Bachelorarbeit, 2013
61 Seiten, Note: 1,7
1 Kochen für eine bessere Welt?
2 Ziel der Arbeit und Einordnung in den geographischen Kontext
3 Forschungsgegenstand
3.1 Slow Bewegung – ein Konzept der Beschleunigung und Entschleunigung des Lebens
3.2 Slow Food – eine Vereinigung zur Förderung der Esskultur
4 Wege des Lernens unter dem Leitbild einer nachhaltigen Entwicklung
4.1 Ursprung des Begriffs nachhaltige Entwicklung
4.2 Entstehung des Bildungsansatzes
4.3 Konzept der Bildung für nachhaltige Entwicklung
4.4 Alternativer Wissensanspruch: Advocacy-Ansatz
5 Ableitung der Forschungsfrage auf Basis von Leitfragen
6 Angewandte Forschungsmethodik
6.1 Qualitativ-teilnehmende Beobachtung der Veranstaltung „Kochen mit Studenten“
6.2 Qualitative Interviews mit Slow Food Mitgliedern und Veranstaltungsteilnehmern
6.3 Auswahlverfahren der Gesprächspartner
6.4 Erhebungsdesign auf Grundlage der Forschungsmethodik
7 Auswertung und Interpretation der Erhebungsdaten
7.1 Die Motivation
7.2 Die Gesprächssituation
7.3 Die Wissensvermittlung
7.4 Die Politik
8 Slow Food als Impuls für einen Bewusstseinswandel
Ziel dieser Bachelorarbeit ist es, das Engagement des Vereins Slow Food kritisch zu analysieren, um zu ermitteln, ob und wie durch die Veranstaltung „Kochen mit Studenten“ Wissen vermittelt wird und ob diese einen bewussten Umgang mit Lebensmitteln anstoßen kann. Dabei steht die Frage im Zentrum, ob der Verein die propagierten Werte effektiv an die Teilnehmer weiterleitet oder ob der soziale Aspekt der Veranstaltung überwiegt.
3.1 Slow Bewegung – ein Konzept der Beschleunigung und Entschleunigung des Lebens
Dem Soziologen und Politikwissenschaftler ROSA (2005) zufolge ist Zeit der Schlüsselfaktor der beschriebenen Herausforderungen der heutigen Welt. Alle Ereignisse, Zustände und Objekte sind von dynamischer und prozessualer Natur und unterliegen diesem Phänomen. Eine zentrale Rolle nimmt hierbei der Modernisierungsprozess der aktuellen gesellschaftlichen Entwicklungen ein. Modernisierung ist hierbei als strukturelle und kulturelle Umformung der Temporalstrukturen und -horizonte zu charakterisieren, deren Veränderungsrichtung als soziale Beschleunigung bezeichnet wird (vgl. ROSA 2005: 24). Rosa definiert drei Formen, die diese soziale Beschleunigung definieren. Die Steigerung im Rahmen der Technologie oder im Transportwesen benennt er als technische Beschleunigung. Hierzu zählen Entwicklungen im Transportwesen, aber auch die Produktion von Gütern und Dienstleistungen sowie Prozesse in der Kommunikation.
Besonders deutlich sind die Fortschritte in der Fortbewegung zu erkennen: reiste man einst zu Fuß oder mit dem Pferd, lassen sich kilometerweite Distanzen heutzutage innerhalb kürzester Zeit mit dem Flugzeug überwinden (vgl. ROSA 2005: 114, 124ff). Darüber hinaus findet eine Steigerung sozialer Veränderungsraten statt, die sich im Wechsel von Vereinsmitgliedschaften, Berufstätigkeiten oder Intimpartner wie auch im Wandel familiärer Strukturen erkenntlich zeigt. Diese Form kann als Beschleunigung der Gesellschaft bezeichnet werden (vgl. ROSA 2005: 114, 129ff). In der dritten Form der Beschleunigung wird eine Erhöhung des Lebenstempos durch die Steigerung von Erlebnis- oder Handlungsperioden hervorgerufen. Diese dritte Komponente lässt sich demnach weder dem technischen noch dem sozialen Wandel zuordnen. Zu ihr zählen Fast-Food, Speed-Dating oder Power-Nap (vgl. ROSA 2005: 114, 136). Die drei Dimensionen stehen nach ROSA (2005: 243) in einem wechselseitigen Verhältnis zueinander, d.h. sie unterliegen einem Prozess, der sich letztlich selbst antreibt.
1 Kochen für eine bessere Welt?: Das Kapitel führt in die Thematik der globalen Lebensmittel- und Ernährungsproblematik ein und stellt das Engagement von Slow Food als bildungsrelevanten Ansatz vor.
2 Ziel der Arbeit und Einordnung in den geographischen Kontext: Hier wird die Problematik der Nahrungsmittelverfügbarkeit erörtert und die Relevanz der Geographie für die Erarbeitung von Lösungsansätzen durch das Konzept der Bildung für nachhaltige Entwicklung begründet.
3 Forschungsgegenstand: Dieses Kapitel erläutert die Slow Bewegung sowie die Entstehung und Philosophie der Slow Food Vereinigung als internationale Entschleunigungsinitiative.
4 Wege des Lernens unter dem Leitbild einer nachhaltigen Entwicklung: Der theoretische Rahmen wird gespannt, indem die Ursprünge der nachhaltigen Entwicklung, des Bildungsansatzes und des Advocacy-Ansatzes dargelegt werden.
5 Ableitung der Forschungsfrage auf Basis von Leitfragen: Auf Basis der Theorie werden Forschungsdimensionen definiert und eine konkrete Forschungsfrage für die Arbeit abgeleitet.
6 Angewandte Forschungsmethodik: Das Kapitel beschreibt das explorative Forschungsdesign, bestehend aus teilnehmender Beobachtung und qualitativen Interviews mit Organisatoren und Teilnehmern.
7 Auswertung und Interpretation der Erhebungsdaten: Die empirischen Ergebnisse werden analysiert, wobei die Aspekte Motivation, Gesprächssituation, Wissensvermittlung und politische Implikationen im Fokus stehen.
8 Slow Food als Impuls für einen Bewusstseinswandel: Abschließend werden die Ergebnisse reflektiert und das Potenzial von Slow Food als Instrument zur Bildung für nachhaltige Entwicklung kritisch bewertet.
Slow Food, Bildung für nachhaltige Entwicklung, Nachhaltigkeit, Entschleunigung, Lebensmittelbildung, Ernährungskultur, Qualitative Forschung, Teilnehmende Beobachtung, Konsumentenverantwortung, Gestaltungskompetenz, Bewusstseinswandel, Advocacy-Ansatz, Ernährungsalltag, Kochen, Regionale Produkte
Die Arbeit untersucht das Slow Food-Projekt „Kochen mit Studenten“ in München als ein mögliches Instrument zur Bildung für nachhaltige Entwicklung und analysiert, inwieweit dadurch ein bewussterer Umgang mit Lebensmitteln bei jungen Menschen gefördert wird.
Die zentralen Themen umfassen die Philosophie der Slow Food-Bewegung, das Konzept der Bildung für nachhaltige Entwicklung, Methoden der qualitativen Sozialforschung sowie die Analyse von Motivation, Kommunikation und Wissensvermittlung in einem Koch-Kontext.
Das Hauptziel ist es zu klären, welchen Stellenwert die Veranstaltung „Kochen mit Studenten“ in Bezug auf einen nachhaltigen Umgang mit Lebensmitteln hat und welcher Beitrag zur Bildung für nachhaltige Entwicklung sich daraus konkret ableiten lässt.
Es handelt sich um eine explorative qualitative Studie, die auf zwei Methoden basiert: der teilnehmenden Beobachtung der Kochveranstaltungen sowie teilstrukturierten Interviews mit den Organisatoren und den Veranstaltungsteilnehmern.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Herleitung der Bildung für nachhaltige Entwicklung, eine methodische Darstellung des Erhebungsdesigns und eine detaillierte Auswertung der erhobenen Daten hinsichtlich Motivation, Gesprächsstrukturen und Wissensvermittlung.
Wichtige Begriffe sind insbesondere Slow Food, Bildung für nachhaltige Entwicklung, Entschleunigung, qualitative Forschung und Konsumentenverantwortung.
Die Untersuchung zeigt, dass die Veranstaltung zwar wichtige Impulse und Anregungen gibt, eine tiefgreifende, unmittelbare Veränderung des alltäglichen Konsumverhaltens jedoch nur schwer nachweisbar ist, da die Teilnehmer oft bereits vorbelastet bzw. sensibilisiert sind.
Ja, die Arbeit stellt heraus, dass die Bewegung ihre Wurzeln im italienischen Kommunismus hat und trotz eines Fokus auf Genuss und Bildung eine klare politische Dimension in Bezug auf Agrarpolitik und Konsumentenverantwortung verfolgt.
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