Bachelorarbeit, 2009
94 Seiten, Note: 1,7
1 Einleitung
2 Das Jugendalter als Lebens- und Entwicklungsphase
2.1 Einleitende Begriffsbestimmung
2.2 Die Entstehung der Jugendphase
2.3 Jugend im 21. Jahrhundert: Die Erwerbstätigkeit im Fokus
2.4 Entwicklungsaufgaben
2.4.1 Entwicklungsaufgaben im Jugendalter – Übergang in das Erwachsenenalter
2.4.2 Entwicklung von Individuation und Identität
2.5 Freizeitgestaltung und Politisierung
2.5.1 Jugend und Politik
2.5.2 Freizeitgestaltung – Ergebnisse der Shell Jugendstudie 2006
2.6 Soziale Benachteiligung von Jugendlichen
2.7 Abschließende Zusammenfassung
3 Der Ludwigsburger Stadtteil Eglosheim
3.1 Jugendliche im Ludwigsburger Stadtteil Eglosheim
3.2 Jugendarbeit der Kinder- und Jugendförderung im Ludwigsburger Stadtteil Eglosheim
4 Partizipation/Beteiligung
4.1 Eine erste Begriffsbestimmung und Annäherung
4.2 Qualitätskriterien
4.3 Partizipation von Kindern und Jugendlichen
4.3.1 Rechtliche Hintergründe
4.3.2 Beteiligung im SGB VIII
4.3.3 Pädagogische Partizipationsbegründung und Voraussetzungen
4.4 Partizipation von benachteiligten Jugendlichen
4.5 Beteiligungsformen
4.6 Zusammenfassung und Ausblick auf Eglosheim
5 Hypothesen
6 Untersuchung der Beteiligung von sozial benachteiligten Jugendlichen
6.1 Untersuchungsgruppe
6.2 Auswahl des Untersuchungsinstruments
6.3 Methodische Überlegungen zur Konstruktion des Fragebogens
6.4 Konstruktion des Fragebogens
6.4.1 Begründung der einzelnen Fragen
6.4.2 Zusammenhang von Hypothesen und Fragen
6.4.3 Begründung der Zusammenhänge von Hypothesen und Fragen
6.4.4 Überlegungen zur Gestaltung der Antwortmöglichkeiten
6.4.5 Design des Fragebogens
6.4.6 Vortest
6.4.6.1 Erster Vortest
6.4.6.2 Zweiter Vortest
7 Durchführung der Befragung
8 Auswertung der Befragung
8.1 Ergebnisse der Befragung
8.1.1 Hypothese 1
8.1.2 Hypothese 2
8.1.3 Hypothese 3
8.1.4 Hypothese 4
8.1.5 Hypothese 5
8.1.6 Hypothese 6
8.1.7 Hypothese 7
8.1.8 Hypothese 8
8.2 Weitere Ergebnisse und Feststellungen
8.2.1 Freizeitverhalten
8.2.2 Alters- und geschlechtsspezifisches Antwortverhalten
8.2.2.1 Jungen und Mädchen
8.2.2.2 Ältere und jüngere Jugendliche
8.3 Zusammenfassung und Interpretation der Ergebnisse
9 Schlussfolgerungen
9.1 Allgemeine Relevanz
9.2 Bedeutung für die Praxis
Die Arbeit untersucht, wie eine Partizipation von Jugendlichen in benachteiligten Lebenslagen innerhalb der offenen Kinder- und Jugendarbeit erreicht und erfolgreich umgesetzt werden kann, wobei der Ludwigsburger Stadtteil Eglosheim als konkretes Praxisbeispiel dient.
2.6 Soziale Benachteiligung von Jugendlichen
Eine umfassende Definition von sozialer Benachteiligung aufzustellen gestaltet sich nicht einfach. In der einschlägigen Literatur finden sich selten treffende Beiträge zur sozialen Benachteiligung. Auch in der weiteren Fachliteratur findet sich wenig zur sozialen Benachteiligung im Allgemeinen. Die einzelnen Faktoren und Auswirkungen der sozialen Benachteiligung, wie z.B. Armut und Bildungsmangel, sind dagegen oft Thema einzelner Publikationen. Bei der Auseinandersetzung mit Definitionsversuchen und Aussagen hinsichtlich sozialer Benachteiligung, sind die Blickwinkel der jeweiligen Autoren zu berücksichtigen. Im folgenden Teil erfolgt eine Annäherung an den Begriff der sozialen Benachteiligung aus verschiedenen Blickrichtungen. Es werden abschließend die Gemeinsamkeiten der verschiedenen Ansätze ermittelt, um eine für diese Arbeit sinnvolle Begriffsbestimmung zu geben.
Aus sozialpädagogischer Sicht bietet sich eine Auseinandersetzung mit dem Sozialgesetzbuch an. Der Begriff soziale Benachteiligung findet sich im achten Sozialgesetzbuch (SGB VIII) wieder, ist dort allerdings auch nicht klar definiert, wird aber zumindest umschrieben. In § 13 werden als Zielgruppe der Jugendsozialarbeit junge Menschen, die individuell beeinträchtigt und sozial benachteiligt sind, aufgeführt. Im Frankfurter Lehr- und Praxiskommentar zum KJHG/SGB VIII wird im Rahmen des § 13 intensiver auf soziale Benachteiligung eingegangen. Dort heißt es ebenfalls, dass dieser Begriff weit gefasst und daher extensiv auszulegen sei. Junge Menschen mit sozialen Benachteiligungen seien „solche mit defizitärer Sozialisation in den Bereichen Familie, Schule und Ausbildung, Berufsleben und sonstige Umwelt.“
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik benachteiligter Jugendlicher ein und formuliert die zentrale Fragestellung der Bachelor-Thesis bezüglich deren Partizipationsmöglichkeiten.
2 Das Jugendalter als Lebens- und Entwicklungsphase: Dieses Kapitel betrachtet die soziologische und psychologische Bedeutung des Jugendalters, inklusive der Entwicklungsaufgaben und des Einflusses sozialer Benachteiligung.
3 Der Ludwigsburger Stadtteil Eglosheim: Hier werden die lokalen Lebensbedingungen Jugendlicher in Eglosheim analysiert sowie das Angebot der örtlichen Kinder- und Jugendförderung vorgestellt.
4 Partizipation/Beteiligung: Dieses Kapitel definiert Partizipation, beleuchtet rechtliche Grundlagen wie das SGB VIII und erörtert pädagogische Bedingungen für die Beteiligung benachteiligter Jugendlicher.
5 Hypothesen: Auf Basis der vorangegangenen theoretischen Ausführungen werden hier acht Hypothesen für den empirischen Teil aufgestellt.
6 Untersuchung der Beteiligung von sozial benachteiligten Jugendlichen: Hier werden Methodik, Zielgruppe und die Konstruktion des verwendeten Fragebogens zur Untersuchung der Partizipationsbereitschaft dargelegt.
7 Durchführung der Befragung: Dieses Kapitel beschreibt den praktischen Ablauf der Datenerhebung an den betroffenen Eglosheimer Schulen.
8 Auswertung der Befragung: Dieser Abschnitt präsentiert die Ergebnisse der empirischen Erhebung, wertet diese in Bezug auf die Hypothesen aus und zieht Interpretationen daraus.
9 Schlussfolgerungen: Das abschließende Kapitel fasst die Relevanz der Ergebnisse für die allgemeine Theorie sowie für die konkrete pädagogische Praxis der Jugendförderung zusammen.
Soziale Benachteiligung, Jugendalter, Partizipation, Jugendarbeit, Eglosheim, Jugendhilfe, Entwicklungsaufgaben, Beteiligung, Bildungsstatus, politisches Interesse, Gemeinwesenarbeit, Sozialisation, Jugendliche, Engagement, Ressourcenorientierung
Die Bachelorarbeit untersucht, inwieweit Jugendliche in benachteiligten Lebenslagen im Ludwigsburger Stadtteil Eglosheim an Jugendarbeit partizipieren können und welche Faktoren ihre Bereitschaft zu gesellschaftlichem Engagement beeinflussen.
Die zentralen Themen sind das Jugendalter als Entwicklungsphase, der Begriff der sozialen Benachteiligung, Konzepte der Partizipation in der Kinder- und Jugendhilfe sowie die empirische Analyse von Interessen und Engagement-Hürden der Zielgruppe.
Die Forschungsfrage lautet, wie Beteiligung von Jugendlichen in benachteiligten Lebenslagen in der offenen Jugendarbeit erreicht, motiviert und umgesetzt werden kann.
Der Autor führt eine quantitative Querschnittsuntersuchung mit Fragebögen an Schulen in Eglosheim durch, wobei eine Clusterstichprobe verwendet wurde.
Der Hauptteil gliedert sich in einen theoretischen Block zu Jugendphase, Benachteiligung und Partizipation, gefolgt vom empirischen Teil, der die Konstruktion, Durchführung und Auswertung der Befragung sowie die Diskussion der Ergebnisse umfasst.
Soziale Benachteiligung, Partizipation, Jugendarbeit, Jugendhilfe, Eglosheim, Entwicklungsaufgaben und politische Beteiligung sind die zentralen Begriffe.
Die Untersuchung zeigt, dass politisches Engagement, wenn es explizit als solches bezeichnet wird, von der Zielgruppe kategorisch abgelehnt wird, während soziale Engagements durchaus auf Interesse stoßen.
Es zeigt sich ein enger Zusammenhang zwischen Bildungsgrad und Partizipationsbereitschaft; Jugendliche mit geringerem formalen Bildungsabschluss benötigen niedrigschwellige und interessengeleitete Beteiligungsangebote.
Die Praxis sollte auf politische Fachbegriffe verzichten und Angebote stattdessen jugendnah gestalten, die an den konkreten Interessen und dem individuellen Nutzen der Jugendlichen anknüpfen.
Ja, die Studie deutet darauf hin, dass jüngere Jugendliche (11-14 Jahre) eine höhere Motivation für Partizipationsprojekte aufweisen als ältere (15-17 Jahre), bei denen schulische und berufliche Belastungen das Engagement erschweren könnten.
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