Diplomarbeit, 2002
132 Seiten, Note: 1,3
1 EINLEITUNG
2 ZUM BEGRIFF DER ANGST
2.1 Angst: Ein menschliches Phänomen des Seins
2.2 Angst bei Kierkegaard
2.3 Angst im neurobiologischen, neuropsychologischen und lerntheoretischen Kontext
2.4 Angst als biologische Erscheinung
3 ANGST ALS KRANKHEIT - ANGST IM ÜBERMAß
3.1 Normale und abnormale? - reale und krankhafte Angst
3.2 Die (klinischen) Angststörungen
3.2.1 Die neurotische Angst
3.2.2 Phobische Ängste
3.2.3 Agoraphobie
3.2.4 Soziale Phobie
3.2.5 Panikstörungen
3.2.6 Zwangskrankheiten
3.2.7 (Post)Traumatische Belastungsstörungen
3.3 Angst und Depression
4 WAHRNEHMUNG UND ERLEBEN VON ÄNGSTEN
4.1 Ängste als Belastung und Problem
4.1.1 Das Leiden an der Angst
4.1.2 Die Dimensionen von Ängsten
4.2 Angst und Persönlichkeit
4.2.1 Individuelle Disposition und Grundängste
4.2.2 Angstneigung : Angst und Ängstlichkeit
4.3 Angst als (anthropologische) Konstante
4.4 Angstentwicklung in der Lebensspanne
4.5 Angsterleben im Kontext von Kultur und Gesellschaft
4.5.1 Angst und Furcht im Mittelalter
4.5.2 Angst im Abendland
5 ANGSTZUSTAND BEI INDIVIDUUM UND GESELLSCHAFT
5.1 Angst als Problem
5.1.1 Das Zeitalter der Angst ? -kurzer Abriss der Situation
5.3.2 Abwehrmechanismen
5.2 Angst als Abbild gesellschaftlicher Zustände –
Gesellschaftliche Probleme mit und durch die Angst
5.3 „Der neurotische Mensch unserer Zeit“ - Neurosen als kulturelles Abbild
5.4 Typische Ängste unserer Tage
5.4.1 Existenzängste
5.4.2 Leistungsangst, Versagensängste und Angst vor Misserfolg
5.4.3 Diffusität und neue Abhängigkeiten- Angstquellen und Technikdominanz
(Angst, Technik und Konsum)
5.5 Strukturelle Ursachensuche - belastende Bedingungen
5.5.1 Stress und Angst
5.5.2 Kapitalismus und Angst : Anpassung und Entfremdung
5.5.3 Furcht vor der Freiheit
6 ZUM UMGANG MIT DER ANGST
6.1 Exkurs : Der Mensch in der pathologischen Gesellschaft (nach Erich Fromm)
6.2 Angst und der „Gesellschafts-Charakter“
6.2.1 Der „sozial-typische“ Charakter der (vergesellschafteten) Menschen
6.2.2 Angstumgang und der Gesellschaftscharakter
6.3 Strategien der Angstbewältigung
6.4 Umgang mit Angst lernen ? - Chancen und Möglichkeiten
7 ZUSAMMENFASSUNG UND AUSBLICK
8 FAZIT
Die Arbeit untersucht die Ursachen, Erscheinungsformen und gesellschaftlichen Implikationen von pathologischer Angst. Das zentrale Ziel ist es, die Verbindung zwischen individuellem Angsterleben und gesellschaftlich produzierten Strukturen zu analysieren sowie Strategien für einen konstruktiven Umgang mit Angst im modernen Alltag aufzuzeigen.
2.1 Angst: Ein menschliches Phänomen des Seins
Der Zustand der Angst ist eine ambivalente Angelegenheit. Nicht ohne Grund gibt es wohl die Redewendung: „Angst verleiht Flügel!“ Die Angst ist eine Emotion, die uns manchmal in die Lage versetzen mag, Dinge zu tun, die wir im gelassenen, im entspannten Zustand wohl nicht vollbringen würden, uns zu besonderen Leistungen anspornt. Sie ist ein vieldimensionaler und vielschichtiger Wahrnehmungszustand.
Ihre Existenz hat Gründe, Sinn, wie jede andere menschliche Empfindung auch. Wenn man die Verhaltensebene betrachtet, hindert sie uns vor vorschnellen Aktionen, sie mag uns ein gewisses Maß an Bodenhaftung sichern und vor Leichtsinnigkeiten schützen. Oft spricht man aber auch von Furcht, ein Begriff, der manchmal anstelle der Angst gebraucht wird. So vermischen sich im Sprachgebrauch zum Teil diese Begriffe, wenn es um die Zustandsbeschreibung dieser Emotion, dieses Unbehagenheitsgefühls geht, was es wohl zu sein scheint, denn die Angst wird wohl in den seltensten Fällen als positives Erleben gewertet. Diese unliebsame Facette macht auch etwas Hauptsächliches aus: Sie ist eine Fessel, die lähmt und behindert, besonders in den Fällen, wenn sie einen lebensdominierenden Einfluss ausübt, wenn sie das alltägliche Geschehen kontrolliert oder durch ein Übermaß auffällt.
1 EINLEITUNG: Die Einleitung führt in die Universalität des Angstbegriffs ein und umreißt die Notwendigkeit, sowohl individuelle als auch gesellschaftliche Bedingungsfaktoren für pathologische Angst zu untersuchen.
2 ZUM BEGRIFF DER ANGST: Dieses Kapitel definiert Angst als existenzielles Phänomen, differenziert zwischen Angst und Furcht und beleuchtet die neurobiologischen sowie philosophischen Hintergründe.
3 ANGST ALS KRANKHEIT - ANGST IM ÜBERMAß: Hier werden klinische Krankheitsbilder wie Panikstörungen, Phobien und Zwangskrankheiten systematisch dargestellt und von normalen Angstreaktionen abgegrenzt.
4 WAHRNEHMUNG UND ERLEBEN VON ÄNGSTEN: Dieses Kapitel vertieft das subjektive Erleben von Angst als Belastung, ihre Verbindung zur Persönlichkeitsstruktur und den Einfluss von Kultur und Lebensspanne.
5 ANGSTZUSTAND BEI INDIVIDUUM UND GESELLSCHAFT: Das Kapitel analysiert Angst als strukturelles Problem moderner Gesellschaften, insbesondere in Bezug auf Leistungsdruck, Entfremdung und die Rolle von Institutionen.
6 ZUM UMGANG MIT DER ANGST: Der Hauptteil diskutiert theoretische Ansätze zur Gesellschaftskritik, wie jene von Erich Fromm, und erörtert praktische Strategien zur Angstbewältigung.
7 ZUSAMMENFASSUNG UND AUSBLICK: Das Fazit synthetisiert die Erkenntnisse über die biologische, psychologische und soziologische Dimension der Angst und plädiert für einen bewussteren gesellschaftlichen Umgang.
8 FAZIT: Das Kapitel schließt mit einer philosophischen Betrachtung der Angst als Enge und betont die Notwendigkeit, durch Kommunikation und persönliche Reflexion Wege aus der Lähmung zu finden.
Angst, Furcht, Angststörungen, Panikattacken, Neurose, Gesellschaftskritik, Entfremdung, Kapitalismus, Psychologie, Soziologie, Stress, Bewältigungsstrategien, Existenzangst, Verhaltenstherapie, seelische Gesundheit.
Die Diplomarbeit untersucht das komplexe Spannungsfeld zwischen der menschlichen Angst als natürlicher Emotion und ihrer pathologischen Steigerung durch sozioökonomische und kulturelle Bedingungen in der modernen Gesellschaft.
Die Arbeit behandelt die philosophische Einordnung der Angst, klinische Störungsbilder, die Rolle von Erziehung und Sozialisation sowie die systemische Kritik an modernen Lebensweisen (Kapitalismus, Technik, Entfremdung).
Ziel ist es aufzuzeigen, dass Angst nicht nur ein individuelles klinisches Problem darstellt, sondern tief in den Strukturen unserer Leistungsgesellschaft verwurzelt ist und daher eine gesamtgesellschaftliche Betrachtung erfordert.
Die Arbeit nutzt eine interdisziplinäre methodische Herangehensweise, indem sie psychologische, verhaltensbiologische, soziologische und philosophische Theorien verknüpft, um das Phänomen Angst ganzheitlich zu erklären.
Der Hauptteil analysiert, wie moderne Lebensbedingungen (Leistungsdruck, Technik, Entfremdung) psychische Anspannungen verstärken und welche psychodynamischen Abwehrmechanismen Menschen entwickeln, um diesen Belastungen zu begegnen.
Die zentralen Schlagworte sind Angst, Angststörungen, Entfremdung, Leistungsdruck, psychische Gesundheit, Gesellschaftskritik und Bewältigungsstrategien.
Der Begriff beschreibt bei Erich Fromm die Art und Weise, wie die Gesellschaft ihre Mitglieder durch Erziehung und soziale Normen so formt, dass ihr individueller Charakter den Anforderungen des ökonomischen Systems entspricht, was Angst als Kontrollinstrument nutzt.
Die Arbeit argumentiert, dass eine reine Pathologisierung und Verdrängung der Angst den persönlichen Reifeprozess behindert, da Angst eine notwendige Signal- und Schutzfunktion besitzt, wenn sie als Anstoß zur Veränderung wahrgenommen wird.
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