Masterarbeit, 2014
88 Seiten, Note: 1,3
1 Einleitung
2 Finanzstabilität
2.1 Definition
2.2 Systemrisiken
2.2.1 Unterscheidung von makroprudenziellen und mikroprudenziellen Risiken
2.2.2 Unterscheidung von Systemrisiken
3 Interdependenz von Geldpolitik und Finanzstabilität
3.1 Transmissionskanäle der Geldpolitik
3.2 Der Risikokanal
4 Makroprudenzielle Politik
4.1 Definition
4.2 Instrumente
4.2.1 Weiche Instrumente
4.2.2 Mittlere Instrumente
4.2.3 Harte Instrumente
4.3 Beurteilung
5 Einsatz von Geldpolitik und makroprudenzieller Politik für die Finanzstabilität
5.1 Theoretische Ansätze
5.1.1 Modified Jackson Hole Consensus
5.1.2 Leaning against the wind vindicated
5.1.3 Finanzstabilität und Preisstabilität
5.2 Diskussion von Wechselwirkungen
5.3 Probleme der institutionellen Ausgestaltung
5.3.1 Dualmandat
5.3.2 Trennung der Mandate
5.4 Modellvergleich zur Abstimmung von Geldpolitik und makroprudenzieller Politik
5.4.1 Modell von Woodford nach Svensson
5.4.2 Modell von Cecchetti und Kohler
5.4.3 Vergleichende Interpretation der Modelle
6 Institutionelle Ausgestaltung der makroprudenziellen Politik
6.1 Internationale Institutionen
6.2 Ausgewählte Systembeispiele
6.2.1 England
6.2.2 Vereinigte Staaten von Amerika
6.2.3 Europa
6.2.3.1 ESRB und Bankenaufsicht
6.2.3.2 Institutionalisierung in Deutschland
7 Zusammenfassung und Ausblick
Die Arbeit untersucht die Wechselwirkungen zwischen Geldpolitik und makroprudenzieller Politik im Kontext der Finanzstabilität. Zentral ist die Frage, wie beide Politikinstrumente abgestimmt werden können, um Systemrisiken effektiv zu begegnen, ohne die geldpolitische Zielsetzung der Preisstabilität zu gefährden.
2.2 Systemrisiken
Gefährdungen für die Finanzstabilität gehen nicht nur von dem Ausfall einzelner Institutionen auf Mikroebene, sondern auch von der Bedrohung des Systems als Ganzem auf Makroebene aus. Die Risiken, denen ein spezifisches Unternehmen unterliegt, werden als idiosynkratisch bezeichnet. In einigen theoretischen Ansätzen wie dem Capital Asset Pricing Modell können diese spezifischen Risiken durch Diversifikation eliminiert werden. Jedoch kann auch perfekte Diversifikation nicht die Systemrisiken bereinigen, da hiervon alle Unternehmen betroffen sind. In der Realität werden in jedem Fall viele Unternehmen tangiert sein. Zur Wahrung der Finanzstabilität sollten demnach solche Systemrisiken begrenzt werden.
Ein Systemrisiko besteht darin, dass ein „Systemereignis“ neben dem ursprünglich betroffenen Individuum über Zweitrundeneffekte weitere Marktteilnehmer beeinträchtigen könnte. Das Systemereignis ist somit ein Schock verbunden mit einem Übertragungsmechanismus. Dieser Schock kann entweder bereits auf das ganze System wirken, beispielsweise eine plötzliche Zinsänderung. Er kann aber auch nur eine einzelne Institution betreffen (De Bandt & Hartmann 2000, S. 11). Durch die Übertragung auf weitere Marktteilnehmer wird dann aus dem mikroprudenziellen Individualrisiko ein makroprudenzielles Systemrisiko.
Eine Sichtweise erklärt die Existenz von Systemrisiken als zumindest teilweise endogenes Phänomen. Die Marktteilnehmer richten ihr Handeln nicht am objektiven Risiko, sondern an ihrem wahrgenommenen Risiko aus (Danielsson et al. 2010, S. 2). Weicht die subjektive Einschätzung der Marktteilnehmer vom objektiven Risiko ab, werden sich auf Dauer Ungleichgewichte aufbauen.
Während mikroprudenzielle Risiken nur eine Institution sowie deren Gläubiger betreffen, bedrohen makroprudenzielle Risiken das Gesamtsystem. Die beiden Dimensionen sind nicht als konkurrierend, sondern als ineinandergreifendes System zu verstehen, an dem jeder Anteil seine Daseinsberechtigung hat, eine Abgrenzung jedoch nicht immer exakt erfolgen kann. Abbildung 2 fasst die Unterschiede von mikroprudenzieller und makroprudenzieller Sichtweise von Risiken zusammen.
1 Einleitung: Die Arbeit beleuchtet die Lehren aus der Finanzkrise 2008 und die Notwendigkeit, neben der Preisstabilität auch die makroprudenzielle Dimension der Finanzstabilität zu berücksichtigen.
2 Finanzstabilität: Dieses Kapitel definiert Finanzstabilität, unterscheidet mikro- von makroprudenziellen Risiken und analysiert die zyklische sowie die Querschnittsdimension von Systemrisiken.
3 Interdependenz von Geldpolitik und Finanzstabilität: Hier werden die Transmissionskanäle der Geldpolitik und insbesondere der Risikokanal untersucht, über den geldpolitische Maßnahmen das Risikoverhalten der Marktteilnehmer beeinflussen.
4 Makroprudenzielle Politik: Dieses Kapitel erläutert das Konzept der makroprudenziellen Politik, stellt ein breites Instrumentarium von weichen bis hin zu harten Instrumenten vor und bewertet deren Wirksamkeit.
5 Einsatz von Geldpolitik und makroprudenzieller Politik für die Finanzstabilität: Es werden theoretische Ansätze zur Abstimmung beider Politiken diskutiert, institutionelle Probleme wie das Dualmandat analysiert und Modelle zur Abstimmung verglichen.
6 Institutionelle Ausgestaltung der makroprudenziellen Politik: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über die makroprudenzielle Aufsicht auf internationaler Ebene sowie exemplarisch für England, die USA und Europa.
7 Zusammenfassung und Ausblick: Das abschließende Kapitel fasst die zentralen Erkenntnisse zusammen und bewertet den Beitrag der untersuchten Instrumente und Strukturen zur künftigen Krisenprävention.
Finanzstabilität, Geldpolitik, Makroprudenzielle Politik, Systemrisiken, Prozyklik, Risikokanal, Zentralbank, Preisstabilität, Finanzkrise, Modellvergleich, Dualmandat, Bankenaufsicht, Kreditspread, institutionelle Ausgestaltung, Regulierung
Die Arbeit analysiert die Zusammenhänge und Wechselwirkungen zwischen Geldpolitik und makroprudenzieller Politik sowie deren Bedeutung für die Stabilität des Finanzsystems.
Zentrale Themen sind die Definition von Finanzstabilität, die Rolle von Systemrisiken, verschiedene Instrumente der makroprudenziellen Aufsicht sowie die Koordination zwischen Zentralbanken und Aufsichtsbehörden.
Das primäre Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Geldpolitik und makroprudenzielle Maßnahmen optimal aufeinander abgestimmt werden können, um Finanzkrisen zu verhindern oder deren Auswirkungen abzumildern.
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse sowie einem Vergleich theoretischer ökonomischer Modelle (z.B. Woodford, Svensson, Cecchetti/Kohler) zur Abstimmung von Geldpolitik und makroprudenzieller Politik.
Der Hauptteil behandelt die theoretischen Ansätze der Interdependenz beider Politikbereiche, die Bewertung von Instrumenten (von Kommunikation bis zu Kapitalanforderungen) sowie die institutionelle Ausgestaltung in verschiedenen Wirtschaftsräumen.
Wichtige Begriffe sind Finanzstabilität, Systemrisiken, Prozyklik, Risikokanal, Dualmandat und makroprudenzielle Instrumente.
Die mikroprudenzielle Sichtweise fokussiert auf die Stabilität einzelner Institute (bottom-up), während die makroprudenzielle Perspektive das Finanzsystem als Ganzes betrachtet (top-down), um systemweite Risiken zu begrenzen.
Die Separierung der Mandate mindert das Zeitinkonsistenzproblem, da die makroprudenzielle Politik nicht mehr darauf angewiesen ist, wie die Geldpolitik ex-post auf Krisen reagiert.
Eine gute Koordination ist entscheidend, um ineffiziente Gegensteuerungen („push-me-pull-you-Phänomen“) zu vermeiden, bei denen sich Geldpolitik und makroprudenzielle Maßnahmen gegenseitig in ihrer Wirkung neutralisieren könnten.
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