Diplomarbeit, 2013
121 Seiten, Note: 1,8
Einleitung
Relevanz
Problemgegenstand
Zielsetzung und Methodik
Aufbau und Inhalte
1 Theoretische Grundlagen
1.1 Kulturkonzept
1.1.1 Lebenswelt
1.1.2 Kulturbegriff
1.1.2.1 Der offene erweiterte Kulturbegriff
1.1.2.2 Zugrunde gelegter Kulturbegriff
1.1.3 Enkulturation
1.1.3.1 Abgrenzung Akkomodation und Akkulturation
1.1.4 Interkulturalität
1.1.4.1 Zugrunde gelegte Definition Interkulturalität
1.1.5 Ansätze der Kulturanalyse
1.1.5.1 Makroanalytische Ansätze
Kulturstandards von Richard D. Lewis
Kulturdimensionen von Edward T. Hall,
Kulturdimensionen von Geert Hofstede
Kulturdimensionen von Trompenaars
1.1.5.2 Mikroanalytische Ansätze
Critical-Incident-Analyse von Alexander Thomas
1.1.5.3 Schlussfolgerungen zu den Kulturanalyse-Ansätzen
1.2 Coaching
1.2.1 Entstehung und Verwendung des Begriffs
1.2.2 Abgrenzung zu Training/Beratung/Supervision/Therapie/Mediation
1.2.2.1 Training
1.2.2.2 Beratung
1.2.2.3 Supervision
1.2.2.4 Therapie
1.2.2.5 Mediation
1.2.3 Systemisches Coaching
1.2.3.1 Einführung
1.2.3.2 Untersuchung der theoretischen Grundlagen
Was macht Systemisches Coaching systemisch?
Was macht Systemisches Coaching konstruktivistisch?
Was macht Systemisches Coaching prozessorientiert?
Was macht Systemisches Coaching lösungsorientiert?
1.2.3.3 Zugrunde gelegte Definition Systemisches Coaching
1.2.3.4 Vorgehensweise
Phasen des Gesamtcoaching-Prozesses
Ablauf einer Coachingsitzung
1.2.3.5 Methoden
1.3 Interkulturelles Coaching
1.3.1 Ansätze von Interkulturellem Coaching
1.3.2 Drei Perspektiven von Interkulturellem Coaching
1.3.2.1 Coaching als Interkulturelles Lernen
1.3.2.2 Coaching im multikulturellen Kontext
1.3.2.3 Transkulturelles Coaching
1.3.3 Zugrunde gelegtes Interkulturelles Coaching-Verständnis
1.3.3.1 Zugrunde gelegte Definition Interkulturelles Coaching
Verwendung der einzelnen Perspektiven
1.3.4 Abgrenzung von anderen Formen interkultureller Personalentwicklung
1.3.4.1 Interkulturelles Training
1.3.4.2 Interkulturelle Mediation
1.3.4.3 Interkulturelles Consulting
1.3.5 Kulturerfassungskonzepte
1.3.5.1 Das Eisbergmodell
1.3.5.2 Das Rucksackmodell
1.3.6 Methoden Interkulturelles Coaching
1.3.6.1 Systemische Fragetechniken
Zielfragen
Zirkuläre Fragen
Hypothetische Fragen
Ressourcenorientierte Fragen
Unterscheidungsfragen
Abschließende Fragen
1.3.6.2 Allgemeine Systemklärungs- und Analysemodelle
Das Teufelskreismodell – Das Innere Team
Die Klimakurve nach Duck
1.3.6.3 Interkulturelle Systemklärungs- und Analysemodelle
Die Kulturschockkurve nach Woesler
Das Riemann-Thomann-Kreuz
Das TOPOI-Modell
1.3.7 Anforderungen an den Interkulturellen Coach
1.3.7.1 Anforderungen im Bereich interkulturellen Handelns
Interkulturelle Kompetenz
Zugrunde gelegte Definition Interkulturelle Kompetenz
1.3.7.2 Anforderungen im Bereich Systemisches Coaching
Welche Kompetenzen braucht ein Interkultureller Coach?
1.3.7.3 Schlussfolgerungen Anforderungen an den Interkulturellen Coach
2 Interkulturelles Coaching-Konzept
2.1 Das zugrunde gelegte didaktische Konzept
2.1.1 Die konstruktivistische Didaktik
2.1.2 Drei Unterscheidungsperspektiven
2.1.2.1 Konstruktion
2.1.2.2 Rekonstruktion
2.1.2.3 Dekonstruktion
2.1.2.4 Der Zirkel von Konstruktion, Rekonstruktion und Dekonstruktion
Der Zirkel angewandt auf das vorliegende Interkulturelle Coaching-Konzept
2.1.3 Didaktische Prinzipien
2.1.3.1 Selbstgesteuertes Lernen
Selbstgesteuertes Lernen angewandt auf das Interkulturelle Coaching-Konzept
2.1.3.2 Beziehung Lehrender-Lernender
Beziehung angewandt auf das Interkulturelle Coaching-Konzept
2.1.3.3 Zugangsmöglichkeiten zu Inhalten und Beziehungen
Zugangsmöglichkeiten angewandt auf das Interkulturelle Coaching-Konzept
2.1.3.4 Handlungsorientierung
Handlungsorientierung angewandt auf das Interkulturelle Coaching-Konzept
2.1.3.5 Perspektivverschränkung
Perspektivverschränkung angewandt auf das Interkulturelle Coaching-Konzept
2.2 Spezifika des Interkulturellen Coaching-Konzepts
2.2.1 Differenzierter systemischer Ansatz
2.2.2 Rollenvarianten
2.2.2.1 Rollenverständnis und Haltung des Coach
2.2.2.2 Spezifika der Rollenvarianten
Trainer versus Interkultureller Coach als trainierender Coach
Berater versus Interkultureller Coach als beratender Coach
Feedbackgeber versus feedbackgebender Coach
2.2.2.3 Umgang mit Rollenvarianten
2.2.3 Umgang mit theoretischen Modellen und Methoden
3 Praxisbeispiel
3.1 Dokumentation Interkulturelles Coaching
Coachee
Anliegen der Coachee
Haus der Klärung von Thomann
Spielt Kultur eine Rolle?
Das TOPOI-Modell
Wissensinput zur weiteren Analyse – Kulturstandards von Alexander Thomas
3.2 Schlussfolgerungen
Zusammenfassung der Ergebnisse und Ausblick
Implikationen für die Forschung
Implikationen für die Praxis
Ausblick
Literaturliste
Ziel dieser Arbeit ist die theoretisch fundierte Entwicklung eines Interkulturellen Coaching-Konzepts aus erziehungswissenschaftlicher Perspektive, das als eigenständige Form der Personalentwicklung verstanden wird, um Akteuren in interkulturellen Kontexten Handlungsorientierung zu bieten.
1.1.2.1 Der offene erweiterte Kulturbegriff
Da sich die vorliegende Arbeit auf den offenen erweiterten Kulturbegriff gründet, soll hier ein tiefergehendes Verständnis nicht nur für den Begriff an sich, sondern auch für dessen Entwicklung im Rahmen des wissenschaftlichen Diskurses vermittelt werden. Darum soll im Folgenden der offene erweiterte Kulturbegriff zu dem Umdenken, das in den letzten Jahrzehnten im wissenschaftlichen Denken stattgefunden hat, in Bezug gesetzt werden.
Die Entwicklung vom geschlossenen erweiterten Kulturbegriff zum offenen erweiterten Kulturbegriff lässt sich mit Blick auf das Konzept der Ersten und Zweiten Moderne verdeutlichen, welches von Ulrich Beck auf dem Hintergrund des heutigen Globalisierungsprozesses entwickelt wurde. Beck unterscheidet zwischen der bisherigen „Ersten Moderne“, die wirtschaftlich und politisch durch das Nationalstaatensystem geprägt war und durch Strukturdenken und Kohärenz charakterisiert ist, und der „Zweiten Moderne“, die durch den heutigen Globalisierungsprozess eingeleitet wurde und durch Prozessdenken und Kohäsivität geprägt ist (siehe Abb. 2).
Im Sinne der Ersten Moderne hat Herder in seiner Schrift „Auch eine Philosophie der Geschichte von 1774 zur Bildung der Menschheit“ Kulturen und Nationalstaaten als „Kugeln“ bezeichnet, die den „Mittelpunkt der Glückseligkeit in sich“ trügen. Thomas Meyer hat diese Vorstellung 1997 in einer Rede aufgegriffen und für ein Umdenken plädiert: „das Kugelaxiom gegeneinander verschlossener Kulturen, das die Debatten der Gegenwart fortwährend narrt, durch etwas ganz Neues zu ersetzen: ein Verständnis von ‚Transkulturalität‘. Ein solches Konzept stellt von vornherein in Rechnung, dass sich in der Gegenwart die überlieferten Kulturen als Ergebnis ihrer vielfältigen Interaktionen immer schon intern in bestimmendem Maße durchdringen. Was wir wirklich beobachten können, ist eben nicht der Zusammenstoß von Kugeln, sondern das ‚Weben transkultureller Netze‘, die an unterschiedlichen Orten auf je eigene Weise dann zu Verdichtungen und Strukturbildungen führen, die nirgends mehr den ehrwürdigen Homogenitätsfiktionen der Überlieferung entsprechen, es sei denn als Ergebnis einer bloß inszenierten kulturellen Eigentlichkeit.“
1 Theoretische Grundlagen: Das Kapitel erarbeitet die theoretischen Fundamente, indem es das Kulturkonzept, die Definition und Abgrenzung von Coaching sowie die Konzepte des Interkulturellen Coachings in den Kontext der Erwachsenenbildung stellt.
2 Interkulturelles Coaching-Konzept: Hier wird ein didaktisches Konzept auf Basis der konstruktivistischen Didaktik entwickelt und mit spezifischen systemischen Ansätzen und Rollenvarianten für den Interkulturellen Coach verknüpft.
3 Praxisbeispiel: Dieses Kapitel dokumentiert die Anwendung des entwickelten Konzepts in einer Interkulturellen Coachingsitzung, um die theoretischen Modelle praktisch zu veranschaulichen.
Interkulturelles Coaching, Systemisches Coaching, Konstruktivistische Didaktik, Kulturkonzept, Interkulturelle Kompetenz, Kulturanalyse, Kulturstandards, TOPOI-Modell, Prozessorientierung, Handlungsorientierung, Personalentwicklung, Reflexion, Identitätsbildung, Kommunikation, Lebenswelt.
Die Arbeit entwickelt ein theoretisch fundiertes Interkulturelles Coaching-Konzept aus einer erziehungswissenschaftlichen Perspektive, das als eigenständige Organisationsform der Personalentwicklung dient.
Das Konzept integriert Erkenntnisse aus der Erziehungswissenschaft, Psychologie, Soziologie sowie der interkulturellen Wirtschaftskommunikation.
Interkulturelles Coaching zielt auf die individuelle Reflexion und Handlungsfähigkeit in interkulturellen Kontexten ab, während Training primär Wissensvermittlung und Mediation die direkte Konfliktlösung in eskalierten Situationen fokussiert.
Er dient als methodisches Rückgrat, um den Coachee als Experten für seine eigene Wirklichkeit zu begreifen und ihn bei der Konstruktion neuer, zielführender Handlungsoptionen zu unterstützen.
Der Hauptteil gliedert sich in die Bereiche Kulturkonzept (mit Analysetools), Coaching-Grundlagen (einschließlich systemischer Methoden) und die spezifische Ausgestaltung des Interkulturellen Coachings.
Zentral sind Begriffe wie Interkulturalität als Prozess, systemisches Denken, konstruktivistische Didaktik und die Rolle des Interkulturellen Coachs als Prozessbegleiter.
Es dient als Analyseinstrument, um eine spezifische Kommunikationssituation zwischen einer Lehrerin und indischen Eltern entlang der Dimensionen Sprache, Ordnung, Person, Organisation und Absicht auf kulturelle Konfliktursachen hin zu untersuchen.
Damit ist die Möglichkeit gemeint, dass der Coach situativ auch als Berater, Trainer oder Feedbackgeber agieren kann, ohne seine grundlegende symmetrische Coaching-Haltung aufzugeben.
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