Bachelorarbeit, 2013
37 Seiten, Note: 1,0
1. EINSTIEG
1.1. EINFLUSS DER BÜRGER IM POLITISCHEN SYSTEM ÖSTERREICHS
1.1.1. DIREKT UND INDIREKT DEMOKRATISCHE ELEMENTE IM POLITISCHEN SYSTEM ÖSTERREICHS
1.1.2. INDIREKT UND DIREKT DEMOKRATISCHE ELEMENTE EU
1.2. NICHTWÄHLER-DEFINITION
2. DARSTELLUNG UND ANALYSE DES STATUS QUO AUF DEN POLITISCHEN EBENEN ÖSTERREICHS
2.1. BUNDESEBENE
2.1.1. NATIONALRATSWAHLEN
2.1.2. BUNDESPRÄSIDENTENWAHLEN
2.2. LANDESEBENE
2.3. EU-EBENE
2.3.1. WAHLEN ZUM EUROPÄISCHEN PARLAMENT
2.4. ZUSAMMENFASSENDE DARSTELLUNG DES NICHTWÄHLERANTEILS AUF DEN UNTERSCHIEDLICHEN POLITISCHEN EBENEN
3. GRÜNDE DES STEIGENDEN NICHT-WÄHLERANTEILS
3.1. PERSÖNLICHES UMFELD DER BÜRGER
3.2. STRUKTURELLE PROBLEME
3.3. PROBLEMFELDER IN DER REALEN POLITIK
4. SIND NUN NICHTWÄHLER TATSÄCHLICH EINE GEFAHR FÜR DIE DEMOKRATIE?
5. CONCLUSIO
Die vorliegende Arbeit untersucht das Phänomen des steigenden Nichtwähleranteils in Österreich und analysiert dessen Auswirkungen auf das demokratische System. Ziel ist es, die Entwicklung der Wahlbeteiligung auf verschiedenen politischen Ebenen zu beleuchten, Ursachen für die Politikverdrossenheit zu identifizieren und die Forschungsfrage zu klären, ob Nichtwähler eine tatsächliche Gefahr für die österreichische Demokratie darstellen.
1.1.1. Direkt und indirekt demokratische Elemente im politischen System Österreichs
Zunächst ist es wichtig eine Unterscheidung der direkten und indirekt demokratischen Elemente zu finden.
„Unter direkter Demokratie wird idR eine unmittelbare Volksherrschaft verstanden, in der die Bürger sich ohne zwischengeschaltete Repräsentanten oder Wahlmänner an den politischen Sachentscheidungen beteiligen bzw diese auch initiieren (können3).“4
Hierbei ist aber zu anzumerken, dass eine alleinige unmittelbare Volksherrschaft in der Realität nicht funktionieren kann. Dies liegt vor allem daran, dass Entscheidungsprozesse viel zu viel Zeit benötigen. Ein moderner westlicher Staat, kann es sich in dieser schnelllebigen Zeit einfach nicht mehr leisten auf langwierige breite Konsenslösungen im Sinne der direkten Demokratie zu warten. Grundsätzlich ist der Gedanke nach einer breiten Mehrheitsentscheidung zu unterstützen. Nimmt man als Beispiel die Finanz- und Schuldenkrise einiger EU-Staaten, dann hätte ein langer Entscheidungsweg (> als 2 Monate) mit Sicherheit den Bankrott von mindestens 2 EU-Staaten gefordert.
Aufgrund dessen scheint es, dass Entscheidungen welche schnell zu beschließen und umzusetzen sind, die repräsentative Demokratie Vorteile hat, da es de facto zu weniger Verzögerungen kommt, als wenn alle Bürger des Volks zur Entscheidung aufgerufen werden.
Die direktdemokratischen Elemente sind aber aus anderen Gründen sind sinnvollerweise in das System der indirekten Demokratie (repräsentative Demokratie) zu integrieren. Die direkte Demokratie ermöglicht es „Schwächen der repräsentativen Demokratie“5 zu mildern. Als Schwächen können hier undemokratische Effekte aus Lobbyismus oder Korruption ebenso genannt werden wie auch nichteingehaltene Wahlversprechen, Bevorzugung von Einzelinteressen oder auch parlamentarische Mechanismen die gegen die Verfassung verstoßen („Klubzwang vs. freie Mandat“). Die direkte Demokratie ermöglicht somit, dem Volk, dass Sie sich gegen politische Entscheidungen von Repräsentanten aussprechen können. Diese Kontrollfunktion ist in einem lebendigen demokratischen Staat essentiell.
1. EINSTIEG: Einleitung in die Problematik des steigenden Nichtwähleranteils in Österreich und Darlegung der zentralen Forschungsfragen.
1.1. EINFLUSS DER BÜRGER IM POLITISCHEN SYSTEM ÖSTERREICHS: Erläuterung der demokratischen Grundprinzipien des österreichischen Systems und die Rolle der Bürger bei der Mitbestimmung.
1.1.1. DIREKT UND INDIREKT DEMOKRATISCHE ELEMENTE IM POLITISCHEN SYSTEM ÖSTERREICHS: Abgrenzung und Analyse der Vor- und Nachteile von direkter versus repräsentativer Demokratie.
1.1.2. INDIREKT UND DIREKT DEMOKRATISCHE ELEMENTE EU: Untersuchung der demokratischen Strukturen und Defizite innerhalb der Europäischen Union.
1.2. NICHTWÄHLER-DEFINITION: Theoretische Herleitung und mathematische Definition zur Berechnung des Nichtwähleranteils sowie Diskussion ungültiger Stimmen.
2. DARSTELLUNG UND ANALYSE DES STATUS QUO AUF DEN POLITISCHEN EBENEN ÖSTERREICHS: Überblick über die historische Entwicklung der Wahlbeteiligung auf verschiedenen politischen Ebenen.
2.1. BUNDESEBENE: Analyse der Wahlbeteiligung bei Nationalrats- und Bundespräsidentenwahlen.
2.1.1. NATIONALRATSWAHLEN: Detaillierte Betrachtung der sinkenden Beteiligung bei Nationalratswahlen in der 2. Republik.
2.1.2. BUNDESPRÄSIDENTENWAHLEN: Diskussion des kontinuierlichen Rückgangs bei den Wahlen zum höchsten Staatsamt.
2.2. LANDESEBENE: Aufarbeitung der Wahlbeteiligung bei Landtagswahlen mittels eines gleitenden Durchschnitts.
2.3. EU-EBENE: Beleuchtung der speziellen Situation bei Wahlen zum Europäischen Parlament.
2.3.1. WAHLEN ZUM EUROPÄISCHEN PARLAMENT: Analyse des besonders hohen Nichtwähleranteils und der Hintergründe bei EU-Wahlen.
2.4. ZUSAMMENFASSENDE DARSTELLUNG DES NICHTWÄHLERANTEILS AUF DEN UNTERSCHIEDLICHEN POLITISCHEN EBENEN: Zusammenführung der Ergebnisse und Diskussion politikwissenschaftlicher Thesen wie der Normalisierungs- und Zufriedenheitsthese.
3. GRÜNDE DES STEIGENDEN NICHT-WÄHLERANTEILS: Untersuchung soziologischer und struktureller Faktoren für die zunehmende Wahlenthaltung.
3.1. PERSÖNLICHES UMFELD DER BÜRGER: Erläuterung des Einflusses von Bildung und Einkommen auf das Wahlverhalten.
3.2. STRUKTURELLE PROBLEME: Kritik an parteipolitischen Zwängen und mangelnder Einbindung der Bevölkerung.
3.3. PROBLEMFELDER IN DER REALEN POLITIK: Diskussion der negativen Außendarstellung der Parteien und des Einflusses der Medien.
4. SIND NUN NICHTWÄHLER TATSÄCHLICH EINE GEFAHR FÜR DIE DEMOKRATIE?: Abschließende kritische Auseinandersetzung mit der Legitimationskrise durch Nichtwähler.
5. CONCLUSIO: Zusammenfassendes Fazit über Lösungsansätze und die Notwendigkeit von Bürgerbeteiligung.
Nichtwähler, Wahlbeteiligung, Demokratie, Österreich, Nationalratswahlen, Europäisches Parlament, Politikverdrossenheit, Bürgerbeteiligung, Repräsentative Demokratie, Wahlsystem, Sozioökonomischer Status, Politische Kommunikation, Freies Mandat, Klubzwang, Wahlrechtsreform
Die Arbeit analysiert den kontinuierlichen Rückgang der Wahlbeteiligung bei Wahlen in Österreich auf nationaler, Landes- und EU-Ebene und untersucht, inwieweit dieser Trend als Gefahr für die demokratische Legitimation verstanden werden kann.
Die Untersuchung umfasst die Wahlanalyse über mehrere Jahrzehnte, die Auswirkungen sozioökonomischer Faktoren auf das Wahlverhalten, strukturelle Defizite des repräsentativen Systems sowie die Rolle der Parteien in der modernen politischen Kommunikation.
Das Ziel ist es, das Phänomen des steigenden Nichtwähleranteils zu erklären, die Gründe hierfür aus wissenschaftlicher Sicht zu beleuchten und eine Antwort auf die Frage zu finden, ob Nichtwähler eine existenzielle Bedrohung für die österreichische Demokratie darstellen.
Der Autor stützt sich auf eine Kombination aus deskriptiver Analyse amtlicher Wahlstatistiken und der Auswertung politikwissenschaftlicher Literatur, um Trends und kausale Zusammenhänge zwischen gesellschaftlichen Faktoren und Wahlverhalten herzustellen.
Der Hauptteil gliedert sich in eine Bestandsaufnahme der Wahlbeteiligung auf den verschiedenen politischen Ebenen, gefolgt von einer Ursachenforschung, die sowohl persönliche Faktoren wie Bildung und Einkommen als auch systemische Mängel, etwa das Partei-Marketing, kritisch hinterfragt.
Zu den zentralen Begriffen gehören unter anderem Nichtwähler, Wahlbeteiligung, politische Legitimität, sozioökonomischer Status, strukturelle Probleme der Parteienlandschaft und die Differenz zwischen repräsentativer und direkter Demokratie.
Der Autor führt dies auf ein wahrgenommenes Demokratiedefizit innerhalb der EU-Institutionen, die mangelnde Einbindung der Bevölkerung sowie das Fehlen einer ausgeprägten europäischen Öffentlichkeit zurück, die dazu führen, dass viele Bürger keinen Bezug zur Europapolitik finden.
Studien belegen einen signifikanten Zusammenhang: Bürger mit höherem Bildungsniveau und höherem Einkommen weisen eine deutlich höhere Wahlbeteiligung auf. Dies führt zu einer Verzerrung der politischen Meinungsbildung, da die Interessen einkommensstarker Gruppen im politischen Prozess stärker repräsentiert werden.
Der Autor argumentiert, dass der in Österreich gelebte Klubzwang das verfassungsrechtlich verankerte freie Mandat faktisch aushöhlt, da Abgeordnete unter Druck der Parteiführung stehen, ihr Abstimmungsverhalten an die Parteilinie anzupassen, anstatt ihrem politischen Gewissen zu folgen.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

