Bachelorarbeit, 2013
54 Seiten, Note: 1,3
1 Einleitung
2 Der Umbau des Sozialstaats und die Wiederentdeckung des community organizing
2.1 Die Krise des Sozialstaats und die Entwicklung zur Leistungsgesellschaft
2.1.1 Ökonomisierung der Sozialpolitik
2.1.2 Individualisierung der Lebensrisiken
2.1.3 Hartz IV – Fördern und Fordern
2.2 Community organizing
2.2.1 Gewerkschaftliches organizing
2.2.2 Soziale Arbeit und community organizing
2.3 Wandel der Sozialen Arbeit
3 Eine Analyse des Umbaus des Sozialstaats
3.1 Die Regulationstheorie als Instrument der Analyse
3.1.1 Akkumulationsregime
3.1.2 Regulationsweise
3.1.3 Kapitalistische Formation
3.2 Die neue Hegemonie: Mehr Markt und Wettbewerb
3.3 Soziale Arbeit im Kontext der Regulation
3.3.1 Bedingungen für Soziale Arbeit
3.3.2 Soziale Arbeit im Wettbewerbsstaat
4 Transformative organizing als Reaktion auf den Umbau des Sozialstaats
4.1 Transformative organizing
4.1.1 Gesellschaftliche Transformation
4.1.2 Abgrenzung zum community organizing
4.2 Beispiele aus der Praxis
4.3 Soziale Arbeit und transformative organizing
5 Fazit
Diese Arbeit untersucht die tiefgreifenden Veränderungen des deutschen Sozialstaats, insbesondere durch die Hartz-Reformen, und analysiert die Möglichkeiten der Sozialen Arbeit, sich durch transformative Organizing-Methoden gegen soziale Polarisierung und unternehmerische Logik zu behaupten.
2.1.1 Ökonomisierung der Sozialpolitik
Die Hartz-Reformen wirken sich stark auf die Lohnabhängigen aus: aufgrund starken Drucks durch die Jobcenter werden Arbeitslose angehalten, auch schlecht bezahlte Stellen anzunehmen. Durch den zeitgleichen Ausbaus des Niedriglohnsektors, vor allem der sogenannten „1–Euro–Jobs“, zwingt man sie unter Androhung von Leistungskürzungen und schärferen Zumutbarkeitsklauseln, fast jede Arbeitsstelle anzunehmen und somit den Preis für ihre Arbeitskraft zu unterbieten. Wegen des so entstehenden Gefolges von Niedriglöhnern, entsteht ebenfalls Lohndruck für die Beschäftigten. (vgl. Butterwegge, 2011: S. 180)
Einer Untersuchung durch das Statistische Bundesamt zufolge, waren 2010 7,9 Millionen Menschen atypisch beschäftigt. Atypische Beschäftigung bezeichnet vier Arten der Anstellung: Teilzeitbeschäftigung bis zu 20 Wochenstunden, befristete Beschäftigung, Zeitarbeit sowie Mini-Jobs. (vgl. Destatis, 2012 A sowie 2012 C) Da Lohnarbeit das bestimmende Kriterium darstellt, um an unserer Gesellschaft teilzuhaben, beziehungsweise die Art der Lohnarbeit definiert welche soziale Stellung man einnimmt, ist durch die massenhafte atypische Beschäftigung ein zentraler integrativer Faktor in Gefahr. (vgl. Castel, 2000: S. 283-335)
Gemeinhin lässt sich aber sagen, dass sich die Auffassungen über den Sozialstaat schon vor den Reformen verändert hatten. Sprach man bis 1999 noch vom „sorgenden Sozialstaat“ (Rothgang; Preuss 2008: S. 32), ist diese Bezeichnung dem „investitiven Sozialstaat“ (Rothgang; Preuss 2008: S. 32) gewichen, einem Sozialstaat, dessen Ausgaben sich lohnen müssen. Dadurch gewinnt der Anspruch der Effizienz, ein Kernbereich der Ökonomie, an Bedeutung, und Sozialpolitik wird an ihrer ökonomischen Gewinn-/Verlustrechnung gemessen. Die Gesundheitsökonomen Heinz Rothgang und Maike Preuss sprechen sogar gänzlich von einer „Ökonomisierung der Sozialpolitik“ (Rothgang; Preuss 2008: S.32)
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die aktuelle Kritik am Sozialstaat infolge der Hartz-Reformen und stellt die Forschungsfrage nach den Möglichkeiten des Transformative Organizing.
2 Der Umbau des Sozialstaats und die Wiederentdeckung des community organizing: Dieses Kapitel erörtert die Krise des Sozialstaats, die Ökonomisierung der Sozialpolitik und die Potenziale des Community Organizing für die Soziale Arbeit.
3 Eine Analyse des Umbaus des Sozialstaats: Mithilfe der Regulationstheorie werden die kapitalistischen Transformationsprozesse zum Wettbewerbsstaat analysiert und die Auswirkungen auf die Soziale Arbeit aufgezeigt.
4 Transformative organizing als Reaktion auf den Umbau des Sozialstaats: Dieses Kapitel führt das Transformative Organizing als radikaleren Ansatz ein, grenzt es vom Community Organizing ab und diskutiert Praxisbeispiele.
5 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet das Potenzial von Transformative Organizing als Instrument für die Soziale Arbeit und gesellschaftliche Transformation.
Sozialstaat, Hartz-Reformen, Soziale Arbeit, Community Organizing, Transformative Organizing, Regulationstheorie, Wettbewerbsstaat, Ökonomisierung, Aktivierung, Lohnarbeit, Prekarität, Bürgerorganisation, Gesellschaftliche Transformation, Machtverhältnisse, Soziale Gerechtigkeit.
Die Arbeit untersucht die Veränderungen des deutschen Sozialstaats im Zuge neoliberaler Reformen und erforscht, wie Ansätze des Transformative Organizing dazu beitragen können, die Soziale Arbeit zu stärken und gesellschaftlichen Wandel zu fördern.
Im Zentrum stehen die Kritik an den Hartz-Reformen, die theoretische Analyse kapitalistischer Regulationsweisen sowie die praxisorientierte Erörterung von Organizing-Strategien zur Stärkung der Zivilgesellschaft.
Ziel ist es, die Auswirkungen der "Bauarbeiten" am Sozialstaat kritisch zu beleuchten und aufzuzeigen, ob und wie Transformative Organizing als Werkzeug genutzt werden kann, um die Handlungsfähigkeit von Betroffenen und Sozialarbeitern zu erhöhen.
Die Arbeit nutzt die Regulationstheorie nach Michel Aglietta, Bob Jessop und Joachim Hirsch als Analyseinstrument, um den Übergang vom fordistischen zum postfordistischen bzw. Wettbewerbsstaat zu begreifen.
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Analyse der sozialpolitischen Veränderungen, eine theoretische Durchdringung der kapitalistischen Formation sowie eine Untersuchung von Organizing-Ansätzen als Gegenstrategie.
Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Sozialstaat, Ökonomisierung, Transformative Organizing, Regulationstheorie und soziale Gerechtigkeit.
Während Community Organizing oft auf lokale, pragmatische Verbesserungen innerhalb des Systems zielt, strebt Transformative Organizing eine radikale gesellschaftliche Transformation und das Aufbrechen kapitalistischer Machtstrukturen als übergeordneten Zweck an.
Der Wettbewerbsstaat zeichnet sich dadurch aus, dass er Klassenkompromisse aufkündigt, um national Kapitalverwertungsbedingungen zu optimieren und im globalen Standortwettbewerb zu bestehen, was zu Lasten sozialer Standards geht.
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