Examensarbeit, 2003
87 Seiten, Note: 2
1. Einleitung
2. Dyskalkulie
2.1 Begriffsklärung
2.2 Definition
2.3 Störungsbilder der Dyskalkulie
2.4 Grundfähigkeiten des Rechnens und deren Störungen
2.5 Weitere Ursachen für Dyskalkulie
2.5.1 Ursachen aus dem Bereich der Schule
2.5.2 Ursachen aus dem persönlichen Umfeld des Kindes
2.5.3 Ursachen, die im Kind liegen
3. Teufelskreis
3.1 Erstes Stadium: Ein Defizit beginnt zu wirken
3.1.1 Attribuierung (Stigmatisierung)
3.1.2 Repression
3.1.3 Darstellung der Situation im ersten Stadium
3.2 Zweites Stadium: Bildung der ersten Reaktionen beim Kind
3.3 Drittes Stadium: Leistungsstörungen treten auf
3.4 Viertes Stadium: Aufbau einer stabilen misserfolgsorientierten Motivationslage
4. Zählendes Rechnen
4.1 Lösungsstrategien beim Addieren/Subtrahieren im Zahlenraum bis 20
4.1.1 Zählstrategien
4.1.2 Heuristische Strategien
4.1.3 Kennen der Grundaufgabe
4.2 Vorzüge des zählenden Rechnens
4.3 Probleme des zählenden Rechnens
4.4 Ursachen des zählenden Rechnens
4.5 Mögliche Prävention des zählenden Rechnens
4.5.1 Simultane (gliedernde, nicht zählende) Erfassung der Anzahlen bis 10
a) Simultane Anzahlenerfassung bei Punktemustern
b) Systemischer Aufbau der simultanen Zahlenerfassung bis 10
4.5.2 Handlungen und Vorstellungsbilder des Addierens/Subtrahierens im Zahlenraum bis 10
4.5.3 Einführung des Zahlenraums bis 20
4.5.4 Zehnerüberschreitung mit Zerlegung des Operationsschrittes
4.5.5 Lehrstrategie zur Automatisierung des kleinen Einsundeins
4.6 Fördermöglichkeiten
5. Allgemeine Fördermaßnahmen
6. Fallstudie Nadine
6.1 Anamnese
6.1.2 Die Person Nadine
6.1.3 Die familiäre Situation
6.1.4 Die schulische Situation
6.2 Das Mathematikprofil von Nadine
6.2.1 Darstellung des Testverfahrens
a) Zahl- und Operationsverständnis
b) Addition und Subtraktion im Zahlenraum bis 20
6.2.2 Beobachtungen
6.2.3 Zusammenfassung der Testergebnisse
6.2.4 Fördermöglichkeiten
6.3 Nadines Zählstrategien
6.4 Förderverlauf und Hilfsmittel
6.4.1 Eingesetzte Fördermaterialien
a) Zwanzigerrechenrahmen
b) Domino
c) Steckwürfel
d) Wechselspiel
6.4.2 Darstellung einer Förderstunde
6.4.3 Entwicklung von Nadines mathematischen Fähigkeiten
7. Abschließende Bemerkung
Die vorliegende Arbeit untersucht das Phänomen der Dyskalkulie mit einem Fokus auf das zählende Rechnen als symptomatische Lösungsstrategie. Das Ziel der Arbeit ist es, Lehrkräfte für die Problematik der Rechenschwäche zu sensibilisieren, theoretische Ursachen aufzuzeigen und anhand einer Fallstudie praktische Fördermöglichkeiten zu erörtern.
3.1 Erstes Stadium: Ein Defizit beginnt zu wirken
Es sind naiv-psychologische Vorstellungen vorauszusetzen, „nach welchen a) Charaktermerkmale als feststehende Eigenschaften vorliegen, b) die vorliegenden Eigenschaften die Handlungen in einer bestimmten Situation definieren, c) es in jeder Situation eine ‚normale’ Reaktion gibt und d) die Erlebnisinhalte einer Situation allgemeingültig feststellbar sind“ (ebenda, S. 33).
In diesem speziellen Fall vergleicht sich das rechenschwache Kind selbst mit anderen Kindern und seine Leistungen mit den Erwartungen seiner Umwelt. Dabei stellt es fest, dass die anderen Kinder keine Schwierigkeiten haben, so wie das Kind selbst sie hat. Das Kind schließt daraus, dass es einen Defekt hat. Allerdings ist die Störung nicht näher definiert, sie kann viele Erscheinungsformen haben, aber wegen der vorausgesetzten Unveränderbarkeit der Eigenschaften ist der Defekt permanent. Das rechenschwache Kind schließt, dass es niemals Rechnen lernen wird. Weiter ist die Entdeckung, dass es nicht reagiert wie andere, gleichbedeutend mit einem Ausschluss aus der Gemeinschaft der anderen Kinder.
Niemand kann sich in die Schwierigkeiten des Kindes einfühlen, da den Personen in der Umwelt die konkrete Vorstellung davon fehlt, was im Kopf des rechenschwachen Kindes vor sich geht (vgl. ebenda).
1. Einleitung: Die Einleitung erläutert die zunehmende Relevanz der Dyskalkulie und beschreibt den Entstehungshintergrund der Arbeit durch praktische Erfahrungen in einem universitären Förderprojekt.
2. Dyskalkulie: Dieses Kapitel klärt die Begrifflichkeit, diskutiert diverse Definitionsmodelle und beleuchtet verschiedene Störungsbilder sowie Ursachenkomplexe der Rechenschwäche.
3. Teufelskreis: Hier wird der Prozess der negativen Lernstruktur in vier aufeinanderfolgenden Stadien dargestellt, die zu einer Verfestigung der Leistungsstörung führen.
4. Zählendes Rechnen: Das Kapitel analysiert das zählende Rechnen als verbreitete Lösungsstrategie, erörtert dessen Vor- und Nachteile sowie Möglichkeiten der Prävention und Förderung.
5. Allgemeine Fördermaßnahmen: Dieser Abschnitt bietet einen Überblick über pädagogische Hilfestellungen und didaktische Angebote zur Verhaltensstabilisierung und Förderung des mathematischen Lernens.
6. Fallstudie Nadine: Das zentrale Kapitel dokumentiert die Anamnese, das mathematische Profil, den Förderverlauf und die Entwicklung eines spezifischen Fallbeispiels.
7. Abschließende Bemerkung: Die abschließende Bemerkung resümiert die wesentlichen Erkenntnisse der Arbeit und betont die Notwendigkeit einer individuellen, langfristigen Förderung bei rechenschwachen Kindern.
Dyskalkulie, Rechenschwäche, Zählendes Rechnen, Fallstudie, Teufelskreis, Lernstörung, Mathematikunterricht, Fördermöglichkeiten, Diagnose, Zahlverständnis, Mengenauffassung, Rechenoperationen, Grundfähigkeiten, Lernprozess, Interventionsmethoden.
Die Arbeit beschäftigt sich mit dem Phänomen der Dyskalkulie (Rechenschwäche) bei Grundschulkindern und beleuchtet insbesondere das "zählendes Rechnen" als häufig auftretende, aber problematische Lösungsstrategie.
Die zentralen Themen umfassen die theoretische Einordnung der Dyskalkulie, die psychologische Dynamik des sogenannten Teufelskreises bei Lernstörungen sowie detaillierte didaktische Ansätze zur Förderung und Prävention im mathematischen Anfangsunterricht.
Das Hauptziel besteht darin, Lehrkräfte über die Ursachen und Erscheinungsformen der Rechenschwäche aufzuklären und durch eine Fallstudie aufzuzeigen, wie diagnostische und pädagogische Fördermaßnahmen in der Praxis aussehen können.
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Fundierung durch Literaturanalyse sowie einer qualitativen Fallstudie, bei der das mathematische Profil eines Kindes (Nadine) erstellt, beobachtet und pädagogisch begleitet wurde.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Erarbeitung von Ursachen und Symptomen (einschließlich des "Teufelskreises"), eine detaillierte Analyse des zählenden Rechnens und die Darstellung konkreter Förderkonzepte, die in der Fallstudie angewendet wurden.
Wichtige Begriffe sind Dyskalkulie, Rechenschwäche, Zählendes Rechnen, Lernstörung, Teufelskreis, Fallstudie, Fördermöglichkeiten und mathematisches Anfangslernen.
Die Fallstudie dient als praktisches Beispiel, um zu verdeutlichen, wie sich theoretische Erkenntnisse über Dyskalkulie in der Realität eines Kindes äußern und welche Herausforderungen bei der Umsetzung von Fördermaßnahmen in der Praxis auftreten.
Materialien wie der Zwanzigerrechenrahmen, Dominosteine oder Steckwürfel sind essenziell, um das zählende Rechnen zu überwinden und dem Kind zu helfen, mathematische Strukturen und Mengenbilder visuell sowie handelnd zu begreifen, anstatt mechanisch zu verfahren.
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