Bachelorarbeit, 2013
47 Seiten, Note: 1,3
1 Einleitung
I. Theoretischer Teil
2 Metapherntheorien
2.1 Die Substitutionstheorie
2.2 Die Interaktionstheorie
2.3 Die Bildfeldtheorie
2.4 Die kognitive Metapherntheorie
3 Metaphern im öffentlich-politischen Diskurs
II. Empirischer Teil
4 Metapherngebrauch in der Berichterstattung über die Wirtschaftskrise in Spanien
4.1 Korpus und Methode
4.2 Auswertung des Korpus: Analyse im Hinblick auf Krankheitsmetaphorik
4.3 Zusammenfassung der Ergebnisse
5 Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht den Einsatz von Metaphern in der medialen Berichterstattung über die spanische Wirtschaftskrise. Dabei liegt der Fokus auf der Analyse, wie durch die Übertragung des Konzepts der Krankheit auf die ökonomische Situation komplexe Sachverhalte für die Bevölkerung verständlich gemacht werden und welche diskursiven sowie manipulativen Wirkungen diese Metaphorik erzielt.
4.2 Auswertung des Korpus: Analyse im Hinblick auf Krankheitsmetaphorik
Das schon lange in den Medien gebräuchliche Konzept DER STAAT IST EIN ORGANISMUS ist die Grundlage für jegliche Krankheitsmetaphorik. Das abstrakte Gebilde STAAT wird dabei in biologischen bzw. physiologischen Bildern veranschaulicht. Vor allem in Spanien ist diese Metapher durchaus seit langer Zeit gebräuchlich. Struktur und Funktionsweise des Staates und seiner einzelnen Teile werden dadurch veranschaulicht und gesellschaftliche Abläufe in Kategorien eines organisch-biologischen Funktionalismus verstanden. Die Komplexität des Sozialen wird also auf elementare biologische Zusammenhänge reduziert.
Ausgehend von diesem ontologischen Konzept lässt sich so das Subkonzept der WIRTSCHAFT ALS ORGANISMUS ableiten, mit dem abstrakte Vorgänge der Wirtschaftswelt und der dazugehörigen Krise metaphorisiert werden. Ausgehend von der Logik des spanischen Staates als natürlicher Organismus werden Krisen, in diesem Fall die spanische Wirtschaftskrise als Erkrankungen des Organismus verstanden. Die Sturkturmetapher DIE KRISE IST EINE KRANKHEIT impliziert also, dass der Staat/dessen Wirtschaft erkrankt ist. Wenn nun gilt DIE KRISE IST EINE KRANKHEIT, so kann man daraus wiederum -je nach Metapher- das Konzept DIE WIRTSCHAFT IST EIN PATIENT ableiten. Dessen Krankheit muss diagnostiziert und entsprechend behandelt werden.
Diese Konzeptmetaphern werden deshalb so häufig verwendet, weil die Menschen die komplexen Vorgänge während der Krise so besser nachvollziehen können: Wenn der Staat ein Körper ist, so können sie nachempfinden, was es heißt, wenn dieser krank und schwach ist. Krankheiten gehören zu den unmittelbaren physischen Erfahrungen der Menschen. Alle haben Krankheit schon am eigenen Leib erfahren und haben somit ein umfangreiches Wissen über die verschiedenen Faktoren des Konzepts KRANKHEIT.
1 Einleitung: Die Einleitung führt in die Bedeutung von Metaphern im Alltag sowie in der Politik ein und definiert das Ziel der Untersuchung anhand spanischer Zeitungsartikel.
2 Metapherntheorien: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über klassische Ansätze wie die Substitutions- und Interaktionstheorie bis hin zur modernen kognitiven Metapherntheorie.
3 Metaphern im öffentlich-politischen Diskurs: Hier wird erläutert, welche diskursive Funktion Metaphern zur Komplexitätsreduktion und Meinungsbildung in politischen Kontexten einnehmen.
4 Metapherngebrauch in der Berichterstattung über die Wirtschaftskrise in Spanien: Der empirische Teil analysiert anhand eines Korpus, wie Krankheitsmetaphern zur Beschreibung der spanischen Krise gezielt eingesetzt werden.
5 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und zeigt auf, wie Krankheitsmetaphern dazu dienen, Krisen als unabwendbar darzustellen und politische Verantwortung zu verschleiern.
Metapher, Krankheitsmetaphorik, Wirtschaftskrise, Spanien, Kognitive Metapherntheorie, Diskursanalyse, Politik, Medien, El País, El Mundo, Krisenwahrnehmung, Organismus, Komplexitätsreduktion, Krisenmanagement, Deutungsmuster
Die Arbeit untersucht den Gebrauch von Metaphern, insbesondere Krankheitsmetaphern, in der medialen Berichterstattung über die spanische Wirtschaftskrise.
Die zentralen Felder sind die kognitive Metapherntheorie, die politische Kommunikation und die sprachliche Konstruktion von Krisen in den Medien.
Ziel ist es, aufzuzeigen, wie durch die Metapher „Krise als Krankheit“ komplexe ökonomische Sachverhalte vereinfacht und durch die Politik instrumentalisiert werden.
Es wird eine korpusbasierte Analyse von Zeitungsartikeln der spanischen Presse unter Anwendung der kognitiven Metapherntheorie von Lakoff und Johnson durchgeführt.
Der Hauptteil gliedert sich in einen theoretischen Überblick zu Metapherntheorien und Diskursen sowie einen empirischen Teil, der die Anwendung der Metaphorik an realen Textbeispielen untersucht.
Krankheitsmetaphorik, Wirtschaftskrise, Spanien, kognitive Linguistik und politische Diskursanalyse sind die prägenden Begriffe.
Sie suggeriert, dass die Krise ein natürliches, unvermeidbares Ereignis ist, wodurch politische Entscheidungsträger aus der direkten Verantwortung entlassen werden.
Sie dienen als kognitives Grundgerüst, um ökonomische Probleme als physische Leiden des Staates zu rahmen, was nach einer „Heilung“ durch radikale Sparmaßnahmen verlangt.
Die Arbeit zeigt, dass vor allem konventionalisierte Krankheitsmetaphern genutzt werden, um eine vermeintliche Evidenz und Alternativlosigkeit der politischen Maßnahmen zu erzeugen.
Die Autorin kommt zu dem Schluss, dass Metaphern eine hohe manipulative Kraft besitzen, da sie die Realitätswahrnehmung der Bevölkerung unbemerkt strukturieren.
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