DAS SPANISCHE IN KALIFORNIEN: SPANGLISH?!
7.1 Zum Terminus ‘Spanglishʼ
7.2 Bewertungen des Code-Switchings
7.3 Spanglish als identitätsstiftendes und kulturelles Symbol
8. DIE ZUKUNFT DES SPANISCHEN IN KALIFORNIEN
8.1 Zwischen Spracherhalt und Sprachverlust: Faktoren und Prognosen
8.2 Vorteile einer Förderung des Spracherhalts
9. SCHLUSS
10. BIBLIOGRAPHIE
Die vorliegende Arbeit untersucht die sprachliche Situation der hispanischen Bevölkerung im US-Bundesstaat Kalifornien. Ziel ist es, die historische Entwicklung, die sozioökonomischen Rahmenbedingungen sowie die spezifischen linguistischen Kontaktphänomene – insbesondere das Phänomen des "Spanglish" – wissenschaftlich zu analysieren, um Erkenntnisse über die Zukunftsaussichten des Spanischen in dieser Region zu gewinnen.
6.3.7.1 Definition und strukturelle Aspekte
In Anlehnung an Poplack kann Code-Switching zunächst definiert werden als „alternation of two languages within a single discourse, sentence, or constituent“ (Poplack 1982: 231). Code-Switching unterscheidet sich insofern von Entlehnungen, als dass die Elemente der anderen Sprache in ihrer ursprünglichen Form beibehalten und benutzt werden. Es wird also nicht versucht, sie in irgendeiner Weise anzupassen, um sie in das verwendete Sprachsystem zu integrieren. Das bedeutet also, dass jeder Wechsel ins Spanische oder ins Englische aus unveränderten spanischen oder englischen Wörtern besteht, die von den Sprechern auch genau so ausgesprochen werden, wie ein Muttersprachler der jeweiligen Sprache diese aussprechen würde. Für gewöhnlich wird also ein klarer Schnitt zwischen den beiden phonemischen Systemen gemacht (vgl. Valdés 2000: 114).
Nach Winkelmann unterscheidet sich das Code-Mixing insofern vom Code-Switching, als dass es eine extremere Form annimmt, sodass es nahezu unmöglich wird, die dominante von der untergeordneten Sprache zu unterscheiden. Da die Strukturen der beteiligten Sprachen nicht mehr auseinander gehalten werden können, und nicht mal die Sprecher selbst mehr bemerken, mehr als eine Sprache im selben Äußerungsstrang zu sprechen, kann man die Sprachen nicht mehr als zwei unterschiedliche Sprachen bezeichnen. Es handelt sich dann auch nicht mehr um ein reines Übergangsphänomen. Auch das Code-Mixing entsteht in einem Kontext von sehr engem Sprachkontakt, das heißt wenn zwei Sprachen über einen längeren Zeitraum hinweg in engem Kontakt stehen, und wenn beim wechselseitigen Austausch eine gewisse Stabilität eingetroffen ist. Im Gegensatz zum Code-Switching hat das Code-Mixing jedoch keinerlei Funktionen (vgl. Winkelmann 2007: 21).
Bullock/Toribio betonen, dass das Code-Switching eine weite Bandbreite von Kontaktphänomenen in sich vereinen kann, und es daher schwierig ist, eine endgültige Charakterisierung des Phänomens ausfindig zu machen. Seine Ausprägungen können von dem Einfügen einzelner Wörter, bis hin zu einem Alterieren zwischen zwei Sprachen für längere Segmente des Diskurses reichen. In Anlehnung an Bullock/Toribio wird es außerdem von bilingualen Sprechern verwendet, die zum einen unterschiedlich gute Sprachkenntnisse in ihren beiden Sprachen besitzen, und sich zum anderen in den unterschiedlichsten Situationen von Sprachkontakt befinden. Folglich werden ihre Formen des Code-Switchings nicht einheitlich sein (vgl. Bullock/Toribio 2009: 2).
1. EINLEITUNG: Die Einleitung stellt die wachsende Bedeutung der hispanischen Minderheit in den USA und speziell in Kalifornien dar und formuliert die Zielsetzung der linguistischen Untersuchung.
2. THEORETISCHES: DEFINITIONEN UND BEGRIFFSKLÄRUNGEN: Dieses Kapitel erläutert die zentralen fachwissenschaftlichen Begriffe Sprachkontakt, Bilingualismus und Diglossie als theoretisches Fundament der Arbeit.
3. DAS SPANISCHE IN DEN USA: Hier werden die historische Etablierung des Spanischen in Nordamerika sowie die demografische Entwicklung und die sprachpolitischen Rahmenbedingungen in den USA beleuchtet.
4. DAS SPANISCHE IN KALIFORNIEN: HISTORISCHES: Dieses Kapitel widmet sich der spezifischen Geschichte der spanischen Sprache in Kalifornien, von der Kolonialisierung bis hin zur restriktiven Sprachpolitik des 20. Jahrhunderts.
5. DIE HISPANISCHE BEVÖLKERUNG IN KALIFORNIEN: Hier werden die sozioökonomische Lebenssituation der Hispanos in Kalifornien, die soziologische Bedeutung des Begriffs 'Chicano' sowie die aktuelle Sprachsituation analysiert.
6. LINGUISTISCHE MERKMALE DES KALIFORNISCHEN SPANISCH: Dieses Hauptkapitel untersucht detailliert phonologische, morphosyntaktische und lexikalische Eigenheiten des kalifornischen Spanisch unter Einfluss des Englischen sowie verschiedene Aspekte des Code-Switchings.
7. DAS SPANISCHE IN KALIFORNIEN: SPANGLISH?!: Das Kapitel diskutiert den umstrittenen Terminus 'Spanglish', bewertet wissenschaftliche sowie populäre Sichtweisen auf das Code-Switching und analysiert die kulturelle Bedeutung als Identitätssymbol.
8. DIE ZUKUNFT DES SPANISCHEN IN KALIFORNIEN: Hier werden Prognosen zum Spracherhalt bzw. Sprachverlust abgewogen und die Vorteile einer Förderung der Herkunftssprache kritisch diskutiert.
9. SCHLUSS: Die Arbeit schließt mit einer Synthese der Ergebnisse und einem Ausblick auf die zukünftige Entwicklung der spanischen Sprache in Kalifornien.
10. BIBLIOGRAPHIE: Verzeichnis der verwendeten Print- und Internetquellen.
Spanisch in Kalifornien, Sprachkontakt, Bilingualismus, Diglossie, Chicano, Spanglish, Code-Switching, Sprachplanung, Sprachverlust, Spracherhalt, Soziolinguistik, Kalifornien, Mexikanische Einwanderung, Minderheitensprachen, Sprachpolitik.
Die Arbeit untersucht die historische, soziopolitische und linguistische Entwicklung des Spanischen im US-Bundesstaat Kalifornien vor dem Hintergrund eines intensiven Sprachkontakts mit dem Englischen.
Die Themen umfassen die Geschichte der hispanischen Bevölkerung, die staatliche Sprachpolitik (English-Only vs. Bilingual Education), linguistische Besonderheiten des kalifornischen Spanisch sowie die Identitätsfunktion der Mischsprache Spanglish.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie sich die spanische Sprache in Kalifornien durch den Kontakt zum Englischen verändert hat und welche Faktoren zukünftig über ihren Erhalt oder Verlust entscheiden.
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse soziolinguistischer Studien und statistischer Daten (z.B. US Census), um die sprachliche Situation und die Einstellungen der Sprechergemeinschaft zu evaluieren.
Der Hauptteil konzentriert sich auf die detaillierte linguistische Analyse der phonologischen, morphosyntaktischen und lexikalischen Besonderheiten, ergänzt durch eine tiefgehende Untersuchung von Code-Switching-Phänomenen.
Wichtige Begriffe sind Sprachkontakt, Bilingualismus, Code-Switching, Diglossie, Chicano, Spanglish, Sprachverlust und Spracherhalt.
Der Begriff ist zentral, um die soziokulturelle Identität der mexikanisch-stämmigen Bevölkerung in Kalifornien zu verstehen, da er sowohl soziale Stigmatisierung als auch ein wiedergewonnenes Gruppenbewusstsein reflektiert.
Die Arbeit betont, dass Spanglish nicht als Sprachverfall zu werten ist, sondern als ein hochkomplexes, identitätsstiftendes und kulturelles Symbol, das die hybride Realität vieler Hispanos in Kalifornien widerspiegelt.
Die Autorin zeichnet die Kontroverse um bilinguale Bildung nach und verdeutlicht, dass bildungspolitische Maßnahmen oft stark von politischen Ideologien und rassistisch geprägten Vorurteilen beeinflusst wurden.
Obwohl auf individueller Ebene in der dritten Generation oft ein Sprachwechsel zum Englischen stattfindet, schätzt die Autorin den Erhalt des Spanischen in kollektiver Hinsicht aufgrund stetiger Immigration und kultureller Identitätsbildung als gesichert ein.
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