Magisterarbeit, 2009
197 Seiten, Note: 1,3
1 Einleitung
2 »Exploring silver screen reflections« – Feldforschung
2.1 Forschungsort
2.1.1 Die Stadt Pune als Forschungskontext
2.1.1.1 Bedeutung der Stadt Pune für die Marathi-Filmindustrie
2.1.1.2 Kinos in Pune – Single-Screen und Multiplex
2.1.2 Das Single-Screen-Theatre Prabhāt als Forschungsort
2.1.3 Morgendämmerung und Abendrot – Der Tag im Prabhāt
2.2 Methoden
2.2.1 Teilnehmende Beobachtung und Interviews
2.2.2 Film und Fotografie in einem visuellen Forschungskontext
2.2.3 Kritische Methodenreflexion
3 Von Filmsehenden und Filmschaffenden – Bedeutung und Wahrnehmung des Marathi-Kinos
3.1 Bedeutung des Prabhāt für Kinogänger und Filmemacher
3.1.1 Kinogänger
3.1.2 Filmemacher
3.2 Bedeutung des Marathi-Kinos für Kinogänger und Filmemacher
3.2.1 Filmemacher
3.2.2 Kinogänger
3.3 »Little new wave« – Transformationswahrnehmungen
3.4 »Screen play« – Dichte Beschreibung des Kinobesuchs
4 »Intermission« – Zusammenfassung und Überleitung
5 Raum
5.1 Raum und Körper
5.2 Rezipieren und partizipieren – Kino als belebter Raum
5.3 »Picture P(a)lace Prabhāt« – Der belebte Raum
5.3.1 Sehen – Handeln und Formen
5.3.2 Gehen – Raumgrenzen und Schwellen
5.3.3 Der Ritualort Prabhāt
5.4 Identitätsstiftung durch das Prabhāt
6 Medium
6.1 Regionaler und nationaler Film in Indien
6.2 Regionaler Film Maharashtras
6.2.1 »Cinema was never silent« – Geschichte des Marathi-Kinos
6.2.2 Rezente Entwicklungen
6.2.3 »Valu – The Wild Bull« – Filmbeispiel
6.2.3.1 Interpretationen durch die Kinogänger
6.2.3.2 Intention des Regisseurs
6.2.3.3 Der ethnologische Blick – Filmanalyse und Interpretation
6.3 Identitätsstiftung durch Marathi-Filme
7 Sprache
Historischer Exkurs: Maharashtra
7.1 Objektifizierung von Sprache
7.2 Sprache in Maharashtra
7.3 Über Sprache sprechen – Marathi im Forschungskontext Punes
7.4 »Marathi is our mother tongue« – Identitätsstiftung durch Sprache
8 Leinwandreflexionen
9 Schlussbetrachtungen
9.1 Fazit
9.2 Ausblick
Die vorliegende Arbeit untersucht das Marathi-Kino als eine Form der kulturellen Identitätsstiftung. Aus einer ethnologischen Perspektive wird analysiert, wie das Marathi-Kino durch die drei zentralen Kategorien Raum, Medium und Sprache Identität im Kontext des Kinos Prabhāt konstituiert und wie diese Identität von den beteiligten Akteuren, Kinogängern und Filmemachern, rezipiert und erlebt wird.
3.1.1 Kinogänger
Das seit 1934 bestehende Prabhāt Theatre ist das in Pune wichtigste und populärste Marathi-Kino. Für Publikum und Filmemacher gleichermaßen steht das Prabhāt als Synonym für Marathi-Filme, da es das einzige Kino der Stadt ist, welches sich gänzlich regionalen Filmen widmet. »[W]hen you think of Marathi cinema it's Prabhāt!« (03.04.2008), sagte Karishma T. in der Gruppendiskussion.
Das Prabhāt ist bei Kinogängern aufgrund seiner zentralen innerstädtischen Lage und der Verkehrsanbindungen an andere Stadtteile sehr beliebt. Auch nach der letzten Vorstellung, die gegen 23:30 Uhr endet, sind die Straßen der Gegend um das Prabhāt noch sehr belebt, was von den Kinobesuchern als angenehm empfunden wird und ihnen das Gefühl von Sicherheit vermittelt. Die niedrigen Eintrittspreise ermöglichen den Besuchern regelmäßiges Filmschauen. Kinogänger schätzen die Qualität der Filmprojektion, die Sauberkeit der Kinos sowie den Sitzkomfort. Wichtiger als qualitativ-technische Kriterien sind jedoch andere Aspekte, die das Prabhāt für einen Filmbesuch attraktiv machen. Dies sind auch gleichzeitig die Faktoren, die dafür verantwortlich sind, dass das Prabhāt als Symbol für Marathi-Filme steht.
1 Einleitung: Die Einleitung führt in das Thema ein, skizziert die Relevanz des regionalen Marathi-Kinos und definiert die zentrale Forschungsfrage nach der kulturellen Identitätsstiftung.
2 »Exploring silver screen reflections« – Feldforschung: Dieses Kapitel beschreibt die methodische Vorgehensweise, den Forschungsort Pune und das Kino Prabhāt als zentralen Untersuchungsrahmen.
3 Von Filmsehenden und Filmschaffenden – Bedeutung und Wahrnehmung des Marathi-Kinos: Hier werden die subjektiven Bedeutungen des Marathi-Kinos aus Sicht der Kinogänger und Filmemacher sowie ein Wandel in der Wahrnehmung hin zu einer »neuen Welle« thematisiert.
4 »Intermission« – Zusammenfassung und Überleitung: Eine kurze Zwischenbilanz, die die bisherigen Ergebnisse zusammenfasst und den Übergang zu einer theoretischen Fundierung einleitet.
5 Raum: Dieses Kapitel untersucht ethnologisch den Begriff des Raums und analysiert das Kino Prabhāt als belebten Ritualort sowie als identitätsstiftendes Medium.
6 Medium: Hier wird der Marathi-Film als narratives Medium analysiert, seine Rolle bei der Imagination von Gemeinschaft beleuchtet und am Beispiel des Films Valu eine ethnologische Filmanalyse durchgeführt.
7 Sprache: Das Kapitel befasst sich mit der zentralen Bedeutung der Sprache Marathi als Symbolsystem und Identitätsmerkmal, eingebettet in einen historischen Exkurs über Maharashtra.
8 Leinwandreflexionen: Die Leinwand wird hier theoretisch als ambivalentes transformatives Medium reflektiert, das kulturelle Identität spiegelt und festigt.
9 Schlussbetrachtungen: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen, wie das Kino Prabhāt durch das Zusammenspiel von Raum, Medium und Sprache kulturelle Identität stiftet.
Marathi-Kino, Prabhāt Theatre, Kulturelle Identität, Identitätsstiftung, Ethnologie, Pune, Feldforschung, Regionalfilm, Bollywood, Sprache, Kulturerbe, Filmrezeption, Ritual, Raumsoziologie, Visuelle Anthropologie
Die Arbeit untersucht, wie das Marathi-Kino, speziell das Kino Prabhāt in Pune, kulturelle Identität bei seinen Zuschauern und den Filmschaffenden stiftet.
Die Untersuchung konzentriert sich auf die drei Pfeiler Raum (das Kino als Ort), Medium (der Film als Erzählform) und Sprache (Marathi als identitätsstiftendes Merkmal).
Die zentrale Forschungsfrage lautet, inwiefern das Marathi-Kino im untersuchten Forschungskontext kulturell identitätsstiftend wirksam ist.
Die Autorin nutzte die Methode der teilnehmenden Beobachtung im Kino sowie semi-strukturierte Interviews mit Kinogängern, Regisseuren und Produzenten.
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse des Kinos als sozialer Raum, der Untersuchung des Marathi-Films als Medium zur Imaginationsbildung und der kritischen Reflexion der Sprache Marathi als Marker der kulturellen Zugehörigkeit.
Schlüsselbegriffe sind Marathi-Kino, Identitätsstiftung, Prabhāt, Feldforschung, Regionalfilm, Sprache und kulturelles Gedächtnis.
Es ist das älteste Lichtspieltheater in Pune, das sich exklusiv auf regionale Marathi-Filme konzentriert und für viele Kinobesucher eine Institution mit fast familiärer Bedeutung darstellt.
Sprache wird als stärkstes Symbol kultureller Zugehörigkeit erlebt. Die Muttersprache Marathi fungiert als emotional besetztes Medium, das eine tiefere Identifikation mit den gezeigten Inhalten und den gezeigten sozialen Realitäten ermöglicht als Hindi-Bollywood-Filme.
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