Bachelorarbeit, 2012
63 Seiten, Note: Sehr gut
1. Einleitung
1.1. Problemstellung
1.2. Gliederung der Arbeit
2. Theoretischer Teil
2.1. Migrationsforschung
2.2. Diaspora und transnationale Netzwerke
2.3. Hochqualifiziertenmigration: Definitionen und normative Betrachtungsweisen
2.4. Brain Drain, Brain Gain und ähnliche Konzepte
2.5. Nationalist Approach und Internationalist Approach
3. Forschungsmethode
3.1. Forschungsfrage
3.2. Literaturauswahl und Feldzugang
3.3. Methodische Vorgehensweise
3.4. Generalisierung, Gütekriterien und Kontrolle
3.5. Reflexionen
4. Empirischer Teil
4.1. Hochqualifiziertenmigration in Indien: Phasen der (öffentlichen) Perzeption
4.2. Die Interessen der staatlichen AkteurInnen Indiens an den migratorischen Bewegungen der Hochqualifizierten
4.2.1. Kooperative Nutzenvorteile
4.2.2. Die Aus- und Weiterbildungsoption
4.2.3. Die Generierung von Wettbewerbsvorteilen
4.3. Spartenspezifische Interessenslagen der staatlichen AkteurInnen Indiens und negative Nebeneffekte
5. Conclusio
Die Arbeit untersucht die Interessen der staatlichen AkteurInnen Indiens an der Auswanderung hochqualifizierter indischer Arbeitskräfte. Das Ziel besteht darin zu analysieren, warum Indien keine restriktiven Maßnahmen gegen die Abwanderung setzt, sondern stattdessen offene migrationspolitische Ansätze verfolgt, die den potenziellen Nutzen durch transnationale Netzwerke und Kapitalflüsse betonen.
4.2.1. Kooperative Nutzenvorteile
Die Interessenslage der staatlichen indischen AkteurInnen an den migratorischen Bewegungen von Hochqualifizierten InderInnen manifestiert sich unter anderem in der Schaffung und in weiterer Folge Nutzung von Kooperationsbeziehungen und Transaktionskanälen, die durch die Vernetzung und den Beziehungsaufbau unterschiedlicher AkteurInnen – seien es Mitglieder der indischen highly skilled diaspora, Ministerien Indiens, Vernetzungsplattformen für Hochqualifizierte, uvm. - entstehen. Die diversen Beziehungen/ Kanäle erlauben es dem indischen Staat und dessen AkteurInnen von Kapital- und Informationsflüssen jeglicher Art zu profitieren und jene nutzbar zu machen.
Solidarische Netzwerke und transnationale Beziehungen können auch abseits von staatlicher Präsenz bestehen und sich selbst erhalten. Der indische Staat verfolgt im Rahmen seiner policies hinsichtlich Hochqualifiziertenmigration jedoch einen Ansatz, der Beziehungsaufbau und –erhalt mit der indischen Diaspora aktiv fördert. Es wird Abstand genommen von restriktiven und kompensatorischen Maßnahmen; stattdessen stellen die incentive policies als auch die von Indien forcierte Diaspora-Option den Anspruch einen Nutzen aus Kooperation zu erzielen.
Die durch Beziehungsaufbau geschaffenen Kanäle stellen zum Teil immaterielle Infrastruktur dar, mittels derer der Bezug zu den MigrantInnen nicht verloren werden soll. Durch die Aufrechterhaltung der Beziehungen zwischen EmigrantInnen und Sendeland kann gewährleistet werden, dass das für das Sendeland direkt verloren gegangene Humankapital der jeweiligen hochqualifizierten EmigrantInnen – bedingt durch die Abwanderung – nicht zur Gänze verloren geht und kann bestenfalls nutzbar gemacht werden. Jene Kanäle schaffen somit ebenfalls die Möglichkeit für eine Teilhabe der EmigrantInnen an Indiens Entwicklungsweg durch Rückwanderung, Diaspora-Option, kurze Arbeits-/Forschungsaufenthalte in Indien, Investitionen, als auch monetäre Rücküberweisungen und werden durch eine starke Rhetorik seitens der staatlichen AkteurInnen Indiens verstärkt.
1. Einleitung: Einführung in die Problematik der Hochqualifiziertenmigration und Darstellung der Forschungsfrage sowie Gliederung der Bachelorarbeit.
2. Theoretischer Teil: Erläuterung relevanter Konzepte wie Migrationsforschung, Diaspora-Option, Brain Drain/Gain sowie der theoretischen Ansätze der Migrationssteuerung.
3. Forschungsmethode: Beschreibung des qualitativen Forschungsdesigns basierend auf der Grounded Theory und Erläuterung der Literaturauswahl.
4. Empirischer Teil: Analyse der indischen Politik und der spezifischen Interessenslagen der Regierung, unterteilt in kooperative Vorteile, Bildungsaspekte und Wettbewerbsvorteile.
5. Conclusio: Zusammenfassende Beantwortung der Forschungsfrage und Reflexion der Ergebnisse vor dem Hintergrund nationalstaatlicher vs. transnationaler Handlungslogiken.
Hochqualifiziertenmigration, Indien, Diaspora-Option, Brain Gain, Brain Drain, staatliche Interessen, Transnationale Netzwerke, Humankapital, Migrationspolitik, Wissensökonomie, Rückwanderung, Forschungsfrage, Qualitative Inhaltsanalyse, Entwicklungspolitik, Arbeitsmigration.
Die Arbeit untersucht, welche Interessen die indische Regierung und ihre Ministerien an der Auswanderung ihrer hochqualifizierten Bürger haben und warum sie dabei eher auf Kooperation statt auf Restriktion setzen.
Im Zentrum stehen die Migrationsforschung, die Konzepte der Diaspora- und Wissensnetzwerke sowie die politische Steuerung von Migrationsbewegungen durch Sendeländer.
Das Ziel ist die Beantwortung der Forschungsfrage, welche spezifischen Interessen Indien an den migratorischen Bewegungen hochqualifizierter InderInnen verfolgt und wie diese politisch instrumentalisiert werden.
Die Arbeit nutzt eine qualitative Inhaltsinterpretation, die sich an der Methodik der Grounded Theory orientiert, um staatliche Publikationen und politische Reden auszuwerten.
Der Hauptteil analysiert, wie Indien durch verschiedene Kanäle – rhetorische, kulturelle, monetäre und bildungspolitische – versucht, aus der Abwanderung seiner Talente einen ökonomischen und technologischen Mehrwert zu generieren.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Brain Gain, Diaspora-Option, Humankapital, transnationale Netzwerke und indische Migrationspolitik definiert.
Der nationalistische Ansatz betrachtet Abwanderung primär als Verlust (Brain Drain) und fordert Restriktionen, während der internationalistische Ansatz auf Kooperation und "Win-Win-Situationen" (z.B. Rücküberweisungen, Wissenstransfer) setzt.
Indien sieht in seiner im Ausland lebenden Diaspora eine "Brain Bank" und versucht, deren Expertise für die eigene Entwicklung nutzbar zu machen, statt die Abwanderung physisch zu verhindern.
Die Arbeit thematisiert kritisch, dass die forcierte Ausrichtung auf technische und wirtschaftliche Ausbildung einen Lehrermangel im eigenen Land verschärfen kann.
Rhetorische Kanäle werden von der indischen Regierung genutzt, um Nationalstolz zu fördern, Erfolgsgeschichten zu präsentieren und die Diaspora dazu zu motivieren, in die Entwicklung Indiens zu investieren.
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