Masterarbeit, 2012
93 Seiten
1. AFFEKTIVE STÖRUNGEN
1.1 Definition
1.2 Klassifikation von affektiven Störungen
1.3 Störungstheorien und Erklärungsmodelle
1.4 Häufigkeiten affektiver Störungen
1.5 Ätiopathogenese bei affektiven Störungen
1.6 Psychogenese bei affektiven Störungen
2. ZUSAMMENHÄNGE VON AFFEKTIVEN STÖRUNGEN MIT INDIVIDUELLEN UND SOZIALEN DEFIZITEN
2.1 Hohe Erwartungshaltungen und Perfektionismus
2.2 Macht und Kontrolle
2.3 Angst
2.3.1 Grundformen der Angst
2.3.2 Die Begriffsverschränkung von Dynamik und Angst
2.4 Übertriebenes Sicherheitsdenken
3. DAS DYNAMISCHE 12 EBENEN MODELL
3.1 Einführung in das dynamische 12 Ebenen Modell
3.2 Die psychologischen Bezüge zum dynamischen 12 Ebenen Modell
3.2.1 Harvard-Studie – ‚Entwicklung im Lebensalter‘
3.2.2 Das Inhaltsmodell der Motivation von Maslow
3.2.3 Petzolds 5 Säulen der Identität
3.3 Die Anwendung des dynamischen 12 Ebenen Modells in der Praxis
3.3.1 Die zentrale Bedeutung des Erstgespräches im 12 Ebenen Modell
3.3.2 Phase 1 – Das Erstgespräch und das kooperative Arbeitsbündnis
3.3.3 Phase 2 – Aktivitätsaufbau und Aufbau von sozialer Kompetenz
3.3.4 Phase 3 – Kognitive Umstrukturierung
3.3.5 Phase 4 – Stabilisierung der PatientInnen
4. EINFÜHRUNG IN DIE MUSIKTHERAPEUTISCHE KONZEPTION
4.1 Methodologie
4.1.1 Der Handlungsansatz
4.1.2 Das Handlungsprinzip
4.1.3 Die musiktherapeutischen Handlungsmittel
4.1.4 Das musiktherapeutische Handlungsziel
4.2 Methodik – Handlungsformen
4.2.1 Improvisation mit Musikinstrumenten
4.2.2 Regulative Musiktherapie (RMT)
4.2.3 Bewegungsimprovisation zur Musik
4.2.4 Gruppensingtherapie & Improvisation mit Stimme
4.2.5 Musikalisches Für-Spiel
5. UNTERSUCHUNGSANLAGE
5.1 Fragestellungen
5.2 Hypothesen
5.3 Beschreibung der Untersuchungsgruppen
5.4 Methoden der Untersuchung
5.4.1 Fragebogen A – Stundeneinschätzung bei Gruppenmusiktherapie
5.4.2 Fragebogen B – Selbsteinschätzung – Dynamisches 12 Ebenen Modell
6. DARSTELLUNG DER AUSWERTUNGEN
6.1 Auswertungen der Stundeneinschätzung – Fragebogen A
6.2 Auswertung der Fragebögen B
6.3 Bestätigung der Hypothesen
7. DISKUSSION
8. ZUSAMMENFASSUNG
Die Arbeit untersucht die Anwendung des dynamischen 12 Ebenen Modells in der Musiktherapie bei PatientInnen mit affektiven Störungen, um durch die Identifikation individueller Ressourcen und Erwartungshaltungen eine positive Verhaltensveränderung und Stabilisierung zu erreichen.
2.2 Macht und Kontrolle
Die Ausübung von Macht und Kontrolle ist eng mit hohen Erwartungshaltungen und Perfektionismus, mit bewussten und unbewussten Zwängen gekoppelt, denn es gibt ‚immer‘ etwas zu beanstanden und zu kritisieren, immer etwas zu finden, was ‚nicht passt‘. Dabei geht es solchen Menschen vor allem darum, den eigenen Willen durchzusetzen und die oberste Instanz zu sein, welche bestimmt, was richtig oder falsch, gut oder böse ist (Zoebl, 2010). Vor allem zwanghafte Persönlichkeiten üben bewusst oder auch unbewusst Macht aus. Sie wollen, dass nichts Ungewolltes und Unvorhersehbares ausgelöst wird oder passiert. So kommen sie vor lauter Absicherung, Selbst- und Fremdkontrolle nicht mehr dazu, wirklich zu ‚leben‘ (Kast, 2001; Riemann, 1999).
Erinnerungsprotokoll – Herr K.: Herr K. – depressiver Patient mit zusätzlich starkem Zwangscharakter – erst seit kurzer Zeit in Einzelmusiktherapie. Nach unserer freundlichen Begrüßung hatte ich ihn gebeten, dass er es sich auf der weichen Therapieliege so gemütlich wie möglich machen sollte, um sich dann seinen Einfällen, Ideen und Gedanken überlassen zu können. Darauf sagte er verärgert: „Ja, aber dann muss ich doch an den gesamten, verdammten Mist denken, den ich ständig mit mir herumtrage, und alles läuft mir dabei aus dem Ufer und ich klinke mich nie mehr ganz ein.“ Er drückte damit wohl aus, wie vieles er im Laufe der Zeit durch seine ständige Selbstkontrolle schon verdrängt hatte.
Eine tragende Rolle bei zwanghaften Persönlichkeiten spielen Zeit, Pünktlichkeit, Geld und Sparsamkeit. An ihnen treten auch Machttrieb, Kontrolle, Starre und Pedanterie am deutlichsten hervor. Zeiten müssen genau eingehalten werden und das Geld wird stets nach klaren Regeln verteilt. Nötige Neuanschaffungen werden zu einer Tragödie und ihre Notwendigkeit wird immer wieder diskutiert. Bei schweren zwanghaften Zügen muss der/die PartnerIn einfach nur noch funktionieren, ohne dabei die eigenen Wünsche äußern zu können (Kast, 2001). Die Betroffenen sind außerordentlich gewissenhaft und spielen gerne den ‚Moralapostel‘. Sie nehmen sowohl bei sich als auch bei anderen alles sehr genau und zeigen nur selten offen ihre Gefühle. Da ihre alltäglichen Beziehungen konventionell, formal und ernst sind, vermitteln sie anderen Menschen häufig einen ‚steifen Eindruck‘. Auf soziale Kritik, vor allem von Vorgesetzten oder Autoritäten, reagieren sie ausgesprochen sensibel (vgl. Möller et al., 2009, S. 367f.).
1. AFFEKTIVE STÖRUNGEN: Dieses Kapitel definiert und klassifiziert affektive Störungen, beleuchtet Erklärungsmodelle, Häufigkeiten sowie die Ätiopathogenese und Psychogenese.
2. ZUSAMMENHÄNGE VON AFFEKTIVEN STÖRUNGEN MIT INDIVIDUELLEN UND SOZIALEN DEFIZITEN: Hier werden spezifische Phänomene bei betroffenen PatientInnen wie Perfektionismus, Macht, Kontrolle, Angst und Sicherheitsdenken analysiert.
3. DAS DYNAMISCHE 12 EBENEN MODELL: Es erfolgt die Einführung des Modells, die Darstellung psychologischer Bezüge und die Erläuterung der praktischen Anwendung in den verschiedenen Therapiephasen.
4. EINFÜHRUNG IN DIE MUSIKTHERAPEUTISCHE KONZEPTION: Dieses Kapitel erläutert die methodologischen Grundlagen und die verschiedenen musiktherapeutischen Handlungsformen.
5. UNTERSUCHUNGSANLAGE: Beschreibung des methodischen Aufbaus der Untersuchung, inklusive der verwendeten Fragebögen und der Beschreibung der Untersuchungsgruppen.
6. DARSTELLUNG DER AUSWERTUNGEN: Die Ergebnisse der empirischen Datenerhebung aus den Fragebögen A und B werden hier präsentiert und ausgewertet.
7. DISKUSSION: Eine kritische Auseinandersetzung mit der Methodik und den gewonnenen Erkenntnissen der Forschungsarbeit.
8. ZUSAMMENFASSUNG: Abschließende Darstellung der Ergebnisse und der Wirksamkeit des dynamischen 12 Ebenen Modells.
Affektive Störungen, individuelle und soziale Defizite, Improvisation, Dynamik, Angst, Kontrolle, Motivationsmodell, Maslow, Perfektionismus, Schwabe, regulative Musiktherapie, Petzold, Identität, Erstgespräch, 12 Ebenen Modell
Die Arbeit beleuchtet die musiktherapeutische Arbeit mit PatientInnen, die unter affektiven Störungen leiden, und evaluiert den Einsatz eines spezifischen Behandlungsmodells.
Zentrale Themen sind affektive Störungen, die Verknüpfung von Perfektionismus und Kontrolle, sowie die Anwendung des dynamischen 12 Ebenen Modells in der Musiktherapie.
Das Ziel ist zu untersuchen, wie PatientInnen durch musiktherapeutische Arbeit ihre hohen Erwartungshaltungen erkennen und in Zukunft positiv verändern können.
Es handelt sich um eine praxisorientierte musiktherapeutische Untersuchung, die über einen Zeitraum von zwei Jahren mittels speziell entwickelter Fragebögen zur Selbsteinschätzung Daten von 90 PatientInnen auswertet.
Der Hauptteil umfasst die theoretischen Grundlagen affektiver Störungen, die Zusammenhänge mit individuellen Defiziten, die detaillierte Beschreibung des 12 Ebenen Modells und die musiktherapeutische Konzeption.
Wichtige Begriffe sind affektive Störungen, 12 Ebenen Modell, Musiktherapie, Selbstwahrnehmung, Perfektionismus und Ressourcenaktivierung.
Der Autor nutzt Heisenbergs Unschärferelation, um zu verdeutlichen, dass der Beobachter untrennbar mit dem Beobachteten verbunden ist, was die achtsame Durchführung der musiktherapeutischen Untersuchung beeinflusste.
Es bildet im 12 Ebenen Modell das Fundament, um erste Grundakkorde und Dynamiken der PatientInnen zu erspüren und ein kooperatives Arbeitsbündnis zu vereinbaren.
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