Diplomarbeit, 2012
56 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Zum Begriff der Natur
3. Historische Begriffsbildung und Definition der Landschaft
4. Philosophische Betrachtungsweisen
5. Landschaftsmalerei vom Mittelalter bis zur klassischen Moderne
6. Schlussteil
Diese Arbeit untersucht die kulturhistorische Entwicklung des Landschaftsbegriffs sowie die Wandlung der Landschaftsmalerei vom Mittelalter bis zur klassischen Moderne. Dabei liegt der Fokus auf der sich stetig ändernden Beziehung zwischen Mensch und Natur, die durch zunehmende Zivilisierung und Verstädterung geprägt ist.
Landschaftsmalerei vom Mittelalter bis zur klassischen Moderne
Im Mittelalter war die Landschaftsmalerei noch kein eigenständiges Sujet. Zudem war diese bis ins 19. Jh. hinein generell verpönt. So spöttelt Leon Battista Alberti „Landschaften, Bäume, Wasser, Fischer und Häfen, die den Handel vorstellen, erheitern die Menschen, weil sie niedrig sind und weil sie sich außerhalb des Ernstes öffentlichen Lebens befinden...“67 Selbst italienische Schriftsteller wandten sich von Landschafts-darstellungen ab, welche die niederländischen Maler für sich entdeckten und beanspruchten. „Die Nordländer („oltramontani“) sind sehr begabt in der Art und Weise, weite Entfernungen sichtbar zu machen, und das dank der Tatsache, dass sie die Länder, die sie bewohnen, und deren eigene wilde und waldreiche Natur darstellen. Aber wir, die Italiener, leben in einem kultivierten Garten, dessen Anmut sich mehr beim Anblick mitteilt als in der Nachbildung“, so Paolo Pino in seinem 1548 erschienenen Dialogo della pittura.68 In anderen Zeugnissen bezeichnete man die niederländische Landschaftsmalerei als „unreflektierten Augentrug“, dem nur Frauen verfielen insbesondere die „sehr alten“ und die „sehr jungen“, des weiteren Geistliche und Edelleute „denen es an Empfindung für wahre Harmonie gebricht“, denn es sei keine „rechte Kunst“, weil es am „rechte(n) Maß“ und dem „rechte(n) Verhältnis“ sowie (der) „Auswahl und (der) klare(n) Verteilung im Raume...“ fehle.69 Der Mensch galt als Maß aller Dinge, weshalb die Landschaft nur eine zweitrangige Rolle spielte und in der antiken Kunsttheorie nur als Beiwerk („parergon“) abgeschrieben wurde.
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die kulturhistorische Bedeutung der Landschaftsmalerei als Ausdruck einer Weltsicht und Spiegelbild des menschlichen Innenlebens im Kontext fortschreitender Zivilisation.
2. Zum Begriff der Natur: Dieses Kapitel definiert Natur sowohl als biologische Grundlage als auch als philosophisches Konzept, das im Gegensatz zu Kultur und Technik steht und den menschlichen Ursprung sowie rechtliche Systeme beeinflusst.
3. Historische Begriffsbildung und Definition der Landschaft: Es wird die etymologische Entwicklung des Begriffs Landschaft aufgezeigt, der ursprünglich die Beschaffenheit eines Landes und die soziale Ordnung der dort lebenden Gemeinschaft beschrieb, bevor er eine ästhetische Konnotation annahm.
4. Philosophische Betrachtungsweisen: Hier werden kunstphilosophische Ansätze wie die von Joachim Ritter und Georg Simmel analysiert, die Landschaft als Resultat einer kulturellen Distanz zur Natur und als Vermittler zwischen Mensch und Umwelt deuten.
5. Landschaftsmalerei vom Mittelalter bis zur klassischen Moderne: Das Kapitel zeichnet die Entwicklung der Malerei nach, von der Landschaft als bloßem Hintergrund über die Weltlandschaften der Renaissance bis hin zur Abstraktion und der individuellen psychologischen Aufladung in der Moderne.
6. Schlussteil: Das Fazit fasst zusammen, wie Landschaft zunehmend abstrakt begriffen wurde und heute als ästhetischer Fluchtort dient, um der Entfremdung in einer zunehmend funktionalisierten und technisch geprägten Welt entgegenzuwirken.
Landschaftsmalerei, Natur, Ästhetik, Kunstgeschichte, Mensch-Natur-Beziehung, Moderne, Stimmung, Raumwahrnehmung, Kultur, Abstraktion, Weltlandschaft, Romantik, Subjektivität, Philosophie, Landschaft.
Die Arbeit untersucht die historische Entwicklung des Landschaftsbegriffs und dessen künstlerische Umsetzung in der Landschaftsmalerei vom Mittelalter bis zur klassischen Moderne.
Zentrale Themen sind die Philosophie der Natur, die kulturgeschichtliche Entstehung des Begriffs Landschaft, die Rolle der Malerei als eigenständiges Sujet sowie der Einfluss der Moderne und Technik auf die ästhetische Wahrnehmung.
Ziel ist es, darzulegen, wie sich das Verhältnis zwischen Mensch und Natur über Jahrhunderte gewandelt hat und welche ästhetischen sowie philosophischen Konsequenzen dies für die Landschaftsmalerei hatte.
Die Arbeit nutzt kunsthistorische Analysen von Gemälden sowie eine kulturphilosophische Auswertung literarischer und theoretischer Texte bekannter Philosophen und Theoretiker.
Der Hauptteil gliedert sich in eine begriffliche Fundierung, eine philosophische Einordnung durch Denker wie Simmel und Ritter sowie eine detaillierte kunstgeschichtliche Untersuchung der Malerei von der Renaissance bis zur Moderne.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Naturverständnis, ästhetische Distanz, Abstraktion, Stimmung und die Mensch-Natur-Entfremdung charakterisiert.
Die Industrialisierung wird als Faktor gesehen, der die Distanz zur Natur vergrößerte, was einerseits zur Sehnsucht nach ursprünglicher Natur und andererseits zur technischen Integration in die Landschaftsdarstellung führte.
In der Arbeit wird argumentiert, dass das Stadtleben mit seinen künstlichen Strukturen und Gesetzen eine Unterdrückung darstellt, die den Menschen dazu zwingt, in der Landschaft einen Fluchtort für echte menschliche Sinnfindung zu suchen.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

