Bachelorarbeit, 2014
55 Seiten, Note: 1,7
1 Einleitung
2 Die neoklassische Kapitalmarkttheorie
2.1 Entstehung und Grundlagen
2.1.1 Portfolio-Selection-Theory nach Markowitz
2.1.2 Capital-Asset-Pricing-Modell nach Sharpe
2.2 Effizienzmarkthypothese nach Fama
2.3 Kritische Würdigung
3 Behavioral Finance
3.1 Entstehung und Grundlagen
3.1.1 Heuristiken des menschlichen Handelns
3.1.2 Behavioral Biases
3.2 Shiller und die Irrationalität der Investoren
3.3 Kritische Würdigung
4 Auswirkungen der Erkenntnisse auf modernes Portfoliomanagement in der Anlageberatung
5 Fazit
Die vorliegende Arbeit analysiert die Behavioral Finance als neue Forschungsrichtung und untersucht, inwieweit dieser Ansatz zur Weiterentwicklung der bestehenden neoklassischen Finanzmarkttheorie beitragen kann. Ziel ist es, ein besseres Verständnis für das tatsächliche, oft durch Emotionen und Heuristiken geprägte Handeln von Marktteilnehmern zu vermitteln und daraus Handlungsempfehlungen für eine optimierte Anlageberatung abzuleiten.
3.1.1 Heuristiken des menschlichen Handelns
Heuristiken sind Methoden, mit denen komplexe Situationen, Herausforderungen oder Probleme, die sich nicht vollständig lösen lassen, mithilfe einfacher Regeln unter Zuhilfenahme weniger Informationen entwirren. Unter dem Begriff kognitiver Heuristik versteht man auch das Denken und Urteilen unter Unsicherheit. Dabei lässt sich die Heuristik in zwei verschiedene Arten unterteilen: Heuristiken zur Komplexitätsreduzierung und Heuristiken zur schnellen Urteilsfindung.
Eine hilfreiche, aber auch nicht ganz unproblematische Art der Komplexitätsreduzierung ist das Führen geistiger Konten oder auch Mental Accounting. Dabei werden Abhängigkeiten zwischen einzeln in Frage kommenden Engagements und Projekten vernachlässigt. Als Projekte können dabei jegliche berufliche oder private Engagements wie beispielsweise der Kauf einer Aktie X, der Kauf einer Aktie Y, die Investition in ein Immobilienvorhaben oder aber auch der Besuch eines Konzerts, verstanden werden.
Menschen haben demzufolge nicht alle Projekte und deren Folgen im Kopf, sondern führen für jeden Vorgang ein gesondertes, geistiges Konto. In seinen Überlegungen konzentriert sich der Mensch zu einem Zeitpunkt immer nur auf ein Konto, weshalb Abhängigkeiten zu anderen Konten weitgehend ignoriert werden. Wieso ist aber die, durch das Mental Accounting verursachte, Komplexitätsreduzierung insbesondere auf den Finanzmärkten problematisch? Darüber soll das folgende Beispiel Auskunft geben.
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Diskrepanz zwischen der neoklassischen Theorie des rationalen homo oeconomicus und der tatsächlichen, von Emotionen geprägten Empirie am Kapitalmarkt ein.
2 Die neoklassische Kapitalmarkttheorie: Dieses Kapitel erläutert die theoretischen Grundlagen der Portfolio- und Kapitalmarkttheorie sowie die Effizienzmarkthypothese und unterzieht diese einer kritischen Würdigung hinsichtlich ihrer Praxisnähe.
3 Behavioral Finance: Hier wird der Forschungsansatz der Behavioral Finance eingeführt, der psychologische und soziologische Aspekte zur Erklärung des Anlegerverhaltens heranzieht, inklusive der Analyse von Heuristiken, Biases und Marktanomalien.
4 Auswirkungen der Erkenntnisse auf modernes Portfoliomanagement in der Anlageberatung: Dieser Teil zeigt auf, wie Berater die Erkenntnisse über Heuristiken und psychologische Verzerrungen nutzen können, um die Beratungsqualität zu erhöhen und Fehlentscheidungen der Kunden zu mindern.
5 Fazit: Das abschließende Kapitel resümiert die Aussagekraft der Behavioral Finance und betont ihren Wert für die Anlageberatung, auch wenn sie die neoklassische Theorie bisher nicht vollständig ersetzen kann.
Behavioral Finance, Neoklassische Kapitalmarkttheorie, Effizienzmarkthypothese, Portfoliomanagement, Anlageberatung, Heuristiken, Behavioral Biases, Prospect Theory, Marktteilnehmer, Marktanomalien, Dispositionseffekt, Selbstüberschätzung, Diversifikation, Rendite, Risiko.
Die Arbeit untersucht das menschliche Verhalten an Finanzmärkten und vergleicht die klassische, auf Rationalität basierende Theorie mit dem verhaltenswissenschaftlichen Ansatz der Behavioral Finance.
Die Schwerpunkte liegen auf der neoklassischen Portfoliotheorie, der Effizienzmarkthypothese, psychologischen Heuristiken (z.B. Mental Accounting, Verfügbarkeitsheuristik) sowie den praktischen Auswirkungen auf die Anlageberatung.
Das Ziel ist die Analyse der Behavioral Finance als Forschungsrichtung und die Prüfung, ob sie einen Beitrag zur Weiterentwicklung der bestehenden Finanzmarkttheorie leisten kann.
Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf einer fundierten Literaturanalyse basiert und empirische Erkenntnisse anderer Studien sowie Beispiele zur Veranschaulichung heranzieht.
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der klassischen Kapitalmarktmodelle, deren Kritik, die Einführung der Behavioral Finance mit ihren Heuristiken und Biases sowie die Ableitung von Handlungsempfehlungen für die Anlageberatung.
Wesentliche Begriffe sind Behavioral Finance, Portfoliomanagement, Heuristiken, Anlageberatung und die Effizienzmarkthypothese.
Sie dienen als einfache Regeln für Anleger zur Komplexitätsreduzierung, können jedoch bei fehlendem Bewusstsein zu Fehlentscheidungen und verzerrten Wahrnehmungen führen, weshalb der Berater hier intervenieren muss.
Es führt dazu, dass Anleger ihre Investitionen in isolierten "geistigen Konten" führen und somit die Gesamtzusammenhänge (wie z.B. Korrelationen und das Gesamtrisiko des Portfolios) ignorieren.
Der Dispositionseffekt beschreibt die Tendenz von Anlegern, Gewinne zu früh zu realisieren, aber Verluste zu lange auszusitzen, was gegen die Börsenregel "Gewinne laufen lassen, Verluste begrenzen" verstößt.
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