Bachelorarbeit, 2013
74 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. Theoretische Hintergründe
2.1 Zur Gattung des Märchens
2.1.1 Prototypische Märchenfiguren
2.1.2 Schemata in Märchen
2.2 Zum Märchen Schneewittchen
2.2.1 Das Märchen
2.2.2 Prototypische Märchenfiguren und Schemata in Schneewittchen
2.3 Moderne TV-Serien
2.3.1 Gestalterische Mittel moderner TV-Serien
2.3.2 Moderne Dramaturgie
2.3.3 Moderne Serienfiguren
2.3.4 Veränderte Rezeption
3. Once Upon A Time
3.1 Inhaltsangabe
3.2 Figuren in Once Upon A Time
3.2.1 Mary Margaret Blanchard
3.2.2 Emma Swan
3.2.3 Regina Mills
3.2.4 Henry Mills
4. Analyse
4.1 Analyse Episode 1: „Das verlorene Happy End“
4.2 Analyse Episode 2: „Das was du am meisten liebst“
4.3 Analyse Episode 3: „Der Fall Snow White“
4.4 Prototypische Märchenfiguren und Schemata in Once Upon A Time
4.5 Ergebnisse der Analysen
4.6 Aktuelle Verfilmungen von Märchen
5. Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht die Modernisierung prototypischer Märchenfiguren und Schemata in der US-amerikanischen Fernsehserie Once Upon A Time. Ziel ist es, anhand einer medienwissenschaftlichen Analyse der ersten drei Episoden aufzuzeigen, wie klassische Märchenmotive in das moderne Format des Quality-TV überführt werden und welche narrativen sowie dramaturgischen Anpassungen dabei für die Rezeption und die Zuschauerbindung entscheidend sind.
2.1.2 Schemata in Märchen
Wiederkehrende Märchenfiguren helfen uns also, Orientierung in einer Märchenwelt zu finden, in der es keine Raum- und Zeitangaben gibt. Motive und Handlungsabläufe in Märchen treten in gewisser Weise ebenso immer wieder auf. Ursprüngliche Märchen, beispielsweise aus dem orientalischen Raum, weisen gleiche Motive auf, wie Märchen aus italienischen, französischen und deutschen Sammlungen, die erst viel später, ungefähr ab dem 16. Jahrhundert, verschriftlicht wurden (Vgl. Rothaug 2012).
Das wohl am häufigsten verwendete Schema ist das der Mangelsituation, die bereits im vorigen Kapitel angesprochen wurde. Viele Märchen beginnen damit, „daß der König von einer Krise befallen ist: Seine Gemahlin ist gestorben, seine Jäger gehen im Wald verloren, er hat keine Kinder oder ist alt und krank, hat kein Lebenswasser usw.“ (Jacoby/ Kast/ Riedel 1994, S.20). Den bestehenden Mangel gilt es im Laufe der Geschichte zu beseitigen. Die Situationen sind dabei variabel, zum Beispiel „werden Früchte von einem besonderen Baum gestohlen, es ist keine Prinzessin im Land, oder die Königin bekommt keine Kinder“ (Jacoby/ Kast/ Riedel 1994, S.27). Nicht immer ist die Hauptfigur von einem Mangel betroffen, häufig sind diese Situationen nur der Auslöser für weitere Unternehmungen.
Eben solche Abläufe möchte ich an dieser Stelle als Märchenschemata bezeichnen: wiederkehrende Motive, die dem Leser vertraut sind und bei denen „[j]edermann weiß, wie das Märchen weitergeht“ (Lüthi 1983, S.7). Weil sich die Muster von Märchen zu Märchen nur geringfügig voneinander unterscheiden, kann der Rezipient mit einer gewissen Erwartungshaltung an den Ausgang der Geschichte herangehen. Er ist sich im Klaren darüber, dass Märchen in den meisten Fällen gut enden – und weil es auch immer ein Happy End gibt, werden seine Erwartungen erfüllt.
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die anhaltende Faszination von Märchenstoffen ein und stellt die Forschungsfrage nach der Modernisierung von Märchenfiguren und Schemata in der Serie Once Upon A Time.
2. Theoretische Hintergründe: Dieses Kapitel erläutert die Gattungsmerkmale des Märchens, definiert prototypische Figuren sowie Schemata und gibt eine Einführung in die Merkmale von Quality-TV-Serien.
3. Once Upon A Time: Hier erfolgt eine Inhaltsangabe sowie eine detaillierte Figurenbeschreibung der Serie, um das Verständnis für die anschließende Analyse zu schaffen.
4. Analyse: Das Kernstück der Arbeit untersucht die ersten drei Folgen der Serie auf gestalterische Mittel, Modernisierungen der Märchenvorlage und die Ergebnisse der inhaltlichen Analyse.
5. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bestätigt, dass die Transformation alter literarischer Texte in ein modernes, audiovisuelles Medium unter Beibehaltung der Wiedererkennbarkeit erfolgreich möglich ist.
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Die Arbeit befasst sich mit der Modernisierung klassischer Märchenelemente in der US-Serie Once Upon A Time und untersucht, wie diese als Quality-TV-Serie funktioniert.
Zentrale Themen sind die Gattung des Märchens, die Definition von Märchenschemata, die Charakterisierung moderner Fernsehserien und deren spezifische Erzählweisen.
Das Ziel ist der Nachweis, dass durch bewusste Transformation von Märchen-Prototypen eine neue, komplexe Märchenwelt im Medium Fernsehen erschaffen werden kann, ohne den Ursprung zu verlieren.
Die Arbeit stützt sich auf die Film- und Fernsehanalyse nach Lothar Mikos, unterstützt durch detaillierte Verlaufsprotokolle ausgewählter Episoden.
Der Hauptteil widmet sich der theoretischen Fundierung, der Vorstellung der Serie Once Upon A Time sowie der konkreten Analyse der ersten drei Episoden und einer Gegenüberstellung aktueller Verfilmungen.
Die Arbeit wird maßgeblich durch die Begriffe Märchen, Quality-TV, Schemata, Narration, Modernisierung und Charakterentwicklung geprägt.
Die böse Königin fungiert als Hauptgegenspielerin, deren Handlungen und Backstory (insbesondere ihre Motivation durch den Verlust geliebter Menschen) maßgeblich zur Komplexität der Serie beitragen.
Die Serie nutzt die Märchen als Ausgangspunkt, verändert jedoch Inhalte, führt komplexe Handlungsstränge ein und verzichtet zugunsten einer seriellen Dramaturgie auf die traditionelle, einfache Struktur.
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