Masterarbeit, 2013
70 Seiten, Note: 1,3
1. EINLEITUNG
1.1 THEMA UND FRAGESTELLUNG
1.2 UNTERSUCHUNGSMETHODE
1.2.1 Begriffe
1.2.2 Vorgehensweise
1.3 FORSCHUNGSSTAND
2. HAUPTTEIL
2.1 DER TOD IN TOLSTOJS FRÜHWERK
2.1.1 Der mitleidende Gutsherr
2.1.2 Die Legende vom Heldentod
2.2 DER TOD IN TOLSTOJS SPÄTWERK
2.2.1 Der Tod eines Juristen
2.2.2 Die Bürokratisierung des Todes
2.2.3 Die Lebenslüge der Lebenswelt
2.2.4 Erlösung und Ewigkeit
2.3 DER TOD IN ČECHOVS FRÜHWERK
2.3.1 Der kalte Blick des Arztes
2.3.2 Der Tod und die Hundeschnauze
2.4 DER TOD IN ČECHOVS SPÄTWERK
2.4.1 Der Tod in der Mönchskutte
2.4.2 Die Furcht vor dem Herrn
2.4.3 Die Flucht in die Erinnerung
3. ZUSAMMENFASSUNG UND SCHLUSSFOLGERUNGEN
Die Arbeit untersucht die literarische Ausgestaltung des Todes als existenzielles Phänomen in ausgewählten Werken von Lev N. Tolstoj und Anton P. Čechov. Im Fokus steht dabei die Analyse, wie sich das Thema Tod in Abhängigkeit von den persönlichen Erfahrungen der Autoren sowie deren unterschiedlichen philosophischen und religiösen Grundhaltungen entwickelt.
2.1.2 Die Legende vom Heldentod
Ein solcher „antiker“ Held scheint Kornilov zu sein, es heißt, er sei „würdig des antiken Griechenlands“.56 Er ruft in die Masse: „Lieber sterben, Jungens, als Sewastopol aufgeben!“ und alle rufen zurück: „Lieber sterben! Hurra!“57 Zum Schluss des ersten Teils des Erzählzyklus beschreibt Tolstoj das Heldentum, in seinem Verständnis aus der historischen Tradition, wie es aus dem antiken Griechenland überliefert wurde. Da denkt man an die Helden Trojas, Achilles, Hektor u. a. Sind denn die russischen Helden diesen gleich zu stellen? Ist Kornilov der russische Achilles?
Mit seiner Kritik an der gesellschaftlichen Ordnung bleibt Tolstoj dem russischen Realismus treu, der sich in diesem Punkt von dem westlichen Realismus unterscheidet. Wie der sowjetische Literaturkritiker Viktor Borisovič Šklovskij (1893-1984) schreibt, liegen zwischen den beiden ersten Erzählungen tiefe Enttäuschung und die Verurteilung der Politik des Zaren.58 Angesicht des dargebotenen „Reiseberichtes“, den grausamen Schilderungen eines den Tod bringenden Krieges, in der ersten Erzählung erscheinen die Gespräche der folgenden Erzählung Sevastopol‘ v mae (Sevastopol‘ im Mai) unter der Armeeführenden banal, weil sie – Šklovskij dixit – innerhalb der alten, unharmonisch aufgebauten Welt zustande kommen.59
1. EINLEITUNG: Einführung in die Thematik der Todesthematik in der russischen Literatur, Darlegung der Fragestellung und Erläuterung der methodischen Vorgehensweise.
2. HAUPTTEIL: Detaillierte Analyse der Darstellung des Todes im Früh- und Spätwerk von Tolstoj und Čechov unter Einbeziehung spezifischer Erzählungen und Motive.
3. ZUSAMMENFASSUNG UND SCHLUSSFOLGERUNGEN: Synthese der Ergebnisse, die die tiefgreifenden Unterschiede zwischen dem religiös geprägten Tolstoj und dem areligiös-wissenschaftlichen Čechov herausstellt.
Tod, Sterbeprozess, Russische Literatur, Lev Tolstoj, Anton Čechov, Todesangst, Heldentod, Metaphysik, Erlösung, Gesellschaftskritik, Literaturwissenschaft, Motiv, Topos, Thanatologie, Seelenheil.
Die Arbeit analysiert die Darstellung des Todes bei den russischen Schriftstellern Lev N. Tolstoj und Anton P. Čechov, wobei insbesondere der Einfluss ihrer unterschiedlichen Weltanschauungen und Lebensgeschichten auf ihre literarischen Texte untersucht wird.
Zentrale Themen sind die Entwicklung des Todesbegriffs im Früh- und Spätwerk der Autoren, die Rolle von Todesangst, die Kritik am Heldentum sowie die Bedeutung des Todes als Spiegel gesellschaftlicher Zustände.
Die Arbeit untersucht, wie der Tod als existenzielles Phänomen literarisch ausgestaltet wird und wie sich persönliche Erfahrungen der Autoren in dieser Thematik widerspiegeln.
Es wird eine Mixtur aus themenbezogener Topoi-Analyse und einer vergleichenden Gegenüberstellung von Früh- und Spätwerk der beiden Autoren angewandt.
Der Hauptteil gliedert sich in die Analysen zu Tolstojs und Čechovs Umgang mit dem Tod, unterteilt in deren frühes und spätes Schaffen, wobei zahlreiche Einzelwerke wie „Der Tod des Iwan Iljitsch“ oder „Der Bischof“ detailliert betrachtet werden.
Wichtige Begriffe sind etwa Todesangst, Erlösung, christlicher Anarchismus, Bürokratisierung des Todes, soziale Isolation und das Konzept der „schlechten Unendlichkeit“.
Tolstoj betrachtet den Tod oft im Kontext religiöser Sinnsuche und moralischer Besserung, während Čechov als Arzt einen distanzierteren, oft satirischen oder trivialisierenden Blick auf das Sterben einnimmt.
Die Figur dient als Beispiel für einen Menschen, der durch sein hohes geistliches Amt von der Welt isoliert ist und erst im Sterbeprozess und durch die Entkleidung seines Amtes seine wahre menschliche Identität zurückgewinnt.
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