Examensarbeit, 2013
102 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Bruchrechnung in der Schule
2.1 Argumente für und gegen die Bruchrechnung mit gemeinen Bruchzahlen
2.2 Bruchrechnung in Bildungsstandards und Kerncurriculum
3. Förderansätze für das Rechnen mit Brüchen
3.1 Exkurs: Konstruktivismus als didaktisches Prinzip
3.2 Grundvorstellungen
3.2.1 Grundvorstellungen zu Brüchen
3.2.2 Grundvorstellungen zu Strategien und Operationen mit Brüchen
3.2.3 Vorstellungsumbrüche bei der Zahlbereichserweiterung
3.3 Handlungsorientierung
3.3.1 Theorie der Handlungsorientierung
3.3.2 Handlungsorientierung im Mathematikunterricht
3.4 Metakognition
3.5 Handlungsorientierung, Metakognition und Grundvorstellungen als ganzheitliches Konzept
4. Analyse von Materialien zur Bruchrechnung
4.1 Ansprüche an Materialien und Aufgaben im Unterricht
4.1.1 Grundvorstellungsintensität als aufgabenanalytische Kategorie
4.1.2 Art des Wissens als Analysedimension
4.1.3 Handlungsorientierung als Aufgabenanalysedimension
4.2 Schilderung des Förderunterrichts an der X-Schule
4.3 Vorstellung der Fördermaterialien
4.4 Analyse der Materialien
4.4.1 Anteile herauslesen
4.4.2 Anteile herstellen
4.4.3 Anteile kennzeichnen
4.4.4 Unechte Brüche/gemischte Zahlen
4.4.5 Brüche berechnen/Bruchteile beliebiger Größen
4.4.6 Erweitern und Kürzen
4.4.7 Brüche ordnen
4.5 Überlegungen zu den Lösungsvorschlägen beider Hefte
4.6 Zwischenfazit zur Analyse
5. Konstruktion von Arbeitsblättern zum Thema Erweitern und Kürzen von Brüchen
5.1 Überlegungen zu den Arbeitsblättern
6. Fazit und Ausblick
Die vorliegende Arbeit untersucht, wie Materialien zur Bruchrechnung gestaltet sein müssen, um leistungsschwache Schüler im Förderunterricht effektiv zu unterstützen. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, welche didaktischen Konzepte – speziell Grundvorstellungen, Handlungsorientierung und Metakognition – zur Förderung eines tiefgreifenden mathematischen Verständnisses beitragen und wie diese Konzepte in aktuellen Unterrichtsmaterialien umgesetzt werden.
3.1 Exkurs: Konstruktivismus als didaktisches Prinzip
Konstruktivismus ist ein didaktisches Konzept, dass im deutschsprachigen Raum stark von Kersten Reich geprägt wurde. Er erläutert in zahlreichen Veröffentlichungen und Monografien die Relevanz des Konstruktivismus für die Didaktik der Schule. In Anlehnung an konstruktivistische Vorläufer wie Piaget und John Dewey ist die zentrale Annahme des Konstruktivismus, dass die Wirklichkeit und jegliche damit verbundene Wahrheit eine individuelle und aktive Konstruktion von Beobachtern darstellt (vgl. Reich 2010, S. 18–23).
John Dewey hob in seinen Ausführungen bereits hervor, dass Lernen ganz und gar auf das handelnde Sammeln von Erfahrungen aufgebaut sein müsste, damit Kinder die Welt experimentell und in Kooperation mit anderen Individuen kennenlernen. Auch Piaget stellt einen wesentlichen Wegbereiter des konstruktivistischen Ansatzes dar, indem er verschiedene Entwicklungsstufen des Lernens darstellte und Assimilation (Einordnung von neuen Erfahrungen in bestehende kognitive Schemata) und Akkomodation (Änderung vorhandener Schemata um auf neue Umwelt/Situation reagieren zu können) als Grundprinzipien konstruktiven Handelns beschrieb (vgl. Woolfolk 2008, S. 37–38).
Es gibt einige Grundannahmen, auf denen der Konstruktivismus basiert: Der Mensch greift durch verschiedene Handlungen in seine Umwelt ein, die ihm als gegeben erscheint. Allerdings entstehen dadurch Konstruktionen und Versionen einer Wirklichkeit, die nicht als Abbild der tatsächlichen Umwelt bezeichnet werden können. Die konstruierte Wirklichkeit ist durch eine individuelle Interpretation bestimmt, welche immer wieder neu umgestaltet werden kann und deshalb nicht als stabil und unveränderbar angesehen wird. Schon die Sprache beeinflusst die Konstruktion der eigenen Welt und Umwelt maßgeblich (vgl. Reich 2008, S. 74–76). Aus der konstruktivistischen Denkweise heraus ist der Mensch also ein „Wahrheiten herstellendes Wesen“ (Reich 2008, S. 76). Diese Annahme bricht mit der Vorstellung, man stünde der Natur als unabhängiger Beobachter gegenüber.
1. Einleitung: Darstellung der Problematik im Förderunterricht und der Zielsetzung der Arbeit bezüglich der Analyse von Unterrichtsmaterialien.
2. Bruchrechnung in der Schule: Erörterung der Legitimation der Bruchrechnung sowie ihrer Einbettung in Bildungsstandards und Kerncurricula.
3. Förderansätze für das Rechnen mit Brüchen: Detaillierte theoretische Beleuchtung der Konzepte Grundvorstellungen, Handlungsorientierung und Metakognition im Kontext des Konstruktivismus.
4. Analyse von Materialien zur Bruchrechnung: Systematische Untersuchung ausgewählter Arbeitshefte und Materialien hinsichtlich ihrer Umsetzung der zuvor behandelten didaktischen Prinzipien.
5. Konstruktion von Arbeitsblättern zum Thema Erweitern und Kürzen von Brüchen: Praxisorientierte Entwicklung und Vorstellung von Arbeitsblättern als Alternative zu den analysierten Materialien.
6. Fazit und Ausblick: Zusammenfassende Bewertung der Ergebnisse und Bedeutung der Verknüpfung von Theorie und Praxis für die Lehrerausbildung.
Bruchrechnung, Förderunterricht, Grundvorstellungen, Handlungsorientierung, Metakognition, Konstruktivismus, Aufgabenanalyse, Zahlbereichserweiterung, Lernprozesse, Schülervorstellungen, Didaktik, Mathematikunterricht, Konzeptwechsel, Differenzierung, Lehr-Lern-Prozess.
Die Arbeit untersucht den Einsatz von Unterrichtsmaterialien zur Bruchrechnung im Förderunterricht. Dabei wird analysiert, inwieweit diese Materialien didaktische Konzepte wie Grundvorstellungen, Handlungsorientierung und Metakognition berücksichtigen, um leistungsschwächere Schüler gezielt zu unterstützen.
Zentrale Themen sind die mathematikdidaktischen Prinzipien des Konstruktivismus, die Bedeutung von Grundvorstellungen für das Verständnis von Bruchzahlen, handlungsorientierte Lernarrangements und die reflektierte Steuerung von Lernprozessen durch Metakognition.
Das Ziel ist es, Kriterien für eine fundierte Aufgabenanalyse zu entwickeln und diese auf ausgewählte Lehrmaterialien anzuwenden, um deren Eignung für den Förderunterricht zu bewerten und daraus Ansätze für eine bessere Materialgestaltung abzuleiten.
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Fundierung durch die Fachdidaktik, gefolgt von einer qualitativ-analytischen Untersuchung. Hierfür werden etablierte Kategoriensysteme (u.a. aus PISA, TIMSS, COACTIV) modifiziert und als Analysewerkzeuge für die ausgewählten Materialien eingesetzt.
Nach einer theoretischen Einführung in die drei genannten Konzepte folgt eine detaillierte Analyse von zwei konkreten Materialien (ein Arbeitsheft und eine Stationsarbeit). Abschließend werden eigene Arbeitsblätter für das Thema „Erweitern und Kürzen“ konstruiert.
Die Arbeit wird wesentlich durch Begriffe wie Grundvorstellungen, Handlungsorientierung, Metakognition, Denkhürden bei der Bruchrechnung und Aufgabenanalyse definiert.
Die Autorin stellt fest, dass beide Hefte Defizite in der Umsetzung der modernen didaktischen Prinzipien aufweisen. Während eines der Hefte hauptsächlich algorithmisches Üben fördert, bietet das andere zwar mehr Ansätze, lässt jedoch eine tiefergehende metakognitive Begleitung vermissen.
Die Erweiterung von natürlichen Zahlen zu Bruchzahlen stellt für Schüler eine erhebliche kognitive Hürde dar, da grundlegende Überzeugungen (z.B. über die Ordnung von Zahlen) erschüttert werden. Das Verständnis dieser "Denkhürden" ist essentiell, um Förderunterricht erfolgreich zu gestalten.
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