Bachelorarbeit, 2012
44 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Die epochale Zuordnung
2.1. Die Epoche der Aufklärung
2.2. Die Sturm und Drang Strömung
2.2.1. Der Geniegedanke im Sturm und Drang
2.2.2. Das neue Selbstverständnis des Dichters
2.2.3. Das zentrale Begriffspaar - Nachahmung und Schöpfung
3. Goethes Prometheus-Dichtung im Kontext des Sturm und Drang
4. Das Verständnis von Religion und Wissenschaft im 18. Jahrhundert
5. Prometheus in seiner mythologischen Gestalt
5.1. Begriffsklärung Mythos
5.2. Die antike Gestalt des Prometheus als Teil der griechischen Mythologie
6. Das Fehler einer Einheitsbezeichnung für die Prometheus-Dichtung Goethes
7. Die Prometheus-Dichtung von Johann Wolfgang von Goethe
7.1. Die formale Gestaltung der Dichtung im Zeichen des Sturm und Drang
7.2. Interpretation der Dichtung unter religionskritischen Aspekten
7.3. Interpretation der Dichtung im Kontext des neuen Geniebewusstseins
8. Schluss
Die vorliegende Arbeit untersucht die Bedeutung von Johann Wolfgang von Goethes Gedicht „Prometheus“ für die literarische Strömung des Sturm und Drang, wobei insbesondere die Rolle des Gedichts als Ausdruck eines neuen Geniebewusstseins und als religionskritischer Protest analysiert wird.
2.2.1. Der Geniegedanke im Sturm und Drang
Die generelle Geniediskussion kann auf eine äußerst lange Tradition zurückblicken und setzt nicht erst mit dem Sturm und Drang ein, sondern entwickelte sich allmählich seit den 1750er Jahren zum zentralen Reflexionsgegenstand nicht nur für die deutsche, sondern auch für die resteuropäische Literatur. Doch im Gegensatz zum Barock spielte in der deutschen Literatur der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts und damit insbesondere im Sturm und Drang, „der Gedanke eines belebenden Prinzips bzw. eines natürlichen Schaffensdrangs als Basis echten Künstlertums eine zentrale Rolle“, was maßgeblich dazu beiträgt, dass die Sturm und Drang Strömung heute auch als Geniezeit eine gebräuchliche Bezeichnung findet.
In der Regel war damit das Problem verbunden, inwiefern der Dichter, von dem man die Nachahmung der Natur und den natürlichen Schaffensdrang verlangte, noch in der Lage sei, eigenständig Kunst hervorzubringen. Dabei hatte vor dem Hintergrund philosophiegeschichtlicher und kunstphilosophischer Strömungen in England und Frankreich Johann Gottfried Herder den jungen Johann Wolfgang von Goethe in Straßburg mit wichtigen Ideen und Leitsätzen der Genieästhetik bekannt gemacht, wodurch zu Beginn des Sturm und Drang ein gemeinsam propagierter Geniegedanke schließlich zur Bildung und Verbreitung einer neuen Dichtervorstellung beitrug.
1. Einleitung: Die Einleitung erläutert die kulturelle Relevanz von Mythen und die besondere Bedeutung der Prometheus-Sage als Symbol des menschlichen Selbstverständnisses und der künstlerischen Freiheit.
2. Die epochale Zuordnung: Dieses Kapitel verortet den Sturm und Drang als radikale Weiterentwicklung der Aufklärung, wobei das neue Geniebewusstsein und der Wandel des Dichterbildes im Zentrum stehen.
3. Goethes Prometheus-Dichtung im Kontext des Sturm und Drang: Hier wird der historische Kontext beleuchtet, in dem die Prometheus-Figur als Symbol für den autonomen Menschen und als Ausdruck des Protests gegen religiöse Autoritäten neu bewertet wurde.
4. Das Verständnis von Religion und Wissenschaft im 18. Jahrhundert: Es wird analysiert, wie sich im Zuge der Aufklärung das Verhältnis zwischen Religion und Wissenschaft wandelte und wie dieser Prozess die Kritik am Gottesbild ermöglichte.
5. Prometheus in seiner mythologischen Gestalt: Dieses Kapitel befasst sich mit der mythologischen Herkunft der Figur und deren Funktion, unverständliche Naturphänomene durch Personifizierung greifbar zu machen.
6. Das Fehler einer Einheitsbezeichnung für die Prometheus-Dichtung Goethes: Es wird die forschungsgeschichtliche Diskussion aufgezeigt, ob das Werk als Hymne, Ode oder „Anti-Hymnus“ zu klassifizieren sei.
7. Die Prometheus-Dichtung von Johann Wolfgang von Goethe: Das Hauptkapitel bietet eine detaillierte formale und inhaltliche Interpretation des Gedichts unter Berücksichtigung von Sturm und Drang, Religionskritik und Genieästhetik.
8. Schluss: Der Schluss fasst zusammen, dass Goethes „Prometheus“ das programmatische Zentrum des Genie- und Autonomiegedankens im Sturm und Drang darstellt.
Prometheus, Sturm und Drang, Aufklärung, Genieästhetik, Schöpfungskraft, Individualität, Religionskritik, Mythos, Goethe, Autonomie, Selbstverwirklichung, Literaturgeschichte, 18. Jahrhundert, Menschenbild, Prometheus-Sage.
Die Arbeit untersucht die Bedeutung von Goethes Prometheus-Gedicht im Kontext des Sturm und Drang und wie es den Wandel zum autonomen Genie-Ideal und die Religionskritik dieser Zeit verkörpert.
Die zentralen Themen umfassen das Geniebewusstsein des 18. Jahrhunderts, die Transformation antiker Mythen, die Abwendung von religiösen Autoritäten sowie das Streben nach individueller Freiheit.
Das primäre Ziel ist es, herauszufinden, welche Bedeutung das Gedicht „Prometheus“ für die literarische Strömung des Sturm und Drang eingenommen hat und inwiefern es als Ausdruck einer anthropologischen Wende verstanden werden kann.
Es wird eine literaturwissenschaftliche Analyse durchgeführt, die historische Kontextualisierung mit einer detaillierten Interpretation des Primärtextes (Prometheus-Gedicht) verbindet.
Der Hauptteil behandelt die theoretischen Grundlagen der Genieästhetik, die mythologische Herkunft der Prometheus-Figur, die formale Analyse des Gedichts sowie dessen Interpretation unter religionskritischen Gesichtspunkten.
Die wichtigsten Schlüsselwörter sind Prometheus, Sturm und Drang, Genieästhetik, Religionskritik, Autonomie, Schöpfungskraft und Johann Wolfgang von Goethe.
Das Gedicht wurde als „atheistisches Skandalon“ empfunden, da es Gott in einer blasphemischen Weise als einen, von dem sich der Mensch emanzipieren muss, darstellt und damit religiöse Traditionen in Frage stellte.
Goethes Prometheus dient primär als Symbol der menschlichen Autonomie und schöpferischen Kraft, während das antike Vorbild vor allem als Feuerbringer und Kulturbringer im Kontext göttlicher Ordnung verstanden wurde.
Diese Aussage markiert den Höhepunkt der Selbstermächtigung des Menschen, der nun selbst zum schöpferischen Subjekt wird und nicht mehr als passives Geschöpf Gottes existiert.
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