Masterarbeit, 2014
196 Seiten, Note: Sehr gut
Abstract
Einleitung
I. Theoretischer Teil
1.1. Wirtschaft und Ökonomie
1.2. Wirtschaft im historischen Kontext
1.3. Wirtschaft und komplexe Rahmenbedingungen
2. Orthodoxe Ökonomie (Mainstream-Ökonomie)
2.1. Begriff und Abgrenzungskriterien zur Heterodoxen Ökonomie
2.1. Das Paradigma der Neoklassik
2.2. Neoliberalismus
3. Heterodoxe Ökonomie
3.1. Begriff
3.2. Ausgewählte Ansätze und Theorien Heterodoxer Ökonomie
3.2.1. Marxismus und Radikale Ökonomie
3.2.2. Keynesianismus und Neokeynesianismus
3.2.3. Feministische Ökonomie
3.2.4. Österreichische Schule der Ökonomie
4. Aktueller Stand der heterodoxen Ökonomie-Forschung
5. Kritik und Ausblick
II. Pädagogischer Teil
1. Rahmenbedingungen für heterodoxen Ökonomie-Unterricht
1.1. Dominanz und Schwächen orthodoxer Lehrbücher
1.2. Heterodoxer Ökonomieunterricht an Berufsbildenden Höheren Schulen (BHS)
1.3. Heterodoxer Ökonomieunterricht an Fachhochschulen
1.3.1. VWL-Curricula an österreichischen Fachhochschulen
1.3.2. Analyse des VWL-Lehrinhalte an den österreichischen Fachhochschulen
2. Heterodoxe Ökonomie lehren
2.1. Unterrichtsmodi der Heterodoxen Ökonomie
2.1.1. Heterodoxer VWL-Unterricht als Enrichment
2.1.2. Modulare Vermittlung heterodoxer Theorieansätze
2.1.3. Orthodoxe und Heterodoxe Ökonomie als Parallelperspektive
2.2. Heterodoxe Ökonomie im Blickwinkel unterschiedlicher Lehrertypen
3. Lehrerfortbildung und Heterodoxe Ökonomie
3.1. Pädagogik der Heterodoxen Ökonomie - Umdenken durch „Andersdenken“
3.2. Synopse Heterodoxer Ökonomie und wirtschaftsethischer Problemfelder
3.3. Literaturempfehlungen zur Heterodoxen Ökonomie
3.4. Heterodoxe Ökonomie im Internet
III. Anhang
Anhang 1: Die mächtigsten 50 Konzerngruppen und deren Lenkungsmacht
Anhang 2: Auszug aus dem Lehrplan der Handelsakademie (BGBL II, Nr. 291, 19. Juli 2004)
Anhang 3: The Economist’s Oath
Anhang 4: Informationsblatt „Der Multiplikatoreffekt“
Anhang 5: Einstieg in die Heterodoxe Ökonomie (geeignet für BHS)
IV. Verzeichnisse
Die Masterarbeit untersucht, ob Alternativen zum Mainstream der neoklassischen Modellökonomie existieren. Ziel ist es, den Status quo der Wirtschaftswissenschaften kritisch zu beleuchten, die Heterodoxe Ökonomie als pluralistische Alternative vorzustellen und konkrete didaktische Konzepte für den Unterricht an berufsbildenden Schulen sowie Fachhochschulen zu erarbeiten.
3.2.1. Marxismus und Radikale Ökonomie
Die Neoklassik greift gegen Mitte des 19. Jahrhunderts, wie es der Begriff bereits zum Ausdruck bringt, auf die klassische Ökonomie zurück, wobei es im Kern nicht mehr um die Analyse des inneren Zusammenhang der Gesellschaft geht, sondern das Augenmerk vor allem auf die Marktbeziehung gerichtet ist. Im Mittelpunkt steht nicht mehr die wirtschaftliche Entwicklung einer Volkswirtschaft, sondern die Allokation von knappen Gütern. Der Kapitalismus erscheint als die höchste Stufe der menschlichen Entfaltung, ohne vernünftige Alternative, herausgelöst aus seiner geschichtlichen Entwicklung (Senftleben 2007, 47).
Der große Verdienst von Karl Marx für die Heterodoxe Ökonomie liegt im Entwurf einer wirtschaftstheoretischen Gegenkonzeption zur Neoklassik. Edgar Salin beschreibt den Stellenwert von Karl Marx für die Volkswirtschaftslehre wie folgt:
[...] an theoretischer Begabung allen "reinen" Ökonomen vor und nach ihm ebenbürtig, an Tatsachenkenntnis und Tatsachenforschung allen überlegen, ein geborener Historiker und ein geborener Politiker, dazu ein geschulter Demagog, hat Marx (1818-1883) durch die Einordnung der Ökonomik in eine Art Gesellschaftslehre, durch den Bruch mit der naturgesetzlichen Ordnung, durch die Begründung eines "Naturgesetzes der Bewegung", zugleich den Sozialismus eine ökonomische Bedeutung gesichert und ihn als Antithese mit dem Schicksal der "Bourgeoisie", des Kapitalismus, des Individualismus, der "Klassik" verknüpft. (Salin [1929] 2007, 69)
Im 1867 erschienenen Hauptwerk „Das Kapital. Kritik der Politischen Ökonomie“ entwickelt Karl Marx die allgemeinen Bewegungsgesetze der kapitalistischen Produktionsweise, wobei er als Begründer des „wissenschaftlichen Sozialismus“ auf moralische Urteile verzichtet. Das theoretischen Gesamtsystem widmet sich drei zentralen Aspekten (Kurz 2008, 224): 1.) Wert- und Mehrwerttheorie, 2.) Wert- und Preistheorie: Das Transformationsproblem, und 3.) Reproduktion, Akkumulation und Krisen.
I. Theoretischer Teil: Dieses Kapitel analysiert die historische Entwicklung ökonomischer Denkschulen, kritisiert die neoklassische Mainstream-Ökonomie und führt in die Grundlagen und verschiedenen Strömungen der Heterodoxen Ökonomie ein.
II. Pädagogischer Teil: Hier werden die Rahmenbedingungen für die ökonomische Lehre untersucht, aktuelle Lehrbücher kritisch analysiert und didaktische Konzepte zur Einbettung heterodoxer Inhalte entwickelt.
III. Anhang: Enthält ergänzende Materialien wie historische Lehrpläne, ethische Kodizes für Ökonomen und visualisierte Netzwerkanalysen zur Unterstützung der theoretischen Inhalte.
IV. Verzeichnisse: Bietet ein systematisches Abbildungsverzeichnis, ein Tabellenverzeichnis sowie eine umfangreiche Literaturliste zur weiteren Recherche.
Heterodoxe Ökonomie, Pluralismus, Wirtschaftswissenschaften, Neoklassik, Neoliberalismus, Wirtschaftspädagogik, Didaktik, Marktgleichgewicht, Systemtheorie, Wirtschaftsethik, Marxismus, Keynesianismus, Institutionenökonomie.
Die Arbeit befasst sich mit der methodischen Einseitigkeit der neoklassischen Mainstream-Ökonomie und erarbeitet Wege, wie Pluralität und alternative Ansätze der Heterodoxen Ökonomie sowohl theoretisch als auch didaktisch in die Lehre integriert werden können.
Die Arbeit deckt die historische Entwicklung ökonomischen Denkens, die Systemkritik an Neoklassik und Neoliberalismus, die Identität und Vielfalt heterodoxer Strömungen sowie deren praktische Vermittlung im Unterricht an BHS und Fachhochschulen ab.
Das Ziel ist die theoretische Aufarbeitung heterodoxer Gegenentwürfe zum ökonomischen Mainstream und die Bereitstellung eines praxisnahen didaktischen Fundaments für Lehrende, um ein kritisch-reflektiertes Verständnis der Wirtschaft zu fördern.
Die Arbeit nutzt eine dogmengeschichtliche Analyse der Ökonomie sowie eine kritische Auseinandersetzung mit Lehrinhalten und Curricula im österreichischen Bildungssystem.
Der Hauptteil gliedert sich in einen theoretischen Block, der verschiedene heterodoxe Strömungen (Marxismus, Keynesianismus, Feministische Ökonomie, Österreichische Schule, Neue Institutionenökonomik) systematisiert, und einen pädagogischen Block, der konkrete Umsetzungsmöglichkeiten für die Lehre bietet.
Zu den zentralen Begriffen gehören Heterodoxe Ökonomie, Pluralismus, Mainstream-Ökonomie, didaktische Transformation, kritische Reflexion und wirtschaftsethische Problemfelder.
Die Analyse zeigt, dass das VWL-Angebot an vielen Fachhochschulen stark durch den orthodoxen Mainstream geprägt ist, wobei für kritische, heterodoxe Perspektiven oft wenig Raum bleibt, was die fachdidaktische Kompetenz zur Reflexion einschränkt.
Die Netzwerkanalyse visualisiert die Machtkonzentration in der globalen Wirtschaft und verdeutlicht die methodischen Schwächen der neoklassischen Annahme des perfekten Marktes, was als Argumentationshilfe für heterodoxen Unterricht dient.
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