Masterarbeit, 2014
118 Seiten, Note: 12,0
Jura - Rechtsphilosophie, Rechtssoziologie, Rechtsgeschichte
1. Einleitung
1.1 Themendarstellung mit Untersuchungsfragestellung
1.2 Methodik
1.3 Forschungsstand
2. Hauptteil
2.1 Die Rahmenbedingungen
2.1.1 Politik und Gesellschaft
2.1.1.1 Westdeutschland in den 60er Jahren
2.1.1.2 Der Blick nach München
2.1.2 Protestklima in der BRD nach dem Zweiten Weltkrieg
2.1.2.1 Jugendkultur
2.1.2.2 Die "Halbstarken-Krawalle"
2.1.2.3 Proteststadt München?
2.1.3 Die Entwicklung der bundesdeutschen Polizei
2.1.4 Die Münchner Stadtpolizei Anfang der 60er Jahre
2.1.4.1 Ihre Entstehung nach 1945
2.1.4.2 Die Ausbildung
2.1.4.3 Kultur und Stellung in der Gesellschaft
2.1.4.4 Der Umgang mit Protest und Menschenmassen
2.2 Zwischenergebnis - Erklärungsansätze für die Entstehung der "Schwabinger Krawalle"
2.3 Die "Schwabinger Krawalle"
2.3.1 Der Ablauf der Ereignisse
2.3.2 Wirkmechanismen
2.3.3 Nachbetrachtungen
2.4 Konsequenzen aus den "Schwabinger Krawallen"
2.4.1 Die Stadtpolizei München unter Polizeipräsident Schreiber
2.4.2 Der Psychologische Dienst
2.4.3 Die Entstehung der "Münchner Linie"
2.4.4 Änderungen in der Aus- und Fortbildung
2.5 Einfluss der Konsequenzen auf die Einsatztaktik der Münchner Polizei
2.5.1 Das Sonderkommando "Schwabing"
2.5.1.1 Relevante Entwicklungen und Hintergründe
2.5.1.2 Der Ablauf des Einsatzes
2.5.1.3 Rückschlüsse
2.5.2 "Rolling Stones" Konzert 1965
2.5.2.1 Relevante Entwicklungen und Hintergründe
2.5.2.2 Der Ablauf des Einsatzes
2.5.2.3 Rückschlüsse
2.5.3 Der Schah-Besuch 1967
2.5.3.1 Relevante Entwicklungen und Hintergründe
2.5.3.2 Der Ablauf des Einsatzes
2.5.3.3 Rückschlüsse
2.5.4 Die Osterunruhen 1968
2.5.4.1 Relevante Entwicklungen und Hintergründe
2.5.4.2 Die Ereignisse von Gründonnerstag bis Ostersonntag
2.5.4.3 Der Ablauf des Einsatzes am Ostermontag 1968
2.5.4.4 Rückschlüsse
2.5.5 Der Blick in andere Bundesländer am Beispiel des Schah-Besuchs in Berlin 1967
3. Fazit mit einem Blick auf die Gegenwart
Die Arbeit untersucht, inwiefern die "Schwabinger Krawalle" von 1962 als Wendepunkt für die polizeiliche Einsatztaktik der Münchner Stadtpolizei dienten und wie sich die daraus gezogenen Konsequenzen bei späteren Protesten der 1960er Jahre auswirkten.
2.5.1 Das Sonderkommando "Schwabing"
Ein knappes Jahr nach den Krawallen in Schwabing hatte sich weder die Atmosphäre dieses Stadtteils noch sein in ihm vorhandenes Protestpotential geändert. Mit einem Ansteigen der Temperaturen spätestens Ende April war das Münchner Künstler- und Vergnügungsviertel, insbesondere an den Wochenenden, bis spät in die Nacht hinein wieder rege von Passanten besucht. Die unter freiem Himmel auf den Gehsteigen aufgestellten Stühle und Tische der Straßencafés waren wieder vollbesetzt, während sich der dichte Verkehr auf der Leopoldstraße träge fortbewegte. Auch zahlreiche Straßenmusiker unterhielten wieder mit ihren Instrumenten eine große Zuhörerschar, die stellenweise offensichtlich nur darauf wartete, dass es wieder zu einer Wiederholung der Ereignisse aus dem letzten Jahr kommen würde. So stellte eine zivile Streife der Kriminalpolizei in der Nacht des 21. April 1963 am Wedekindbrunnen inmitten einer Menschenmenge einen betrunkenen Mann fest, der ausgelassen tanzte und immer wieder lautstark das Erscheinen der Polizei forderte. Für Schreiber waren dies Indikatoren genug, um ein erneutes Ausbrechen von Unruhen in diesem Stadtteil zu befürchten. Insbesondere zu den Jahrestagen der "Schwabinger Krawalle" war diese Sorge entsprechend groß.
1. Einleitung: Die Einleitung führt in das Forschungsthema ein, definiert die zentrale Fragestellung zur Rolle der Polizei und erläutert die methodische Vorgehensweise sowie den Forschungsstand.
2. Hauptteil: Der Hauptteil analysiert die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen, die Entwicklung der Münchner Polizei, die "Schwabinger Krawalle" selbst sowie deren Konsequenzen und Einfluss auf spätere Einsatztaktiken.
3. Fazit mit einem Blick auf die Gegenwart: Das Fazit resümiert die Bedeutung der "Schwabinger Krawalle" als entscheidenden Anstoß für eine grundlegende polizeiliche Reform und Demokratisierung.
Schwabinger Krawalle, Münchner Stadtpolizei, Polizeiliche Einsatztaktik, Deeskalation, Psychologischer Dienst, 1960er Jahre, Protestkultur, Polizeipräsident Manfred Schreiber, Sonderkommando Schwabing, Münchner Linie, Bürgerpolizei, Studentenproteste, Westdeutschland, Autorität, Massenpsychologie
Die Arbeit analysiert die Entwicklung der polizeilichen Einsatztaktik in München in den 1960er Jahren, insbesondere vor dem Hintergrund der "Schwabinger Krawalle" von 1962 als prägendem Ereignis.
Zentrale Themen sind der Wandel des polizeilichen Selbstverständnisses, die Einführung psychologischer Dienstleistungen in der Polizei sowie der Umgang mit verschiedenen Formen von öffentlichem Protest.
Das primäre Ziel ist es, den Einfluss der "Schwabinger Krawalle" auf nachfolgende Einsätze der Münchner Polizei zu untersuchen und die Transformation von einer autoritären "Staatspolizei" hin zu einer bürgerorientierteren Taktik aufzuzeigen.
Der Autor stützt sich auf eine historisch-kritische Methode, die die Auswertung von Fachliteratur mit einer fundierten Archivarbeit (Bayerisches Hauptstaatsarchiv/Staatsarchiv München) verbindet.
Der Hauptteil beleuchtet die politischen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen, die spezifische Situation der Münchner Polizei Anfang der 60er Jahre, den Ablauf der Krawalle sowie deren Konsequenzen und Anwendung bei späteren Ereignissen wie dem Schah-Besuch 1967.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Polizeiliche Einsatztaktik, Münchner Linie, Deeskalation, Protestkultur der 60er Jahre und Demokratisierungsprozess charakterisieren.
Der 1964 gegründete Dienst fungierte als beratende Instanz, um durch psychologische Erkenntnisse den Abbau von Vorurteilen zu fördern und deeskalierende Strategien für den Umgang mit Demonstrationen zu entwickeln.
Trotz der Reformbemühungen stieß die "Münchner Linie" bei den Osterunruhen aufgrund des gewandelten, radikaleren Protestpotentials an ihre Grenzen, wobei die Polizei jedoch weiterhin um Verhältnismäßigkeit bemüht blieb.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

