Bachelorarbeit, 2010
58 Seiten, Note: 1,3
1 Einleitung
2 Verständnis von Kompetenz und Kompetenzentwicklung
2.1 Von der Qualifikation zur Kompetenz
2.2 Kompetenzentwicklung
3 Berufliche Handlungskompetenz
3.1 Begriffseinordnung
3.2 Kompetenzmodelle
3.3 Kreisstrukturmodell von Rebmann, Tenfelde & Uhe
3.4 Konstruktivismus und berufliche Handlungskompetenz
3.5 Bedeutung der Vermittlung von beruflicher Handlungskompetenz
3.6 Grundprinzip: Handlungsorientierung
3.7 Methoden zur Beförderung von beruflicher Handlungskompetenz
4 Lernaufgaben
4.1 Begründungsansätze
4.2 Lernaufgaben im Lehr-Lern-Prozess
4.3 Begriffseinordnung und Abgrenzung
4.4 Unterscheidungsmöglichkeiten von Lernaufgaben – erste Begründungsansätze zur Beförderung der beruflichen Handlungskompetenz
4.4.1 Aufgabenformate
4.4.2 Aufgabentypen
5 Gestaltung von Lernaufgaben unter dem Aspekt der Kompetenzentwicklung
5.1 Leitprinzipien der Gestaltung von Lernaufgaben
5.2 Konstruktion von Lernaufgaben
5.3 Kriterien zur Beförderung beruflicher Handlungskompetenz
6 Beispielaufgabe „Curry Jupp“
7 Schlussbetrachtungen
Die vorliegende Arbeit untersucht, inwiefern der Einsatz von Lernaufgaben in der beruflichen Bildung den Kompetenzerwerb fördern kann, um den gestiegenen Anforderungen an Selbstständigkeit und Handlungskompetenz in der modernen Arbeitswelt gerecht zu werden.
3.3 Kreisstrukturmodell von Rebmann, Tenfelde & Uhe
Das Kreisstrukturmodell von Rebmann, Tenfelde & Uhe (vgl. Abbildung 1) versteht die Handlungskompetenz als sechs aufeinander bezogene Kompetenzen, welche stets im Zusammenhang stehen müssen. Die Sach-, Gestaltungs- und Sozialkompetenz bilden hier die Kompetenzen erster Ordnung bzw. Komponenten ab, während die Methoden-, Abstraktions- und moralisch-ethische Kompetenz die Kompetenzen zweiter Ordnung bzw. Relationen darstellen (vgl. Rebmann, Tenfelde & Uhe 2005, S. 118 f.). Auf die Bedeutung und den Zusammenhang dieser sechs Teilkompetenzen wird im Folgenden genauer eingegangen.
Die Fachkompetenz, auch Sachkompetenz genannt, umschreibt in erster Linie berufsspezifisches Wissen und die Fähigkeiten im Beruf sach- und fachgerecht zu handeln (vgl. Rebmann, Tenfelde & Uhe 2005, S. 117). Aber auch das fächerübergreifende Wissen, wie z. B. die Fähigkeit zum systemischen Denken in integrierten Arbeits- und Geschäftsprozessen, ist Teil dieser Kompetenz. Des Weiteren zeigt die Fachkompetenz sich auch in der Verknüpfung vergangener mit aktuellen Erfahrungen und stellt somit eine Kernkompetenz für wirtschaftliches Handeln in Betrieben dar (vgl. Klemisch, Schlömer & Tenfelde 2007, S. 10).
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den Wandel der Arbeitswelt und die daraus resultierende Notwendigkeit, berufliche Handlungskompetenz durch moderne Lernaufgaben zu fördern.
2 Verständnis von Kompetenz und Kompetenzentwicklung: Dieses Kapitel definiert den Wandel von Qualifikation zu Kompetenz und erläutert den lebensbegleitenden Prozess der Kompetenzentwicklung.
3 Berufliche Handlungskompetenz: Es werden verschiedene Kompetenzmodelle vorgestellt, wobei das Kreisstrukturmodell als theoretische Grundlage für die Definition und Vermittlung beruflicher Handlungskompetenz dient.
4 Lernaufgaben: Dieses Kapitel erläutert die Funktion, Einordnung und Differenzierung von Lernaufgaben im Lehr-Lern-Prozess sowie deren Abgrenzung zu anderen Aufgabenformen.
5 Gestaltung von Lernaufgaben unter dem Aspekt der Kompetenzentwicklung: Hier werden Leitprinzipien, Konstruktionsmethoden und Qualitätskriterien für Lernaufgaben dargelegt, um Kompetenzentwicklung gezielt zu unterstützen.
6 Beispielaufgabe „Curry Jupp“: Die Beispielaufgabe wird analysiert, um die praktische Anwendung und Wirksamkeit der zuvor theoretisch beschriebenen Merkmale von Lernaufgaben zu verdeutlichen.
7 Schlussbetrachtungen: Das Fazit bestätigt die Förderfähigkeit von Kompetenzen durch Lernaufgaben, weist jedoch auch auf die notwendigen didaktischen Herausforderungen und den erforderlichen Lernkulturwandel hin.
Berufliche Handlungskompetenz, Lernaufgaben, Kompetenzentwicklung, Konstruktivismus, Handlungsorientierung, Lehr-Lern-Prozess, Projektmethode, Fallstudie, Leittextmethode, Selbstgesteuertes Lernen, Kreisstrukturmodell, Fachkompetenz, Sozialkompetenz, Methodenkompetenz, Gestaltungskompetenz
Die Arbeit analysiert, wie Lernaufgaben gestaltet sein müssen, um berufliche Handlungskompetenz bei Auszubildenden effektiv zu fördern und sie auf die Anforderungen einer sich wandelnden Wirtschaft vorzubereiten.
Die Schwerpunkte liegen auf dem Kompetenzbegriff, der beruflichen Handlungskompetenz, dem konstruktivistischen Lernverständnis sowie der didaktischen Konstruktion und Systematisierung von Lernaufgaben.
Ziel ist es aufzuzeigen, ob und inwiefern Lernaufgaben den Kompetenzerwerb unterstützen können und welche Kriterien dabei für eine gelungene Gestaltung ausschlaggebend sind.
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse didaktischer Theorien und Modelle, die an einer konkreten Beispielaufgabe („Curry Jupp“) auf ihre Anwendbarkeit und Validität hin überprüft werden.
Im Hauptteil werden theoretische Modelle der Handlungskompetenz, das Prinzip der Handlungsorientierung, die Charakteristika verschiedener Methoden wie Projektmethode oder Fallstudien sowie konkrete Konstruktionsphasen für Lernaufgaben detailliert diskutiert.
Wesentliche Begriffe sind berufliche Handlungskompetenz, Lernaufgaben, Konstruktivismus, Selbststeuerung, Handlungsorientierung und die verschiedenen Kompetenzdimensionen nach dem Kreisstrukturmodell.
Das Modell dient als theoretisches Fundament, um die Vernetzung von sechs Teilkompetenzen (Sach-, Gestaltungs-, Sozial-, Methoden-, Abstraktions- und moralisch-ethische Kompetenz) darzustellen und zu zeigen, dass Handlungskompetenz nicht isoliert, sondern nur in einem geschlossenen, kreisstrukturellen Prozess gefördert werden kann.
„Curry Jupp“ ist ein komplexes, schlecht-strukturiertes „fließendes“ Aufgabenformat, das Lernende dazu zwingt, die Problemstellung partizipativ selbst zu erschließen, anstatt lediglich vordefinierte Regeln anzuwenden.
Da moderne Lernaufgaben eine hohe Eigenverantwortung und Selbststeuerung der Lernenden fordern, müssen Lehrende von ihrer Rolle als Wissensvermittler zur Rolle des Moderators oder Beraters übergehen, was einen grundlegenden Wandel didaktischer Strukturen erfordert.
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