Diplomarbeit, 2009
149 Seiten, Note: 1,7
1. Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Zielsetzung und Themeneingrenzung
1.3 Vorgehensweise
2. Definition und Ziele von Mindestlöhnen
3. Ausgangspunkt der deutschen Mindestlohndebatte
3.1 Brüchiges Tarifsystem
3.2 Wachsender Niedriglohnsektor
3.3 Liberalisierung und Globalisierung des Arbeitsmarktes
4. Internationale Verbreitung von Mindestlöhnen
4.1 Bestehende Regelungen in Deutschland
4.2 Der heimliche gesetzliche Mindestlohn in Deutschland
4.3 Mindestlöhne international
4.3.1 Gesetzliche Mindestlöhne
4.3.2 Tarifvertragliche Mindestlöhne
5. Aktuelle Debatte in Deutschland – ein Überblick
5.1 Pro Mindestlohn
5.1.1 Die Befürworter eines Mindestlohnes
5.1.2 Die Argumente
5.2 Contra Mindestlohn
5.2.1 Die Gegner eines Mindestlohnes
5.2.2 Die Argumente
5.3 Angemessene Höhe eines Mindestlohnes
5.4 Ausgestaltung eines Mindestlohnes
5.5 Alternativen zum Mindestlohn
5.5.1 Alternative Modelle zum Mindestlohn
5.5.2 Alternative Modelle in der Debatte
6. Schlussfolgerung
7. Beschäftigungswirkung von Mindestlöhnen – die Theorie
7.1 Methodische Hinweise
7.2 Statisch-partialanalytische Betrachtung
7.2.1 Die neoklassische Lehrbuchdarstellung
7.2.2 Das neoklassische Zweisektorenmodell
7.2.3 Mindestlöhne und Monopson
7.2.4 Effizienzlohntheorie und Suchmodelle
7.3 Dynamische Totalmodelle
7.4 Kritik an den Modellen
7.5 Schlussfolgerung der theoretischen Beschäftigungswirkung von Mindestlöhnen
8. Beschäftigungswirkung von Mindestlöhnen – die Empirie
8.1 Methodische Hinweise
8.2 Internationale Rahmenbedingungen
8.2.1 Industrielle Beziehungen und Sozialstaat
8.2.2 Mindestlohnausgestaltung
8.3 Beschäftigungswirkung international – ein Überblick
8.4 Situation in ausgewählten Ländern
8.4.1 Frankreich
8.4.1.1 Ausgestaltung des Mindestlohnes
8.4.1.2 Beschäftigungswirkung des SMIC
8.4.2 Großbritannien
8.4.2.1 Ausgestaltung des Mindestlohnes
8.4.2.2 Beschäftigungswirkung des NMW
8.5 Schlussfolgerung: Lehren für Deutschland
8.6 Beschäftigungswirkung in Deutschland
8.6.1 Umgesetzte tarifvertragliche Mindestlöhne
8.6.1.1 Baumindestlohn
8.6.1.2 Postmindestlohn
8.6.2 Der gesetzliche Mindestlohn
8.6.2.1 Simulationsstudien
8.6.2.2 Befragungsergebnisse
8.7 Kritik an den Untersuchungen
8.8 Schlussfolgerung der empirischen Beschäftigungswirkung von Mindestlöhnen
9. Schlussbetrachtung
9.1 Zusammenfassung
9.2 Schlussbemerkung
Die vorliegende Arbeit untersucht die Beschäftigungswirkung von Mindestlöhnen mit dem Ziel, einen Beitrag zur Versachlichung der aktuellen Diskussion in Deutschland zu leisten. Dabei wird der internationale Forschungsstand analysiert und die Debatte in Deutschland unter theoretischen und empirischen Gesichtspunkten beleuchtet, um die Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt einzuschätzen.
7.1 Methodische Hinweise
Die Analysen der Wirkung von Mindestlöhnen beruhen in der Mehrzahl auf einem partialanalytischen neoklassischen Arbeitsmarktmodell. Darin wird die Wirkung von Mindestlöhnen auf die Beschäftigung komparativ-statisch dargestellt. Die partialanalytische Darstellung impliziert, dass sich die Darstellung nie auf alle Märkte einer Ökonomie konzentriert.
Einige Teilmärkte werden aus der Betrachtung ausgeklammert, sodass eine Vielzahl ökonomischer Variablen exogen gegeben sind. Damit werden die Auswirkungen von Mindestlöhnen auf andere Teilmärkte, wie z. B. den Gütermarkt, bereits von der Methodologie her ausgeschlossen. Die komparativ-statische Orientierung impliziert wiederum, dass zwei verschiedene Zustände miteinander verglichen werden. In diesem Fall handelt es sich um den Zustand vor und nach der Mindestlohneinführung. Der Übergangsprozess vom einen in den anderen Zustand wird ausgeklammert. Wachstumsmodelle zur Wirkung von Mindestlöhnen erlauben eine dynamische Betrachtungsweise.
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die aktuelle Niedriglohndebatte in Deutschland und definiert die Zielsetzung sowie die Vorgehensweise der Untersuchung zur Beschäftigungswirkung von Mindestlöhnen.
2. Definition und Ziele von Mindestlöhnen: Dieses Kapitel definiert Mindestlöhne und unterscheidet zwischen gesetzlichen und tarifvertraglichen Lohnuntergrenzen sowie den damit verfolgten sozial- und wirtschaftspolitischen Zielen.
3. Ausgangspunkt der deutschen Mindestlohndebatte: Hier werden die Hintergründe der Debatte analysiert, insbesondere die Erosion des deutschen Tarifsystems, das Wachstum des Niedriglohnsektors sowie die Auswirkungen von Liberalisierung und Globalisierung.
4. Internationale Verbreitung von Mindestlöhnen: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über die rechtlichen Rahmenbedingungen in Deutschland und vergleicht die internationale Verbreitung gesetzlicher und tarifvertraglicher Mindestlöhne.
5. Aktuelle Debatte in Deutschland – ein Überblick: Die Pro- und Contra-Argumente der unterschiedlichen gesellschaftlichen Akteure werden vorgestellt und Alternativmodelle zum Mindestlohn, wie Kombilohn-Konzepte, diskutiert.
6. Schlussfolgerung: Das Kapitel zieht ein erstes Fazit zur deutschen Situation, die durch die Brüche im Tarifsystem und den steigenden Druck auf Niedriglohnempfänger geprägt ist.
7. Beschäftigungswirkung von Mindestlöhnen – die Theorie: Theoretische Modelle, angefangen bei der neoklassischen Lehrbuchdarstellung bis hin zu Monopsonmodellen und dynamischen Totalmodellen, werden auf ihre Aussagen zur Beschäftigungswirkung hin untersucht.
8. Beschäftigungswirkung von Mindestlöhnen – die Empirie: Empirische Untersuchungen aus dem In- und Ausland werden kritisch analysiert, um die reale Wirkung von Mindestlöhnen auf den Arbeitsmarkt zu bewerten.
9. Schlussbetrachtung: Die Arbeit fasst die Ergebnisse zusammen und betont, dass nach aktuellem Kenntnisstand eine Einführung von Mindestlöhnen aus empirischer Sicht kaum befürwortet werden kann.
Mindestlohn, Beschäftigungswirkung, Niedriglohnsektor, Arbeitslosigkeit, Tarifautonomie, Arbeitsmarktmodell, Monopson, Komparativ-statische Analyse, Empirie, Arbeitsmarktpolitik, Kombilohnmodell, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Tarifsystem.
Die Arbeit analysiert die Beschäftigungswirkung von Mindestlöhnen und untersucht, ob deren Einführung in Deutschland zu Arbeitsplatzverlusten führen würde oder nicht.
Zentrale Themen sind die theoretischen Arbeitsmarktmodelle, die internationale empirische Evidenz, die aktuelle politische Debatte in Deutschland sowie die Analyse von Alternativmodellen (wie Kombilöhnen).
Ziel ist es, einen Beitrag zur Versachlichung der Diskussion in Deutschland zu leisten und einzuschätzen, wie die Beschäftigungswirkung von Mindestlöhnen auf Basis der vorliegenden Theorie und Empirie zu bewerten ist.
Es handelt sich um eine Literatur- und Sekundärdatenanalyse, die theoretische ökonomische Standardmodelle mit der empirischen Auswertung internationaler und deutscher Studien kombiniert.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Herleitung (neoklassische vs. Monopson-Modelle) und eine umfangreiche empirische Analyse, die internationale Erfahrungen und spezifische deutsche Simulationsstudien untersucht.
Die zentralen Schlagworte sind Mindestlohn, Beschäftigungswirkung, Niedriglohnsektor, Arbeitslosigkeit und Tarifautonomie.
Die Studie ist ein kontrovers diskutiertes Beispiel für eine quasi-experimentelle Analyse im Bausektor, deren Ergebnisse (insb. hinsichtlich Arbeitsplatzverlusten im Osten) in der Debatte unterschiedlich interpretiert werden.
Die Arbeit stellt fest, dass Kombilohn-Modelle als Alternativen diskutiert werden, aber ebenfalls unter komplexen fiskalischen Anforderungen und politischer Kontroverse stehen, ähnlich wie die Mindestlohndebatte selbst.
Der Autor kommt zu dem Schluss, dass aus empirischer Sicht eine Einführung von Mindestlöhnen kaum befürwortet werden kann und fordert eine unabhängige wissenschaftliche Evaluierung, statt sie zum politischen Spielball zu machen.
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