Magisterarbeit, 2004
167 Seiten, Note: Gut
Geschichte Deutschlands - Nationalsozialismus, Zweiter Weltkrieg
1 Einleitung
1.1 Vorwort
1.2 Einordnung des Themas
1.3 Forschungsstand
1.4 Quellenlage
1.5 Fragestellung und Struktur
2 Die Ursprünge des Kochel-Windkanals
2.1 Chronologische Entwicklung der Windkanäle in Deutschland
2.2 Das Aerodynamische Institut der Heeresversuchsstelle Peenemünde
2.2.1 Organisatorische Gliederung des Personals des AI an der HVP
2.2.2 Der Luftangriff der RAF vom 17. – 18. August 1943
2.2.3 Die Verlagerung des AI nach Kochel
3 Die Vorbereitungen der USA auf die Technischen Missionen
3.1 Die Entstehung von CIOS
3.2 Die Entstehung von FIAT
3.3 Die Naval Technical Mission in Europe (NavTechMisEu)
4 Das Eintreffen der Amerikaner Mai 1945
4.1 Schutz der Dokumente
4.2 Die Übergabe der WVA
4.3 Sicherung der Anlage und Eintreffen der Spezialisten
4.4 Technischer Entwicklungsstand der Windkanalanlagen 1945
4.4.1 Die 40 x 40 cm-Messstrecken
4.4.2 Die 18 x 18 cm-Messstrecke
4.4.3 Projekt „A“
4.5 Beurteilung durch die amerikanischen Dienststellen
5 Transfer und Weiterführung der Projekte in den USA
5.2 Die Verlagerung der Anlage
5.3 Ausnutzung des Archivs
6 Anwendungsbeispiele in der Amerikanischen Rüstung nach 1945
6.1 Naval Ordnance Laboratory in White Oak, Maryland
6.2 Das Arnold Engineering and Development Center
7 Zusammenfassung und Beurteilung
Die Arbeit untersucht den Technologietransfer von Deutschland in die USA nach dem Zweiten Weltkrieg am Beispiel der Kochel-Windkanalanlage. Das primäre Ziel ist es, den Werdegang dieses spezifischen Forschungsprojektes – von der Entstehung und kriegsbedingten Verlagerung über die alliierte Eroberung bis zur Integration in die amerikanische Rüstungsforschung – exemplarisch darzustellen und die Effizienz sowie Rechtfertigung dieses Transfers zu analysieren.
4.4.1 Die 40 x 40 cm-Messstrecken
Der schrittweise Umzug der beiden Windkanäle hat fast zu einer Verdopplung des Vakuumkesselvolumens geführt. Während die Stahlsphäre von 1000 m³ Volumen sowie ein Pumpensatz erst in der zweiten Hälfte des Umzugs nach Kochen verbracht wurden, konnte der Betrieb vor Ort mit einem Vakuumkessel von 750 m³ Fassungsvermögen und zwei Pumpensätzen begonnen werden. Bei Eintreffen der Amerikaner waren Kessel und Kugel fertig montiert und an die drei Pumpensätze durch ein mehrfach verschaltetes Leitungssystem angeschlossen worden. Kurz nach der Inbetriebnahme stellte sich heraus, dass die originale Maschinenanlage der Firma DEMAG für eine Bewältigung dieses Fassungsvermögens zu klein geworden war. Eines der letzten Projekte stellte somit die Erhöhung der Leistung der Verdichter dar mit dem Ziel, die Auspumpzeiten der Vakuumbehälter für eine effizientere Nutzung der Anlage zu verringern.
1 Einleitung: Vorstellung des Themas, des Forschungsstandes und der methodischen Herangehensweise an den Technologietransfer.
2 Die Ursprünge des Kochel-Windkanals: Detaillierte Betrachtung der aerodynamischen Forschung in Peenemünde und der späteren Verlagerung nach Kochel.
3 Die Vorbereitungen der USA auf die Technischen Missionen: Analyse der alliierten Organisationen und Geheimdienststrukturen zur Erfassung deutscher Technologie.
4 Das Eintreffen der Amerikaner Mai 1945: Schilderung der Eroberung Kochels, der Sicherung der Anlagen und der Begutachtung durch US-Spezialisten.
5 Transfer und Weiterführung der Projekte in den USA: Beschreibung des wissenschaftlichen Personalaustauschs, des Abbaus der Anlagen und der Aktenauswertung.
6 Anwendungsbeispiele in der Amerikanischen Rüstung nach 1945: Darstellung des Einflusses der deutschen Forschung auf Labore wie das NOL in White Oak und das AEDC.
7 Zusammenfassung und Beurteilung: Reflektion über die Effizienz und die weitreichenden Folgen des Technologietransfers.
Technologietransfer, Kochel-Windkanalanlage, Peenemünde, Aerodynamik, Project Paperclip, CIOS, FIAT, Naval Technical Mission in Europe, Überschallforschung, Raketenentwicklung, Wasserfall, V-2, Naval Ordnance Laboratory, Arnold Engineering and Development Center, Grundlagenforschung.
Die Arbeit analysiert den komplexen Technologietransfer von Deutschland in die USA nach 1945, fokussiert auf die Verlagerung und Integration der Kocheler Windkanalanlage und des dazugehörigen Personals.
Die Themenfelder umfassen die Geschichte der deutschen Aerodynamik, die Logistik der alliierten technischen Aufklärung und die strategische Einbindung deutscher Wissenschaftler in die US-Rüstungsforschung.
Ziel ist es, den gesamten Transferprozess – von der initialen deutschen Grundlagenforschung bis zur operativen Nutzung in amerikanischen Laboratorien – nachzuvollziehen und dessen Effizienz kritisch zu bewerten.
Die Arbeit stützt sich primär auf eine empirische Quellenanalyse, basierend auf freigegebenen Aktenbeständen des US-Nationalarchivs, Archivmaterialien der University of Alabama in Huntsville und Zeitzeugenaussagen.
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Ursprünge in Peenemünde, die Vorbereitungen und Durchführung der alliierten Aufklärung, den physischen Transfer der Anlagen sowie die Anwendung der Technologie in US-Einrichtungen wie dem NOL und AEDC.
Wichtige Begriffe sind Technologietransfer, Project Paperclip, Wasserbau-Versuchsanstalt (WVA), Überschallwindkanäle und Aerodynamik.
Das Kraftwerk lieferte die für den Betrieb des Hochleistungs-Superschall-Windkanals erforderliche installierte Leistung von 57.000 kW, eine technische Voraussetzung, die in Kochel durch das 100m Gefälle ideal gegeben war.
Fritz Zwickys Bericht war maßgeblich für die Entscheidung der Amerikaner, nicht nur Dokumente, sondern das gesamte Kocheler Experten-Team und die Anlagen in die USA zu transferieren, da er den einzigartigen Wert dieses Wissensstandes erkannte.
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