Bachelorarbeit, 2014
65 Seiten, Note: 1,7
Medien / Kommunikation - Public Relations, Werbung, Marketing, Social Media
1. Einleitung
2. Fragestellung und Hypothesen
2.1. Methodik
2.2. Datenbasis
3. Literatur und Stand der Forschung
3.1. Geschichte der Selbstinszenierung in Malerei und Fotografie
3.1.1. Das (Selbst-)Porträt in der Malerei
3.1.2. Das (Selbst-)Porträt in der Fotografie
3.2. Selbstinszenierung im Alltag und Impression Management
3.2.1. Selbstdarstellung im Alltag nach Erving Goffman
3.2.2. Impression Management
3.3. Visuelle Wende in Social Media im Kontext der Ästhetisierung des gesellschaftlichen Lebens
4. Bildanalyse
4.1. Visuelle Selbstinszenierung prominenter Persönlichkeiten in sozialen Medien
4.1.1. Die Euphorischen
4.1.2. Das kontextvergessene Selfie
4.1.3. Das Prominenten-Spiegel-Selfie
4.1.4. Das PR-Selfie
4.2. Visuelle Selbstinszenierung junger Menschen im Alltagskontext in sozialen Medien
4.2.1. Die Facetten des Spiegel-Selfies
4.2.2. Das On-The-Top-Of-Selfie
4.2.3. Das ethisch fragliche Selfie
5. Schlussbetrachtung
Die Arbeit untersucht das zeitgenössische Phänomen des Selfies als visuelles Instrument der Eindruckssteuerung unter Berücksichtigung der kunsthistorischen Tradition sowie aktueller sozialwissenschaftlicher Theorien zum Impression Management und der ästhetischen Wahrnehmung.
3.1.1. Das (Selbst-)Porträt in der Malerei
Der Ursprung der Porträtmalerei liegt laut Beyer in der Antike und in der Legende um den griechischen Töpfer Butades, der einen an die Wand geworfenen Schattenriss seiner Tochter mit Ton auffüllte und das daraus entstandene Relief brannte. Zur damaligen Zeit dienten Porträts lediglich dem Zweck, die Erinnerungen an die Toten zu bewahren, sowie zeitliche und räumliche Distanzen zu überwinden.
Mit der Spätantike verlor die individualisierende und realitätsnahe Darstellung gesellschaftlich geachteter Persönlichkeiten in der Kunst für viele Jahrhunderte an Bedeutsamkeit und gewann erst mit dem späten Mittelalter wieder zunehmend an Relevanz. Fürsten, Adlige und Kleriker, später auch Kaufleute, Gelehrte und Künstler ließen sich fortan in Form von Porträts darstellen und verschafften sich auf die Weise Renommee. Bekannte Künstler wie beispielsweise Albrecht Dürer, Nicolas Poussin oder Rembrandt begannen auch sich selbst zu porträtieren. Eines der bekanntesten Werke dieser Zeit ist das Selbstbildnis im Pelzrock von Albrecht Dürer aus dem Jahr 1500, auf dem er sich christusgleich inszeniert.
Schneider bezeichnet die Zeit vom Spätmittelalter bis zum 17. Jahrhundert als Die große Zeit des Porträts. Ebenso wie die Bedeutung des Porträts an sich, entwickelte sich auch die Form der Darstellung weiter. Ging es anfangs noch um die exakte und originalgetreue Abbildung des Dargestellten, so öffnete sich die Kunst bereits Ende des 15. Jahrhunderts einer gewissen Psychologisierung, welche sich in einer Art Inszenierung und in der „Darstellung seelischer Befindlichkeiten, Mitteilung von Stimmungen, gedanklichen Haltungen und moralischen Einstellungen“ widerspiegelte.
1. Einleitung: Einführung in die Thematik des Selfies als modernes Phänomen der Selbstdarstellung und Präsentation der zentralen Forschungsfrage.
2. Fragestellung und Hypothesen: Festlegung des Forschungsinteresses zur Bewertung des Selfies als Instrument der Eindruckssteuerung sowie Formulierung prüfbarer Hypothesen.
3. Literatur und Stand der Forschung: Theoretische Fundierung durch die Geschichte der Selbstinszenierung, soziologische Ansätze nach Goffman und Konzepte des Impression Managements.
4. Bildanalyse: Empirische Untersuchung verschiedener Selfie-Kategorien anhand einer Case Study, unterteilt in prominente und nicht-prominente Akteure.
5. Schlussbetrachtung: Synthese der Ergebnisse zur Bedeutung des Selfies für das persönliche Impression Management und Ausblick auf zukünftigen Forschungsbedarf.
Selfie, Selbstdarstellung, Impression Management, visuelle Inszenierung, Soziale Medien, Eindruckssteuerung, Porträtmalerei, Fotografie, Neue Ästhetik, Erving Goffman, Identität, Körperlichkeit, Ethik, Bildanalyse, Selbstvermarktung.
Die Arbeit untersucht das Phänomen des Selfies als ein Instrument der visuellen Selbstdarstellung und Eindruckssteuerung, das sowohl in historischen als auch in modernen Kontexten eine zentrale Rolle spielt.
Die zentralen Themen umfassen die Geschichte der Selbstinszenierung in Malerei und Fotografie, soziologische und psychologische Theorien des Impression Managements sowie die Bedeutung ästhetischer Wahrnehmung in den sozialen Medien.
Das Ziel ist es, das Selfie als Instrument der Eindruckssteuerung zu bewerten und dabei Unterschiede zwischen prominenten und nicht-prominenten Akteuren sowie ethische Implikationen aufzuzeigen.
Die Arbeit nutzt eine theoretische Vorgehensweise unter Einbeziehung philosophischer Theorien (Neue Ästhetik) und der Semiotik, kombiniert mit einer Case Study zur Analyse ausgewählter Bildbeispiele.
Der Hauptteil gliedert sich in einen Literaturteil, der die theoretischen Grundlagen abdeckt, und einen Analyseteil, der konkrete Selfie-Kategorien (z. B. Spiegel-Selfie, PR-Selfie) untersucht.
Zu den Kernbegriffen zählen Impression Management, Selbstdarstellung, visuelle Inszenierung, soziale Netzwerke, Identitätsaufbau und ästhetische Wahrnehmung.
Prominente nutzen Selfies oft strategisch, um Status, Prestige und Zugehörigkeit zu elitären Kreisen zu demonstrieren, wohingegen nicht-prominente Personen diese Inszenierungen häufig als Vorbilder kopieren.
Das Beispiel des Auschwitz-Selfies verdeutlicht, dass oft naive oder gedankenverlorene Inszenierungen gesellschaftliche ethische Normen verletzen können, was zu einem missglückten Impression Management führen kann.
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