Bachelorarbeit, 2014
50 Seiten, Note: 1,8
1. Einleitung
2. Modelle der Worterkennung
2.1 Das Interaktive Aktivierungsmodell
2.2 Zwei-Wege-Modell
2.3 TRACE Modell
3. Fragestellungen und Hypothesen
4. Methoden
4.1 Versuchspersonen und Kontaktaufnahme
4.2 Material
4.3 Durchführung
4.4 Experimentelles Design
4.5 Datenaufbereitung
5. Resultate
5.1 Auswertung des Wortschatztests
5.2 Auswertung der lexikalischen Entscheidungsaufgabe
5.2.1 Fehlerquote
5.2.2 Reaktionszeiten
5.2.3 Hypothese 1: Einfluss auf die Zugriffsgeschwindigkeit
5.2.4 Hypothese 2: Einfluss auf den Effekt der Frequenz
5.2.5 Einfluss der Wortschatzgröße auf die Fehlerquote im der lexikalischen Entscheidungsaufgabe
6. Diskussion und Ausblick
Die Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen der individuellen Wortschatzgröße und der lexikalischen Zugriffsgeschwindigkeit bei der visuellen Worterkennung, unter Berücksichtigung des Wortfrequenzeffekts.
2.1 Das Interaktive Aktivierungsmodell
McClelland und Rumelhart etwickelten 1981 das interaktive Aktivierungsmodell (IA). Dieses Modell wird als der Grundstein von allen folgenden Aktivierungsmodellen angesehen (Harley, S.94) und zeichnet sich durch die Repräsentation der ersten realen Umsetzung von Aktivierungs- und Hemmprozessen aus. Der eigentliche Grund der Entwicklung des interaktiven Aktivierungsmodells war, den Wortüberlegenheitseffekt ("word superiority effect") zu erklären. Der Wortüberlegenheitseffekt bedeutet, dass Buchstaben einfacher und schneller in Wörtern erkannt werden, als wenn sie als „isolierte Buchstaben“ gezeigt werden. Nichtsdestotrotz kann das IA als Bestandteil eines allgemeinen Modells zur Worterkennung angesehen werden (Harley, 1996, S. 95).
Das IA besteht aus vielen Einheiten, die in drei Ebenen angeordnet sind: orthographische Merkmale, Buchstaben und Wörter (vgl. Abbildung 1). Jede Ebene ist an die Ebene geknüpft, die direkt davor und danach kommt, wobei jede dieser Verbindungen entweder aktivierend oder hemmend wirkt. Aktivierend ist eine Verbindung dann, wenn diese richtig ist (zum Beispiel würde der Buchstabe „K“ die Wörter „KATZE“ und „KAUEN“ in der nächst höheren Ebene aktivieren). Hemmend ist eine Verbindung im Gegenzug, wenn es eine falsche Verbindung ist (zum Beispiel würde „K“ die Wörter „TATZE“ und „TAUEN“ in der nächst höheren Ebene hemmen). Des Weiteren sind die Eigenschaften innerhalb derselben Ebene mit einer hemmenden Verbindung aneinander geknüpft, welches das Element der Konkurrenz zur Folge hat (Harley, 1996, S. 95). Der Aufbau des Modells wird in Abbildung 1 veranschaulicht.
1. Einleitung: Einführung in das mentale Lexikon und die Relevanz des Zusammenhangs von Wortschatz und Worterkennung.
2. Modelle der Worterkennung: Beschreibung zentraler kognitiver Modelle (Interaktives Aktivierungsmodell, Zwei-Wege-Modell, TRACE).
3. Fragestellungen und Hypothesen: Formulierung der Forschungsfragen und Hypothesen hinsichtlich Wortschatz, Zugriffsgeschwindigkeit und Frequenzeffekt.
4. Methoden: Erläuterung der Versuchspersonen, Materialien (Wortschatztest, Lexical Decision Task) und der experimentellen Durchführung.
5. Resultate: Darstellung und statistische Auswertung der Testergebnisse aus Wortschatztest und Entscheidungsaufgabe.
6. Diskussion und Ausblick: Interpretation der Ergebnisse im Kontext der theoretischen Modelle und Diskussion der Limitationen.
Mentales Lexikon, Visuelle Worterkennung, Wortschatzgröße, Lexikalische Zugriffsgeschwindigkeit, Wortfrequenz, Interaktives Aktivierungsmodell, Zwei-Wege-Modell, TRACE Modell, Lexical Decision Task, Psycholinguistik, Reaktionszeiten, Wortfrequenzeffekt, Fehlerquote, Wortüberlegenheitseffekt, Empirische Linguistik.
Die Arbeit untersucht psycholinguistische Mechanismen der visuellen Worterkennung, insbesondere wie die Größe des individuellen Wortschatzes die Geschwindigkeit beeinflusst, mit der Wörter im mentalen Lexikon abgerufen werden.
Die zentralen Felder umfassen kognitive Modelle der Worterkennung (z.B. Interaktives Aktivierungsmodell, Zwei-Wege-Modell), den Einfluss der Wortfrequenz und die Rolle der Wortschatzgröße bei der Verarbeitung von Wörtern und Pseudowörtern.
Das Ziel ist zu klären, ob und inwiefern die Größe des Wortschatzes einen Effekt auf die lexikalische Zugriffsgeschwindigkeit hat und ob dieser Faktor den bekannten Wortfrequenzeffekt moduliert.
Die Studie verwendet eine experimentelle psycholinguistische Methode, bestehend aus einem Wortschatztest (nach Schmidt und Metzler, 1992) und einem computergestützten "Lexical Decision Task", um Reaktionszeiten und Fehlerraten zu messen.
Im Hauptteil werden theoretische Modelle der Worterkennung analysiert, das experimentelle Design dargelegt sowie die erhobenen Daten in Bezug auf Reaktionszeiten und Fehlerraten statistisch korreliert und interpretiert.
Wesentliche Begriffe sind das mentale Lexikon, visuelle Worterkennung, Wortschatzgröße, Frequenzeffekt und Reaktionszeiten.
Die Ergebnisse deuten auf einen geringen bis moderaten linearen Zusammenhang hin, was die erste Hypothese tendenziell stützt, jedoch keine eindeutige Ursache-Wirkungs-Beziehung zulässt.
Die Daten ergaben einen sehr schwachen Zusammenhang, weshalb die zweite Hypothese, dass die Wortschatzgröße den Einfluss der Wortfrequenz signifikant verringert, verworfen wurde.
Die Arbeit diskutiert, dass der Bildungsstand und individuelle Erfahrungen dazu führen, dass Wörter unterschiedlich im mentalen Lexikon repräsentiert sind, was die Generalisierbarkeit der Frequenzklassen erschweren kann.
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