Magisterarbeit, 2014
79 Seiten, Note: 2,0
I. Einleitung
I.1 Aktueller Forschungsstand
I.2 Begriffsbestimmung
I.3 Forschungsdesign
II Klassische Theorien der europäischen Integration
II.1 Funktion und Stellenwert von Integrationstheorien
II.2 Neofunktionalismus
II.3 Liberaler Intergouvernementalismus
III Acquis communautaire der Europäischen Union
III.1 Analyse der primärrechtlichen Verträge (Teil1)
III.1.1 Die Entstehung europäischer Integration
III.1.2 Vertrag von Maastricht
III.1.3 Vertrag von Amsterdam
III.1.4 Vertrag von Nizza
III.1.5 Vertrag von Lissabon
III.2 Analyse der sekundärrechtlichen Programme (Teil II)
III.2.1 Das Tampere Programm (1999–2004)
III.2.2 Das Haager Programm (2004–2009)
III.2.3 Das Stockholmer Programm (2010–2014)
IV Europäisierung der Migrationspolitik im Kontext der Integrationstheorien
IV.1 Zwischenstaatliche Kooperation in der EG
IV.2 Intergouvernementale Kooperation seit Maastricht
IV.3 Supranationale Zusammenarbeit seit Amsterdam
IV.4 Ergebnisse aus Tampere
IV.5 Ergebnisse aus Haag
IV.6 Supranationale Institutionalisierung seit Lissabon
V Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht die Ursachen und Wirkprinzipien europäischer Integrationsprozesse im Bereich der Migrationspolitik. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, unter welchen Bedingungen Nationalstaaten dazu bereit sind, Souveränitätsrechte zugunsten der Europäischen Union zu übertragen, obwohl dies ihre Handlungsautonomie einschränkt.
Neofunktionalismus
Der Neofunktionalismus, hier diskutiert unter Rückgriff auf den Politikwissenschaftler Ernst B. Haas, gilt als „Urvater empirisch-analytischer Theorien europäischer Integration“ (Wolf 2012: 55). Die Erklärung für Vergemeinschaftungsprozesse ist in funktionalen Zwängen und inhaltlichen Verknüpfungen bereits integrierter Politkbereiche zu finden. Während sich der Funktionalismus noch an einer normativen Ordnung mit Hinblick auf ein friedenssicherndes System bedient, liegt das neofunktionale Erkenntnisinteresse in der Analyse regionaler Integrationsprozesse als Solchen. Die friedenserzielende Ausrichtung wird damit nicht aufgegeben, doch um die pragmatische Anwendung eines empirisch-analytischen Analysemodells erweitert. Damit entspricht diese Herangehensweise den Kriterien für eine sozialwissenschaftliche Theoriebildung. Die Neofunktionalismustheorie wird damit zum „[...] zentralen Referenzpunkt der integrationstheoretischen Debatte“ (Wolf 2012: 55). In Anlehnung an den einsetzenden europäischen Integrationsprozess in den 1950er Jahren veröffentlicht Haas 1958 sein zentrales Werk The Uniting of Europe und wird damit zum „Papst der Integrationstheorie“ (Welz/Engel 1997: 141).
I. Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Thematik der europäischen Migrationspolitik ein, beleuchtet den Forschungsstand und legt das Forschungsdesign unter Verwendung integrationstheoretischer Ansätze fest.
II Klassische Theorien der europäischen Integration: Hier werden die theoretischen Grundlagen des Neofunktionalismus und des liberalen Intergouvernementalismus dargelegt und deren Eignung zur Analyse des europäischen Integrationsprozesses diskutiert.
III Acquis communautaire der Europäischen Union: Dieser Abschnitt analysiert die primärrechtlichen Verträge sowie die sekundärrechtlichen Programme, die den institutionellen Rahmen der EU-Migrationspolitik bilden.
IV Europäisierung der Migrationspolitik im Kontext der Integrationstheorien: Das Hauptkapitel kontextualisiert die institutionellen Entwicklungen und bewertet sie anhand der zuvor definierten Integrationstheorien.
V Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse der Arbeit zusammen und beantwortet die zentrale Forschungsfrage nach den Motiven nationalstaatlicher Souveränitätsübertragung.
Europäische Union, Migrationspolitik, Integrationstheorie, Neofunktionalismus, Liberaler Intergouvernementalismus, Souveränität, Spill-over, Asylpolitik, Vertrag von Amsterdam, Vertrag von Lissabon, Regieren, Vergemeinschaftung, Europäisierung, Supranationalität, Nationalstaat.
Die Magisterarbeit untersucht, warum und wie europäische Staaten nationale Zuständigkeiten im Bereich der Migrationspolitik schrittweise auf die europäische Ebene übertragen.
Die Schwerpunkte liegen auf der Entwicklung der Migrations- und Asylpolitik der EU, der institutionellen Integration sowie der theoretischen Einordnung dieser Prozesse.
Das Ziel ist es, die Wirkungsmechanismen europäischer Integrationsprozesse am Beispiel der Migrationspolitik zu analysieren und zu erklären.
Die Arbeit nutzt den Neofunktionalismus und den liberalen Intergouvernementalismus als theoretische Analyseraster.
Der Hauptteil analysiert die rechtliche Entwicklung durch Verträge wie Maastricht, Amsterdam, Nizza und Lissabon sowie spezifische Programme wie Tampere, Den Haag und Stockholm.
Die Arbeit ist durch Begriffe wie Supranationalisierung, Souveränitätstransfer, Interessenkalküle und spill-over Dynamiken geprägt.
Der Vertrag von Lissabon beendete das Säulenmodell und führte das ordentliche Gesetzgebungsverfahren ein, was die Supranationalisierung der Migrationspolitik maßgeblich verstärkte.
Da Migrationskontrolle ein Kernelement staatlicher Souveränität ist, fürchten die Staaten den Verlust ihrer Handlungsautonomie und halten an nationalen Interessen fest.
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