Bachelorarbeit, 2014
56 Seiten, Note: 3,0
1 Vorwort
2 Einleitung
2.1 Einführung in die Thematik
2.2 Textmerkmale nach Barbara Sandig
2.3 BILD und Frankfurter Allgemeine Zeitung
3 Textstilistische Untersuchung der Beiträge der BILD
3.1 Kommentar
3.2 Bericht
4 Textstilistische Untersuchung der Beiträge der FAZ
4.1 Kommentar
4.2 Bericht
5 Zusammenfassung
6 Fazit und Ausblick
7 Quellenverzeichnis
7.1 Primärquellen
7.2 Sekundärquellen
7.3 Internetquellen
Die Arbeit untersucht textstilistische Merkmale der Berichterstattung über den Rücktritt von Christian Wulff in den Medien BILD und FAZ, um den Einfluss von Medium und Textsorte auf die sprachliche Gestaltung sowie die journalistische Meinungsbildung zu analysieren.
3.1 Kommentar
Der von BILD-Chefredakteur Kai Diekmann verfasste Kommentar mit dem Titel: „Vor dem Gesetz sind alle gleich“ wurde am 18.02.2012 – ein Tag nach dem Rücktritt von Christian Wulff − auf www.bild.de veröffentlicht.
Der Kommentar steht als urteilender Artikel der reinen Nachricht oder dem Bericht als faktenindizierende Textsorte gegenüber.
„Gemäß den Forderungen der Alliierten in der frühen Nachkriegszeit galt es, die Meinung klar von den Fakten, also den Berichten, Nachrichten etc. zu trennen. Meinung und Urteil wurden also ausgegliedert. Aufmacherberichten auf der Seite Eins der Zeitung wurde der Leitartikel gegenübergestellt. […] Schreiben durfte den Leitartikel entweder der Chefredakteur oder ein herausragendes Mitglied der Redaktion. Es handelte sich also um ein Privileg, einordnen und urteilen zu dürfen.“ (Straßner 2000: 71).
Heute findet diese Trennung nicht mehr allzu strikt statt und auch Redakteuren ist das Schreiben von Kommentaren oder ähnlichem möglich. In diesem Beispiel allerdings ging das Privileg des Kommentarschreibens, wie häufig bei der BILD, an den Chefredakteur.
Nach der von Barbara Sandig erstellten Unikalitätsskala lässt sich der Kommentar am ehesten als mustervariierender Text einordnen. Es gibt einige allgemeine Merkmale wie der Stil eines Kommentars sein sollte. Dazu zählt in erster Linie die Meinungsbildung. Der Kommentar soll „den aktuellen Standpunkt zu einem gemeldeten Ereignis bzw. zu einer Ereignisgruppe […] erörtern. Er soll gegenwärtige Zusammenhänge sichtbar machen oder andeuten und Auswirkungen auf die Zukunft erwägen, auch den Zusammenhang mit vergangenen Entwicklungen herstellen.“ (Kurz et al. 2010: 241).
1 Vorwort: Die Autorin erläutert ihre Motivation zur Verknüpfung der Studienfächer Germanistik und Politikwissenschaft durch die Analyse journalistischer Texte zum Rücktritt Wulffs.
2 Einleitung: Dieses Kapitel führt in die textstilistische Thematik ein, stellt die Merkmale nach Barbara Sandig vor und charakterisiert die Medien BILD und FAZ.
3 Textstilistische Untersuchung der Beiträge der BILD: Es erfolgt eine Analyse von Kommentar und Bericht der BILD-Zeitung hinsichtlich ihrer stilistischen Muster und Textmerkmale.
4 Textstilistische Untersuchung der Beiträge der FAZ: Hier werden ein Kommentar und ein Bericht der Frankfurter Allgemeinen Zeitung methodisch untersucht und mit den Ergebnissen der BILD-Analyse verknüpft.
5 Zusammenfassung: Die wichtigsten Erkenntnisse aus der Analyse der vier Texte werden gegenübergestellt, wobei Gemeinsamkeiten und medien-spezifische Unterschiede herausgearbeitet werden.
6 Fazit und Ausblick: Die Arbeit resümiert die Bedeutung journalistischer Stilmittel für die politische Berichterstattung und reflektiert die Rolle der Medien als Meinungsmacher.
7 Quellenverzeichnis: Auflistung der verwendeten Primär-, Sekundär- und Internetquellen.
Textstilistik, Christian Wulff, BILD, FAZ, Journalismus, Kommentar, Bericht, Barbara Sandig, Medienmacht, Politische Kommunikation, Textanalyse, Unikalität, Berichterstattung, Wulff-Affäre, Textfunktion.
Die Arbeit analysiert den sprachlichen Stil und die Textmerkmale journalistischer Beiträge über den Rücktritt von Christian Wulff, um die Berichterstattung in BILD und FAZ zu vergleichen.
Im Zentrum stehen die textstilistischen Merkmale nach Barbara Sandig (wie Unikalität, Textfunktion, Kohäsion, Kohärenz) sowie die unterschiedliche mediale Inszenierung eines politischen Rücktritts.
Das Ziel ist es, stilistische Gemeinsamkeiten und Unterschiede der beiden Medien aufzuzeigen und zu ermitteln, ob der gewählte journalistische Stil die öffentliche Meinungsbildung beeinflusst.
Die Autorin verwendet eine textlinguistische Analyse auf Basis der von Barbara Sandig definierten Textmerkmale, ergänzt durch die Einbeziehung medienkritischer Sekundärliteratur.
Der Hauptteil gliedert sich in zwei große Untersuchungsabschnitte: Die Analyse von je einem Kommentar und einem Bericht der BILD sowie analog dazu von der FAZ.
Typische Begriffe sind Textstilistik, journalistische Textsorten (Kommentar, Bericht), Mediensprache, Wulff-Affäre, Unikalität und Textfunktion.
Während die BILD stärker auf emotionalisierende Sprache, negative Wortwahl und Zitate zur meinungsbildenden "Kampagne" setzt, weist die FAZ eine eher konservative, intellektuelle Sprache mit komplexeren Satzstrukturen auf.
Sie dient als theoretisches Instrument, um die untersuchten journalistischen Beiträge in verschiedene Textsorten-Kategorien (z.B. mustervariierend oder musterbefolgend) einzuordnen.
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