Bachelorarbeit, 2014
163 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. Ausgangssituation und Forschungsinteresse
2.1 Entwicklung der modernen Gesellschaft
2.1.1 Veränderte Arbeitswelt
2.1.2 Sozialpolitische Veränderungen
2.1.3 Familiäre Rahmenbedingungen
2.2 Entwicklung der Arbeitssituation im produzierenden Gewerbe insbesondere bei der Fließbandarbeit
2.3 Gesundheit in der modernen Arbeitswelt
3. Forschungsfrage
4. Leistungsfähigkeit
4.1 Salutogenese nach Antonovsky
4.2 Ganzheitliches Gesundheitsmodell
4.3 Weitere Einflussfaktoren auf die Leistungsfähigkeit
4.3.1 Demographischer Wandel
4.3.2 Prekarisierung
4.3.3 Kulturelle Vielfalt
5. Betriebliche Sozialberatung
5.1 Historische Entwicklung der Betrieblichen Sozialberatung
5.2 Heutige Betriebliche Sozialberatung im produzierenden Gewerbe
5.3 Beitrag der Betrieblichen Sozialberatung zur Sicherung der nachhaltigen Leistungsfähigkeit der Fließbandarbeiter
6. Ableitung der Hypothesen
7. Qualitative Sozialforschung
7.1 Erhebungsdesign
7.2 Vorwissen
7.3 Interviewleitfaden
7.4 Interviewpartner
7.5 Durchführung der Interviews
7.6 Datenerfassung und Datenaufbereitung
7.7 Auswertungsdesign
8. Ergebnisse der qualitativen Sozialforschung
8.1 Die vier Gesundheitsfelder und die Bedeutung der weiteren Faktoren
8.1.1 Körperliche Gesundheit
8.1.2 Psychische Gesundheit
8.1.3 Soziale Gesundheit
8.1.4 Existenzielle Gesundheit
8.1.5 Gesamthafte Betrachtung der vier Gesundheitsfelder
8.1.6 Demographischer Wandel
8.1.7 Prekarisierung
8.1.8 Kulturelle Vielfalt
8.2 Weitere Ergebnisse
8.2.1 Bedeutung der Eigenverantwortung der Mitarbeiter
8.2.2 Unterschiedliche Auffassungen von Betrieblicher Sozialberatung
9. Zusammenfassung und Empfehlung
Die Arbeit untersucht das Potenzial der Betrieblichen Sozialberatung, die Gesundheit und damit die nachhaltige Leistungsfähigkeit von Fließbandarbeitern im produzierenden Gewerbe zu sichern. Dabei wird der Frage nachgegangen, wie Unternehmen Rahmenbedingungen in verschiedenen Gesundheitsbereichen gestalten und welche Rolle dabei die Betriebliche Sozialberatung spielt.
1. Einleitung
„Es ist 23:00 Uhr. Heute ist der erste Tag meines vierwöchigen Ferieneinsatzes als Fließbandarbeiter in einer Motorenmontage. Nachtschicht. Ich mache den Job nun schon zum sechsten Mal. Eigentlich studiere ich Soziale Arbeit. Ich setzte mich auf mein Fahrrad und freue mich meine alten Kollegen wiederzusehen. Die Leute sind mir ans Herz gewachsen in den letzten Jahren. Ich bin fast immer in derselben Gruppe. Ob diesmal noch alle da sind? Otto war Leiharbeiter und hatte immer Angst, dass die Firma ihn eines Tages nicht mehr braucht. Er hatte mir beim letzten Mal erzählt, dass er sich ein Haus kaufen wollte, damit seine Kinder einen Garten haben in dem sie spielen können. Er wusste aber nie, ob er es wagen sollte, wegen der Unsicherheit seinen Job zu verlieren. In der Firma angekommen. Schnell mit der Horde Menschen durch das Drehkreuz. Der Einmarsch erinnert mich immer an eine Viehherde, die in den Stall getrieben wird. Da ist Silvia. Sie hat mir das letzte Mal erzählt, dass ihr Sohn vor 3 Jahren bei einem Autounfall ums Leben kam. Letztes Jahr war sie nach seinem Todestag für eine Woche krank, es ging ihr wohl nicht gut. Angekommen am Gruppentisch. Immer noch die gleichen Gesichter. Peter wird schon wieder von den Kollegen hoch genommen. Er lacht immer mit. Aber ob es ihn wirklich so kalt lässt wie er tut, da bin ich mir nicht sicher. Der Gruppenleiter begrüßt mich, die Glocke ertönt, Schichtbeginn. Ich stelle mich ans Band, meinen Arbeitsplatz und die Abläufe kenne ich schon. Ich stehe neben Lisa. Ihr Mann arbeitet auch hier, aber in einer anderen Schicht, damit immer jemand zuhause ist für die Kinder. Sie sagte mir das letzte Mal, dass das für die Beziehung eine echte Belastung ist. Die beiden sehen sich ja kaum. Jetzt stehe ich hier, ein Teil nach dem anderen rollt heran und ich mache meine Arbeitsschritte als wäre ich nie weg gewesen.
Die Teile sind ziemlich schwer. Es gibt zwar Handlings-geräte, aber die benutzt hier kaum jemand, weil man damit langsamer ist und keine Kurzpausen herausarbeiten kann. Nur Werner, der bereits Probleme mit dem Rücken hat, benutzt sie. Die erste Stunde ist vorbei und wir wechseln den Arbeitsplatz. Das passt mir ganz gut, weil mir mein Handgelenk vom Schrauben bereits weh tut. Ich denke darüber nach, wie die Leute das Tag für Tag schaffen. Manche sind schon seit 20 Jahren hier. Ich denke an Otto, Silvia, Lisa, Peter und Werner. Ich denke an die Schicksale, an die Sorgen und an das, was ich hier immer wieder mitbekomme. Und ich frage mich: Kann Soziale Arbeit nicht auch im betrieblichen Kontext zusätzliche Hilfestellung leisten. Wären Otto, Silvia, Lisa und Co. nicht gesünder und leistungsfähiger, wenn sie sich einer Stelle im Unternehmen anvertrauen könnten, wie sie sich mir als Kollegin immer wieder anvertrauen? Welchen Vorteil hätte das Unternehmen, wenn es sich mit der sozialen Gesundheit seiner Mitarbeiter intensiver auseinandersetzen würde?“
1. Einleitung: Beschreibt die persönliche Motivation und die Fragestellung der Arbeit anhand eines Fallbeispiels aus der Montage.
2. Ausgangssituation und Forschungsinteresse: Analysiert den Wandel der modernen Gesellschaft, der Arbeitswelt und die Auswirkungen auf die Gesundheit.
3. Forschungsfrage: Definiert die zentrale Forschungsfrage nach dem Potenzial der Betrieblichen Sozialberatung.
4. Leistungsfähigkeit: Erarbeitet theoretische Grundlagen zur Leistungsfähigkeit, zum Salutogenese-Konzept und zu ganzheitlichen Gesundheitsmodellen.
5. Betriebliche Sozialberatung: Beleuchtet die historische Entwicklung und die heutigen Einsatzmöglichkeiten der Betrieblichen Sozialberatung.
6. Ableitung der Hypothesen: Formuliert auf Basis der theoretischen Erkenntnisse allgemeine und spezifische Hypothesen für die Untersuchung.
7. Qualitative Sozialforschung: Erläutert das methodische Vorgehen, das Erhebungsdesign und die Auswahl der untersuchten Unternehmen.
8. Ergebnisse der qualitativen Sozialforschung: Präsentiert die gewonnenen Daten aus den Experteninterviews und diskutiert die Ergebnisse hinsichtlich der Gesundheitsfelder.
9. Zusammenfassung und Empfehlung: Fasst die Kernergebnisse zusammen und gibt Empfehlungen für die betriebliche Praxis.
Betriebliche Sozialberatung, Leistungsfähigkeit, Fließbandarbeit, Salutogenese, Ganzheitliches Gesundheitsmodell, Betriebliches Gesundheitsmanagement, Arbeitswelt, Demographischer Wandel, Prekarisierung, Kulturelle Vielfalt, qualitative Sozialforschung, Hilfe zur Selbsthilfe, Empowerment, Präventionsarbeit, Stressmanagement.
Die Arbeit analysiert das Potenzial der Betrieblichen Sozialberatung zur Sicherung der nachhaltigen Leistungsfähigkeit von Fließbandarbeitern im produzierenden Gewerbe.
Zentrale Themen sind die Gesundheit im Wandel der modernen Arbeitswelt, die theoretischen Grundlagen von Leistungsfähigkeit (Salutogenese) sowie die praktische Ausgestaltung der Betrieblichen Sozialberatung als präventives Instrument.
Die Forschungsfrage lautet: Ist die Betriebliche Sozialberatung ein Potenzial, um die Gesundheit und somit die Leistungsfähigkeit der Fließbandarbeiter nachhaltig zu erhalten?
Es wurde eine qualitative Sozialforschung durchgeführt, die auf leitfadengestützten Experteninterviews in drei verschiedenen Unternehmen des produzierenden Gewerbes basiert.
Der Hauptteil umfasst eine theoretische Auseinandersetzung mit Leistungsfähigkeit und Sozialberatung, die Ableitung von Hypothesen sowie die detaillierte Darstellung und Analyse der Interviewergebnisse in Bezug auf verschiedene Gesundheitsfelder.
Schlüsselwörter sind u.a. Betriebliche Sozialberatung, Leistungsfähigkeit, Fließbandarbeit, Salutogenese, Prekarisierung und Präventionsarbeit.
Die Analyse zeigt, dass Unternehmen unterschiedliche Rahmenbedingungen für Mitarbeiter in der direkten Produktion (Fließband) und indirekten Bereichen (Büro) schaffen, was unterschiedliche Herausforderungen für die Gesundheitsförderung mit sich bringt.
Die Führungskraft fungiert als „Sinnvermittler“ und Bindeglied zwischen Mitarbeiter und Unternehmen; ihr Verhalten und ihre zeitlichen Ressourcen zur Führung haben einen erheblichen Einfluss auf das Gesundheitsbefinden und die Sinnhaftigkeit der Tätigkeit.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

