Masterarbeit, 2014
97 Seiten, Note: 2,0
1 Einleitung
1.1 Problemdarstellung und Hintergrund
1.2 Zielsetzung und Forschungsfrage
1.3 Methodik:
2 Burnout-Syndrom – Grundlagen
2.1 Begriffsbestimmung
2.1.1 Psychische Belastungen am Arbeitsplatz
2.1.2 Burnout
2.1.3 Depression
2.2 Theorien zur Entstehung von Burnout
2.2.1 Intrapersonale Ansätze
2.2.2 Interpersonelle Ansätze
2.2.3 Ansätze auf der Person-Institutionen Ebene
2.2.4 Zusammenfassung
2.3 Symptomatik und Verlauf
2.3.1 Burnout Zyklus nach Freudenberger und North
2.3.2 Burnout Symptomatik nach Burisch
2.3.3 Zusammenfassung
3 Ursachen und Einflussfaktoren
3.1 Die individuelle Persönlichkeit
3.1.1 Persönlichkeitsmerkmale
3.1.2 Freiwillige Selbstausbeutung und Arbeitssucht
3.2 Die Organisation und das Arbeitsumfeld
3.2.1 Arbeitsbelastung
3.2.2 Stress
3.2.3 Unternehmenskultur
3.2.4 Veränderungsprozesse
3.3 Zusammenfassung
4 Führung und Führungsverhalten
4.1 Führungsaufgaben
4.2 Auswirkung des Führungsverhaltens auf die Gesundheit im Unternehmen
4.3 Emotionale Intelligenz und Resonanz
4.4 Gehirngerechte Führung – Neuroleadership
4.5 Zusammenfassung
5 Erkenntnisse aus dem aktuellen Stand der Forschung
5.1 Erkenntnisse zur Unternehmenskultur und Werte
5.2 Erkenntnisse zu Veränderungsprozessen
5.3 Erkenntnisse zum Führungsverhalten
6 Psychische Belastung und Burnout in der Praxis
6.1 Methodische Vorgehensweise
6.2 Auswahl der Interviewpartner
6.3 Durchführung der Datenerhebung
6.4 Darstellung der Erkenntnisse
7 Schlussbetrachtung, Handlungsempfehlungen und Ausblick
7.1 Handlungsempfehlungen zur Unternehmenskultur
7.2 Handlungsempfehlungen zum Führungsverhalten
7.3 Handlungsempfehlungen zu Veränderungsprozessen
7.4 Ausblick
Diese Arbeit hat das Ziel, Einflussfaktoren zu identifizieren, die als Auslöser für das Burnout-Syndrom gelten und im Einflussbereich von Unternehmen liegen, um daraus konkrete Handlungsempfehlungen für Arbeitgeber zur Reduktion des Burnout-Risikos bei Mitarbeitern abzuleiten.
1.1 Problemdarstellung und Hintergrund
Wurde das Phänomen Burnout Anfang der 1970er Jahre im Bereich der Berufsgruppen mit hohem sozialen Engagement und engem Kontakt mit Menschen z.B. im Gesundheitswesen oder im Bildungswesen beobachtet, so weitete sich diese Wahrnehmung im Laufe der Zeit auf immer mehr Berufsgruppen bis hin zu Arbeitnehmern im Bereich der Industrie aus. Die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen haben sich in den letzten Jahrzehnten grundlegend verändert. Die Unternehmen der europäischen Industrienationen stehen, nicht zuletzt durch die von ihnen selbst in den letzten Jahren vorangetriebene Globalisierung, im Wettbewerb mit Anbietern aus Ländern, in welchen wesentlich geringere Produktionskosten realisierbar sind. Die ursprüngliche Intention, die Wettbewerbsfähigkeit am globalen Markt und nicht zuletzt die Erträge zu steigern, führte zur Verlagerung von wesentlichen Teilen der Produktionskapazitäten in Länder mit deutlich niedrigerem Lohnniveau, aber auch weniger strikten rechtlichen Rahmenbedingungen wie z.B. Arbeitszeit- oder Umweltauflagen.
Dies wiederum lässt die Wettbewerbsfähigkeit der bisherigen Produktionsstandorte sinken. Doch nicht nur die Produktion von Gütern, sondern auch die Erbringung von Dienstleistungen steht mittlerweile im weltweiten Wettbewerb. Nicht nur der privatwirtschaftliche sondern auch der öffentliche Bereich, wie das Gesundheits- und das Bildungswesen stehen bedingt durch immer höhere Budgetdefizite unter enormen Kostendruck. Um die langfristige Wirtschaftlichkeit bzw. Finanzierbarkeit zu gewährleisten, werden in allen Bereichen Wege zur Realisierung von Kosteneinsparungspotenzialen gesucht.
Diese Entwicklung führt zu grundlegenden Veränderungen der Arbeitswelt und wirkt sich unmittelbar auf die Arbeitsbedingungen aus. Die Notwendigkeit der Effizienzsteigerung und Flexibilität bedingt eine immer schnellere Veränderung von bestehenden Prozessen und Unternehmensstrukturen. Standardisierung von Prozeduren fördert die Unabhängigkeit von Expertenwissen in vielen Bereichen und unterstützt damit die Ersetzbarkeit von Menschen innerhalb von Organisationen. Die daraus resultierende Arbeits- und Einkommensunsicherheit führt zur Bereitschaft, höhere Arbeitsintensität und flexiblere Arbeitsformen zu akzeptieren. Zeitdruck, unklare Entscheidungsspielräume und sinkender sozialer Rückhalt innerhalb des Unternehmens erhöhen zusätzlich die psychische Belastung (Biffl et al. 2011: VIII).
1 Einleitung: Diese Einleitung beleuchtet die steigende volkswirtschaftliche Relevanz von Burnout und die daraus resultierende Notwendigkeit für Unternehmen, psychische Belastungen am Arbeitsplatz aktiv zu evaluieren.
2 Burnout-Syndrom – Grundlagen: In diesem Kapitel werden Definitionen von Burnout und psychischen Belastungen erarbeitet sowie die wichtigsten Theorien zur Entstehung und der Verlauf der Symptomatik dargestellt.
3 Ursachen und Einflussfaktoren: Das Kapitel analysiert individuelle Persönlichkeitsmerkmale und organisationale Faktoren wie Arbeitsbelastung, Stress und Unternehmenskultur als Ursachen für die Burnout-Entstehung.
4 Führung und Führungsverhalten: Hier wird die zentrale Rolle der Führungskraft beleuchtet und untersucht, wie Führungsstile und soziale Kompetenz die Gesundheit der Mitarbeiter beeinflussen können.
5 Erkenntnisse aus dem aktuellen Stand der Forschung: Zusammenführung der theoretischen Forschungsergebnisse zu den Themen Unternehmenskultur, Werte und Führung als Grundlage für die praktische Anwendung.
6 Psychische Belastung und Burnout in der Praxis: Beschreibung der methodischen Vorgehensweise bei den Experteninterviews und Darstellung der aus der Praxis gewonnenen Erkenntnisse.
7 Schlussbetrachtung, Handlungsempfehlungen und Ausblick: Dieses abschließende Kapitel leitet aus den Erkenntnissen konkrete Maßnahmen zur Burnout-Prävention in Unternehmen ab und gibt einen Ausblick auf zukünftige Entwicklungen.
Burnout, psychische Belastungen, Fehlbelastungen, Unternehmenskultur, Führungsverhalten, Arbeitsplatzunsicherheit, Stress, Präsentismus, Neuroleadership, Emotionale Intelligenz, Arbeitssucht, Veränderungsprozesse, Fehlzeiten, psychische Gesundheit, Arbeitsintensität
Die Arbeit befasst sich mit den Ursachen für das Burnout-Syndrom, die im Einflussbereich von Unternehmen liegen, und leitet Maßnahmen ab, um das Burnout-Risiko für Mitarbeiter zu verringern.
Die Arbeit deckt die theoretischen Grundlagen des Burnout-Syndroms, individuelle und organisationale Ursachen, die Bedeutung von Unternehmenskultur sowie den Einfluss von Führungsverhalten und Veränderungsprozessen ab.
Das primäre Ziel ist es, aus der bestehenden Studienlage und Experteninterviews Handlungsempfehlungen für Arbeitgeber zu erarbeiten, um die psychische Gesundheit der Mitarbeiter zu fördern und Burnout präventiv zu vermeiden.
Es wurde eine Kombination aus einer umfassenden Literaturrecherche zum aktuellen Forschungsstand und qualitativen Experteninterviews angewandt, um die theoretischen Modelle mit der praktischen Realität zu verknüpfen.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung (Burnout-Definitionen, Theorien, Symptomatik), eine detaillierte Analyse der Ursachen (Individuum, Organisation, Stressmodelle) sowie eine eingehende Betrachtung der Rolle von Führung und Change-Management.
Zentrale Begriffe sind Burnout, Unternehmenskultur, Führungsverhalten, psychische Belastungen, Arbeitsplatzunsicherheit, Stressmanagement, Präsentismus und Neuroleadership.
Unter Bezugnahme auf Bennis und Nanus differenziert die Arbeit zwischen Managern, die Dinge richtig tun ("do things right"), und Führungskräften, die die richtigen Dinge tun ("do the right things").
Die Arbeit verdeutlicht, dass eine Diskrepanz zwischen Wunsch (Leitbilder) und Realität (gelebte Kultur) sowie ein Mangel an Transparenz und Wertschätzung wesentlich zur psychischen Belastung und damit zum Burnout-Risiko beitragen können.
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