Bachelorarbeit, 2014
74 Seiten, Note: 1,3
Jura - Zivilrecht / Handelsrecht, Gesellschaftsrecht, Kartellrecht, Wirtschaftsrecht
A. Einführung, Problemstellung und Gang der Untersuchung
B. Verhältnis des nationalen Rechts zum Gemeinschaftsrecht
I. Nationales Recht (Zivilrecht)
1. Internationales Privatrecht (IPR)
a) Anknüpfungspunkte des internationalen Gesellschaftsrechts
aa) Gründungstheorie
bb) Sitztheorie
b) Wirkungsweise der Sitz- und Gründungstheorie bei Kollision
aa) Wegzug aus Deutschland (Sitztheorie-Staat)
(a) Wegzugsbeschränkung
(b) Zuzugsstaat folgt der Sitztheorie
(c) Zuzugsstaat folgt der Gründungstheorie
bb) Wegzug aus einem Gründungstheorie-Staat
(a) Zuzugsstaat folgt der Gründungstheorie
(b) Zuzugsstaat folgt der Sitztheorie
2. Zwischenergebnis
II. Gemeinschaftsrecht (EU-Recht)
1. Primär-/ Sekundärrecht
2. Anwendungsvorrang im Kollisionsfall
3. Vereinbarkeit der Gründungs-/ Sitztheorie mit der Niederlassungsfreiheit
III. Zwischenergebnis
C. Steuerliche Auswirkungen der Sitzverlegung in das EU-Ausland
I. Tatbestand der Steuerpflicht
1. Natürliche Personen
2. Kapitalgesellschaften
a) Satzungssitz
b) Verwaltungssitz
3. Folgen der Verlegung des Sitzes
a) Wegzug
b) Zuzug
II. Zwischenergebnis
D. Verlegung des Verwaltungssitzes
I. Wegzugsbeschränkung
1. Daily Mail and General Trust PLC
a) Tatbestand
b) EuGH Urteil
c) Meinungsstand der Literatur
d) Eigene Stellungnahme
2. Cartesio Oktató és Szolgáltató bt
a) Tatbestand
b) EuGH Urteil
c) Meinungsstand der Literatur
d) Eigene Stellungnahme
3. National Grid Indus BV
a) Tatbestand
b) EuGH Urteil
c) Meinungsstand der Literatur
d) Eigene Stellungnahme
4. DMC Beteiligungsgesellschaft mbH
a) Tatbestand
b) EuGH Urteil
c) Meinungsstand der Literatur
d) Eigene Stellungnahme
II. Zusammenfassung
III. Zuzugsbeschränkung
1. Centros Ltd
a) Tatbestand
b) EuGH Urteil
c) Meinungsstand der Literatur
d) Eigene Stellungnahme
2. Überseering BV
a) Tatbestand
b) EuGH Urteil
c) Meinungsstand der Literatur
d) Eigene Stellungnahme
3. Inspire Art Ltd
a) Tatbestand
b) EuGH Urteil
c) Meinungsstand der Literatur
d) Eigene Stellungnahme
4. Vale Épírési kft
a) Tatbestand
b) EuGH Urteil
c) Meinungsstand der Literatur
d) Eigene Stellungnahme
IV. Fazit
E. Sitzverlegung der KapGes in das Drittland und umgekehrt
Die Arbeit analysiert die Vereinbarkeit des deutschen Sitztheorie-Prinzips mit der europäischen Niederlassungsfreiheit bei der Sitzverlegung von Kapitalgesellschaften. Ziel ist es, zu untersuchen, unter welchen Bedingungen der Zu- oder Wegzug einer Gesellschaft europarechtlich zulässig ist und welche steuerrechtlichen Konsequenzen (insbesondere Wegzugsbesteuerung) damit verbunden sind.
1. Daily Mail and General Trust PLC
Daily Mail and General Trust PLC (Nachfolgend: Daily Mail) stellte 1988 den Beginn des Wegzugs einer KapGes aus einem Mitgliedstaat dar. Das High Court of Justice hat dem EuGH am 06.02.1987 vier Fragen zur Vorabentscheidung nach Art. 177 EWG-Vertrag vorgelegt. Der EuGH setze sich mit dem Anliegen der Daily Mail auseinander, welche den Wegzug aus Großbritannien in die Niederlande begehrte, der ihr von der Finanzbehörde untersagt wurde.
Das Einkommens- und Körperschaftssteuergesetz 1970 Großbritanniens setzte in Section 482 (1) (a) die Zustimmung der Behörde voraus, wenn die Gesellschaft das Vorhaben hatte, das Steuerland zu verlassen. Das Nichterteilen der Zustimmung durch die Finanzbehörde begründete diese damit, dass Daily Mail die Besteuerung des Wertzuwachses der Aktien umgehen wolle. Darin sah die Behörde eine Steuerflucht, weshalb der Wegzug faktisch verboten wurde.
A. Einführung, Problemstellung und Gang der Untersuchung: Einleitung in die Thematik der Mobilität von Kapitalgesellschaften innerhalb und außerhalb der EU unter Berücksichtigung der Niederlassungsfreiheit.
B. Verhältnis des nationalen Rechts zum Gemeinschaftsrecht: Erläuterung der Kollisionsnormen und der Bedeutung des IPR sowie des Anwendungsvorrangs des EU-Rechts gegenüber nationalen Bestimmungen.
C. Steuerliche Auswirkungen der Sitzverlegung in das EU-Ausland: Analyse der steuerlichen Konsequenzen bei Wegzug und Zuzug, insbesondere unter dem Aspekt der Endbesteuerung von stillen Reserven.
D. Verlegung des Verwaltungssitzes: Ausführliche Analyse maßgeblicher EuGH-Urteile zu Wegzugs- und Zuzugsbeschränkungen und deren Vereinbarkeit mit der Niederlassungsfreiheit.
E. Sitzverlegung der KapGes in das Drittland und umgekehrt: Kurze Betrachtung der Situation bei Sitzverlegungen in Drittstaaten außerhalb der EU, bei denen weiterhin vorrangig nationales Recht gilt.
Niederlassungsfreiheit, Sitztheorie, Gründungstheorie, Kapitalgesellschaften, EuGH, Wegzugsbesteuerung, Mobilität, Europarecht, Internationales Privatrecht, Steuerpflicht, Verwaltungssitz, Rechtsprechung, Unternehmenssitz, Grenzüberschreitende Verlegung, Rechtsform
Die Arbeit untersucht die rechtlichen und steuerlichen Hürden bei der Sitzverlegung von Kapitalgesellschaften im europäischen Kontext und deren Vereinbarkeit mit der Niederlassungsfreiheit.
Die zentralen Felder sind das internationale Gesellschaftsrecht, das Steuerrecht bei Sitzverlegungen und die europäische Rechtsprechung zur Unternehmensmobilität.
Ziel ist es, festzustellen, ob nationale Beschränkungen der Sitzverlegung (wie der Neugründungszwang oder die Wegzugsbesteuerung) gegen das EU-Recht verstoßen.
Die Arbeit stützt sich auf eine Analyse des geltenden Zivil- und Steuerrechts sowie eine eingehende Auswertung der EuGH-Rechtsprechung zu den Grundfreiheiten des AEUV.
Der Hauptteil analysiert spezifische Grundsatzurteile des EuGH (z.B. Daily Mail, Centros, National Grid, DMC, Vale) im Hinblick auf Wegzugs- und Zuzugsbeschränkungen.
Wichtige Schlüsselwörter sind Niederlassungsfreiheit, Sitztheorie, Gründungstheorie, EuGH und Wegzugsbesteuerung.
Die Sitztheorie fordert bei einem Sitzwechsel oft eine Neugründung im Zielland, was abschreckend wirkt und die grenzüberschreitende Mobilität von Gesellschaften einschränkt.
Die Wegzugsbesteuerung dient der Sicherung des deutschen Besteuerungsrechts an stillen Reserven, wird jedoch durch den EuGH hinsichtlich ihrer Verhältnismäßigkeit (insb. Sofortfälligkeit) kritisch bewertet.
Er beschreibt das Risiko, dass Gesellschaften sich in Ländern mit den liberalsten Regeln gründen und den Staat ausnutzen, ohne dort substantielle wirtschaftliche Werte für die Allgemeinheit zu schaffen.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

