Masterarbeit, 2014
67 Seiten, Note: 1,7
1. Einleitung
1.1. Untersuchungsgegenstand
1.2. Fragestellungen
1.3. Vorgehensweise
2. Allgemeine Grundlagen der Ganztagsschulentwicklung
2.1. Definition Ganztagsschule und ihre Entwicklung
2.2. Ziele und Grundsätze der GTS
2.3. Personalstruktur
2.4. Familienstruktur / soziale Schichtung
2.5. Entgrenzung der Schule (Aufgabe der genuinen Funktion)
2.6. Finanzierung
3. Sport in der Ganztagsschule
3.1. Rahmenvorgaben für Schulsport und außerunterrichtlichen Schulsport
3.1.1. Auftrag des Schulsports
3.1.2. Außerunterrichtlicher Sportunterricht
3.1.3. Struktureller Rahmen für Bewegung, Spiel und Sport in der Schule
3.2. Rahmenvereinbarung über Bewegung, Spiel und Sport in Ganztagsschulen und Ganztagsangeboten
3.3. StuBSS
3.4. Bewegungsfelder einer GTS
3.4.1. Rhythmisierung des Schulalltags
3.4.2. Bewegung im Unterricht
3.4.3. Bewegungsaktivitäten in den Pausen
3.4.4. Sport- und Bewegungsangebote
3.4.5. Bewegung, Spiel und Sport im Schulleben
3.5. Modelle der Kooperation außerschulischer Partner
3.5.1. Additiv-duales Modell
3.5.2. Kooperation durch komplementäre Ganztagsbildung
3.5.3. Kooperation durch Inklusion von Bewegung, Spiel und Sport in den Ganztag
3.6. Bewegungskonzepte in der ganztägigen Schule
3.6.1. Glocksee-Schule Hannover
3.6.2. Gesamtschule Ebsdorfer Grund
3.6.3. Wartburgschule Eisenach
4. Chancen und Grenzen sportiver Angebote in der Ganztagsschule
4.1. Risiken der Sportangebote in der GTS aus der Perspektive der LSB / Sportvereine
4.2. Schulraumentwicklung als Bedingung für BeSS-Angebote
4.3. Vernetzung kognitiver und motorischer Lernprozesse als Chance
4.4. Gesundheitsförderung durch Sportangebote
4.5. Ermöglichung sozialer Teilhabe bei BeSS-Angeboten / Schulung sozialer Kompetenz
4.6. Schul- und Kommunalentwicklung auf Basis von Kooperationen zwischen Schule und außerschulischen Partnern
5. Fazit
Die vorliegende Masterarbeit analysiert die Entwicklung der Ganztagsschule mit einem speziellen Fokus auf die Bedeutung und Integration sportiver Angebote (BeSS-Angebote) im Nachmittagsbereich. Die zentrale Forschungsfrage befasst sich mit der Herausarbeitung der Chancen sowie der Grenzen dieser Angebote unter Berücksichtigung der notwendigen strukturellen Rahmenbedingungen und Kooperationsmodelle zwischen Schule und externen Akteuren wie Sportvereinen.
4.1. Risiken der Sportangebote in der Ganztagsschule aus der Perspektive der Landessportbünde (LSB) / Sportvereine
Anhand von Ganztagsschulangeboten im sportiven Bereich entfaltet sich eine Kontroverse. Durch Beteiligung der Vereine an den Ganztagsschulangeboten werden einerseits mehr Kinder erreicht, die auch über die Schulzeit hinaus an den Angeboten der Vereine teilnehmen. Vereine die an Ganztagskooperationen teilhaben profitieren dementsprechend. Andererseits verzeichnen jedoch Vereine, die keine Kooperation mit einer Schule eingehen einen Rückgang ihrer Mitgliederzahlen. Es besteht zudem die Annahme, dass GTS Angebote Vereinssportangebote verdrängen, bzw. das Kinder aus GTS keinen Vereinen beitreten würden. Eine homogene Schichtung in GTS Angeboten zieht in diesem Zusammenhang auch eine Aufgabe der Mischung verschiedener sozialer Schichtungen im Verein und im Wettkampfsport nach sich.
Die Forschungsgruppe SpOGATA wiederlegte 2012 anhand einer Untersuchung von Ganztagsgrundschulkindern den Verdacht, dass SuS im Ganztagsschulalltag nicht mehr an Vereinsangeboten teilnehmen könnten. Im Abschlussbericht der Forschungsgruppe SpOGATA heißt es: „Zunächst fällt auf, dass insgesamt rund 27% aller Kinder im Ganztag und 73% aller Kinder Mitglied eines Sportvereins sind, wobei hier der Prozentanteil der Ganztagskinder, die Vereinsmitglieder sind, rund 14% beträgt. Knapp mehr als die Hälfte aller Ganztagskinder sind in dieser Studie also auch Mitglied eines Sportvereins, nicht ganz die andere Hälfte dieser Kinder ist es nicht. Dieses Ergebnis steht im krassen Gegensatz zu den immer wieder nachzulesenden Behauptungen des organisierten Sports auf Landes- und Bundesebene, der Offene Ganztag mit seinen BeSS-Angeboten, würde die Kinder davon abhalten, Mitglied in einem Sportverein zu werden.“
Dieser beschriebene Gegensatz wird ebenfalls von älteren Ergebnissen der Forschungsgruppe SpOGATA des Jahres 2009 untermauert. In dieser Untersuchung wird nachgewiesen, dass über den Zeitraum von 2002 bis 2007 in insgesamt 92 Vereinen, 28 mit und 64 ohne BeSS-Angebote, sich die Mitgliederzahl der 7 bis 14 Jährigen im Vergleich zum Ausgangswert 2002 zwar rückläufig darstellt, die Verluste bei Vereinen ohne BeSS-Angebote jedoch signifikant höher ausfallen. Folgendes Diagramm stellt die Mitgliederentwicklung der Sportvereine in der beschriebenen Altersgruppe dar:
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in den Untersuchungsgegenstand der Ganztagsschulentwicklung ein und definiert die zentralen Fragestellungen sowie die Vorgehensweise der Arbeit.
2. Allgemeine Grundlagen der Ganztagsschulentwicklung: Dieses Kapitel erläutert die Definition, Ziele, Personalstrukturen und Finanzierungsmodelle von Ganztagsschulen sowie die zunehmende Entgrenzung der Schule als Bildungsort.
3. Sport in der Ganztagsschule: Der Hauptteil analysiert die Rahmenvorgaben für den Schulsport, die verschiedenen Bewegungsfelder in der Ganztagsschule, Kooperationsmodelle mit außerschulischen Partnern sowie konkrete Bewegungskonzepte an Beispielschulen.
4. Chancen und Grenzen sportiver Angebote in der Ganztagsschule: Hier werden Risiken aus Sicht der Sportvereine, infrastrukturelle Voraussetzungen, die Vernetzung kognitiver und motorischer Prozesse, Gesundheitsförderung, soziale Teilhabe sowie die Schul- und Kommunalentwicklung kritisch diskutiert.
5. Fazit: Das Fazit fasst die Erkenntnisse zur Einbettung sportiver Angebote zusammen und betont die Notwendigkeit einer gemeinsamen konzeptionellen Rahmenbildung durch offene Kommunikation zwischen Schule und externen Partnern.
Ganztagsschule, Schulsport, Kooperation, Sportvereine, Bewegungsfelder, Gesundheitsförderung, Schulraumentwicklung, Partizipation, Bildungslandschaft, motorische Entwicklung, außerschulische Partner, Rhythmisierung, soziale Kompetenz, Sportangebote, StEG.
Die Arbeit analysiert die aktuelle Entwicklung der Ganztagsschule in Deutschland mit einem besonderen Schwerpunkt auf der Integration sportiver Angebote (BeSS-Angebote) im Nachmittagsbereich.
Zentrale Themen sind die strukturellen Rahmenbedingungen der Ganztagsschule, die Bedeutung von Bewegung, Spiel und Sport, Kooperationsmodelle mit Sportvereinen sowie der Beitrag des Sports zur Gesundheitsförderung und sozialen Teilhabe.
Das Ziel ist es, die Chancen und Grenzen sportiver Angebote im Ganztagsschulbetrieb aufzuzeigen, zu hinterfragen und die notwendigen Bedingungen für eine erfolgreiche Einbettung dieser Angebote in den erweiterten Schulbetrieb zu analysieren.
Die Arbeit basiert primär auf einer Literaturanalyse sowie der Auswertung aktueller Forschungsergebnisse, wie insbesondere der „Studie zur Entwicklung von Ganztagsschulen“ (StEG) und der StuBSS-Studie.
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der allgemeinen Grundlagen der Ganztagsschule, die detaillierte Beschreibung des Sports in dieser Schulform, die Analyse verschiedener Kooperationsmodelle und eine kritische Diskussion der Chancen und Risiken.
Schlüsselwörter sind unter anderem Ganztagsschule, Schulsport, Kooperation, Sportvereine, Bewegungsfelder, Gesundheitsförderung, Partizipation und Schulentwicklung.
Die Arbeit zeigt, dass Vereine, die mit Ganztagsschulen kooperieren, ihre Mitgliederzahlen stabiler halten können als Vereine ohne solche Kooperationen, wobei die Einbindung als Chance zur Nachwuchsgewinnung verstanden wird.
Eine zielgerichtete Schulraumentwicklung ist notwendig, um sowohl unterrichtliche als auch außerunterrichtliche Bewegungsaktivitäten zu ermöglichen, da der gebaute Raum direkten Einfluss auf die Motivations- und Entfaltungsmöglichkeiten der Kinder hat.
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