Bachelorarbeit, 2014
45 Seiten, Note: 2.0
1. Einleitung
2. Lage Deutschlands in der Nachkriegszeit
3. Sicherheitspolitische Situation in Deutschland vor dem Koreakrieg
4. Der Koreakrieg
4.1. Relevanz für Deutschland als nicht aktiven Teilnehmer
5. Auswirkungen und Folgen des Koreakrieges
5.1. Auf die sicherheitspolitische Entwicklung, die Wiederbewaffnung und den Weg in die NATO
5.2. Auf die wirtschaftliche Entwicklung Westdeutschlands
5.2.1. War das „Wirtschaftswunder“ ein Wunder?
6. Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht den maßgeblichen Einfluss des Koreakrieges auf die sicherheitspolitische sowie wirtschaftliche Entwicklung der Bundesrepublik Deutschland in den 1950er Jahren, obwohl der deutsche Staat am Krieg selbst nicht aktiv teilnahm. Dabei steht die Frage im Vordergrund, inwieweit der Koreakrieg als Katalysator für die Westintegration, die Wiederbewaffnung und den wirtschaftlichen Aufschwung der Nachkriegszeit fungierte.
4. Der Koreakrieg
Der Koreakrieg, welcher am 25. Juni 1950 ausbrach, hatte seine Ursachen in der Neuordnung des Landes nach dem Zweiten Weltkrieg. Nach diesem gab es jahrelange Verhandlungen zwischen der Sowjetunion und den USA über eine rasche Wiedervereinigung des bis 1945 von den Japanern fremdbesetzten Landes. Schon schnell wurde deutlich, dass das seit dem 7. September 1945 in eine sowjetisch kontrollierte Nordhälfte und eine amerikanisch kontrollierte Südhälfte geteilte Korea in den Streit der beiden Supermächte über die Etablierung einer neuen Weltordnung geraten war. Es handelte sich hierbei bereits in der Formierungsphase des Kalten Krieges um die globale Sicherung von Räumen.
Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges, in welchem die Koreaner unfassbaren Gräueltaten der Japaner ausgesetzt waren (rund vier Millionen Koreaner wurden als Arbeitssklaven missbraucht) hofften diese nach dem Ende des Krieges und der Niederlage der japanischen Armee auf eine Befreiung ihres Landes, was ihnen auf der Konferenz in Kairo im Jahre 1943 von den Alliierten auch erstmals zugesagt wurde. „Zu gegebener Zeit“, lauteten die Aussagen von Roosevelt, Churchill und Chiang Kai-shek in Bezug auf ein unabhängiges Korea. Auf den nächsten Konferenzen in Jalta und Potsdam war davon allerdings keine Rede mehr. Roosevelt sprach von einer Treuhänderschaft über mindestens zwanzig bis dreißig Jahre, bis man Korea in die Unabhängigkeit entlassen könne. Als Demarkationslinie entschied man sich nach einem Blick auf den Globus für den 38. Breitengrad, da weder die zuständigen Amerikaner noch die Sowjets Vorbereitungen für eine etwaige Grenzziehung getroffen hatten. Korea war nun ein geteiltes Land.
1. Einleitung: Stellt die Leitfragen der Arbeit vor und formuliert die Thesen, dass der Koreakrieg als Katalysator für die Wiederbewaffnung und als Auslöser für den wirtschaftlichen Aufschwung Westdeutschlands wirkte.
2. Lage Deutschlands in der Nachkriegszeit: Analysiert die wirtschaftliche Ausgangslage in den Besatzungszonen, die Bedeutung der Währungsreform und die anfängliche Rolle des Marshall-Plans.
3. Sicherheitspolitische Situation in Deutschland vor dem Koreakrieg: Beschreibt die eingeschränkte Handlungsfähigkeit Westdeutschlands hinsichtlich eigener Sicherheitspolitik und die wachsende Bedeutung des westlichen Bündnisses.
4. Der Koreakrieg: Detaillierte Darstellung der Ursachen, des Ausbruchs und Verlaufs des Koreakrieges sowie seiner sicherheitspolitischen Symbolik.
4.1. Relevanz für Deutschland als nicht aktiven Teilnehmer: Arbeitet die Parallelen zwischen der koreanischen Teilung und der deutschen Spaltung heraus, die die Angst vor einer sowjetischen Invasion befeuerten.
5. Auswirkungen und Folgen des Koreakrieges: Untersucht die weitreichenden politischen und wirtschaftlichen Konsequenzen für die Bundesrepublik.
5.1. Auf die sicherheitspolitische Entwicklung, die Wiederbewaffnung und den Weg in die NATO: Analysiert den Druck zur Wiederaufrüstung und die Integrationsbemühungen der Bundesrepublik in westliche Militärstrukturen.
5.2. Auf die wirtschaftliche Entwicklung Westdeutschlands: Untersucht den "Koreaboom" und dessen Rolle bei der Überwindung der wirtschaftlichen Wiederaufbaukrise durch Exportwachstum.
5.2.1. War das „Wirtschaftswunder“ ein Wunder?: Hinterfragt den Begriff des Wunders und stellt theoretische Erklärungsmodelle für das Wirtschaftswachstum vor.
6. Fazit: Bestätigt die Eingangsthesen und resümiert die prägende Bedeutung des Koreakrieges für die transnationale Integration der Bundesrepublik.
Koreakrieg, Bundesrepublik Deutschland, Wiederbewaffnung, NATO, Westintegration, Wirtschaftswunder, Koreaboom, Marshall-Plan, Kalter Krieg, soziale Marktwirtschaft, Montanunion, Souveränität, Außenwirtschaft, Ost-West-Konflikt
Die Arbeit untersucht, welchen Einfluss der Koreakrieg (1950–1953) auf die politische, militärische und wirtschaftliche Konsolidierung Westdeutschlands in den frühen 1950er Jahren hatte.
Die zentralen Themen sind die deutsche Wiederbewaffnung, die Westintegration, die wirtschaftliche Entwicklung durch den sogenannten Koreaboom sowie das Verhältnis zwischen Westdeutschland und den westlichen Alliierten.
Die Forschungsfrage lautet, warum der Koreakrieg einen so bedeutenden Einfluss auf die wirtschaftliche Entwicklung, die Wiederbewaffnung und den Weg der Bundesrepublik in die NATO hatte, obwohl Deutschland nicht aktiv am Krieg teilnahm.
Der Autor nutzt eine historische Analyse, die sich auf Literaturrecherchen, zeitgenössische Quellen sowie wirtschaftshistorische Theorien stützt, um kausale Zusammenhänge zwischen internationalen Ereignissen und innerdeutscher Politik zu belegen.
Im Hauptteil werden die sicherheitspolitische Ausgangslage in Deutschland, die Parallelen zwischen der Koreakrise und der deutschen Spaltung, die Aufrüstungsdebatten sowie die wirtschaftlichen Folgen des Koreabooms, insbesondere für die Schwerindustrie, detailliert erörtert.
Wichtige Begriffe sind Koreakrieg, Westintegration, Wiederbewaffnung, Koreaboom, Soziale Marktwirtschaft und Souveränität.
Der Autor hinterfragt den Begriff, da er suggeriert, der wirtschaftliche Aufschwung sei etwas "Unerklärliches" oder "Wunderbares", während die Analyse zeigt, dass der Aufschwung logisch durch Exportwachstum, Rüstungsauslastung und internationale Kooperationen erklärbar ist.
Der Koreakrieg wirkte als Katalysator, da die Furcht vor einer ähnlichen sowjetischen Invasion in Deutschland bei den Westalliierten den politischen Willen stärkte, Westdeutschland militärisch in das westliche Verteidigungsbündnis zu integrieren.
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