Bachelorarbeit, 2014
62 Seiten, Note: 1,7
1. Einleitung
1.1. Motivation
1.2. Konkretisierung der Aufgabenstellung
1.3. Struktur der Untersuchung
2. Anforderungen an Rentenfinanzierungssysteme
2.1. Demographie
2.2. Externe Risiken
2.3. Arbeitsmarkt
2.4. Weitere Ansprüche
3. Funktionsweisen der Verfahren
3.1. Grundlagen
3.2. Umlageverfahren
3.3. Kapitaldeckungsverfahren
3.4. Mischverfahren
3.4.1. Abschnittdeckungsverfahren
3.4.2. Drei Generationen Vertrag
3.4.3. Abgestufte Finanzierung
3.5. Struktureller Vergleich
4. Effizienzvergleich der Verfahren
4.1. Mackenroth-These
4.2. Modellannahmen
4.3. Interne Rendite
4.3.1. Umlageverfahren
4.3.2. Kapitaldeckungsverfahren
4.3.3. Mischverfahren
4.4. Vergleich
4.5. Modellkritik
5. Übergang vom Umlage- zum Kapitaldeckungsverfahren
5.1. Pareto-Effizienz
5.2. Intergenerative Umverteilung
5.3. Konkrete Übergangsszenarien
5.4. Folgen und Kritik des Übergangs
6. Fazit und Ausblick
Das Hauptziel dieser Arbeit besteht darin, das Umlageverfahren und das Kapitaldeckungsverfahren hinsichtlich ihrer Eignung zur Finanzierung der gesetzlichen Rentenversicherung vor dem Hintergrund des demographischen Wandels zu vergleichen. Dabei wird analysiert, ob Kapitaldeckungsverfahren eine sicherere Rentenfinanzierung ermöglichen und unter welchen Bedingungen ein Übergang vom bestehenden Umlagesystem zu kapitalgedeckten Formen vorteilhaft sein könnte.
1.1. Motivation
„Die Rente ist sicher“ 1
Dieser, mittlerweile zum geflügelten Wort gewordene Spruch gibt einen ersten Eindruck davon, wie die Politik die Zukunft der gesetzlich ausgezahlten Renten in Deutschland einschätzt. In einer aktuellen Umfrage2 gaben jedoch über 70 % aller Befragten bis zum Alter von 59 Jahre an, Zweifel an der Sicherheit ihrer Rente zu haben. Selbst in der Altersgruppe ab 60 Jahren zweifelt eine Mehrheit von 49% an der Sicherheit der eigenen Rente, lediglich 43% glauben in dieser Altersgruppe, dass die eigene Rente auch künftig gesichert ist.
Gerade vor dem Hintergrund, dass Rentenanwartschaften einen „eigentumsähnlicher Charakter“ aufweisen – dies wurde vom Bundesverfassungsgericht in zwei Urteilen im März 1980 und Juli 1985 festgehalten3 – erscheint es verwunderlich, dass eine so große Mehrheit der Bevölkerung Zweifel an der Sicherheit ihrer Rente hat.
Die größte Ursache für dieses Misstrauen stellt zweifelsohne der demographische Wandel in Verbindung mit dem aktuellen Verfahren der Rentenfinanzierung in Deutschland dar. Im derzeitigen Verfahren, einer Form des Umlageverfahrens, werden die monatlich eingenommen Beiträge direkt als Renten wieder ausgezahlt.4 Neben einer Nachhaltigkeitsrücklage5 in Höhe von maximal 1,5 Monatsausgaben wird kein Vermögen gebildet.6 Der demographische Wandel lässt sich seinerseits auf verschiedene Faktoren zurückführen.
Ein großer Einflussfaktor auf die spätere Bevölkerungsstruktur ist die Fertilitätsrate. Sie wird mit der sog. Geburtenziffer erfasst. Die Geburtenziffer ist ein theoretischer Indikator, sie gibt an, wie viele Kinder eine Frau in ihrem Leben geboren hätte, falls die altersspezifische Geburtenziffer über ihr Leben fortgelten würde. Trotz der dadurch verursachten Unsicherheit ist sie genau genug, um Tendenzen aufzuzeigen. In Abbildung 1 ist die zusammengefasste Geburtenziffer mit dem jeweiligen Bestandserhaltungsniveau im Zeitablauf dargestellt.
1. Einleitung: Motivation und Aufbau der Arbeit sowie Konkretisierung der zentralen Forschungsfragen.
2. Anforderungen an Rentenfinanzierungssysteme: Darstellung der Ansprüche an die Rentenfinanzierung unter Berücksichtigung von Demographie, externen Risiken und Arbeitsmarkt.
3. Funktionsweisen der Verfahren: Erläuterung der systemischen Funktionsweisen von Umlage-, Kapitaldeckungs- und Mischverfahren sowie deren struktureller Vergleich.
4. Effizienzvergleich der Verfahren: Theoretische und empirische Herleitung und Vergleich der internen Renditen der verschiedenen Rentenfinanzierungsmodelle.
5. Übergang vom Umlage- zum Kapitaldeckungsverfahren: Untersuchung der Möglichkeiten eines paretoeffizienten Übergangs sowie Analyse intergenerativer Verteilungswirkungen und konkreter Szenarien.
6. Fazit und Ausblick: Zusammenfassung der Ergebnisse und Einschätzung künftiger politischer Entscheidungsfelder.
Rentenfinanzierung, Umlageverfahren, Kapitaldeckungsverfahren, demographischer Wandel, Altenquotient, interne Rendite, Generationenvertrag, intergenerative Umverteilung, Rentenniveau, Beitragssatz, Effizienz, Kapitalstock, Altersvorsorge, demographische Entwicklung, Nachhaltigkeitsrücklage.
Die Bachelorarbeit analysiert und vergleicht die zwei zentralen Rentenfinanzierungssysteme – Umlageverfahren und Kapitaldeckungsverfahren – hinsichtlich ihrer Eignung, die Rentenfinanzierung angesichts der demographischen Herausforderungen in Deutschland sicherzustellen.
Die Arbeit behandelt die Anforderungen an Rentensysteme, die mechanischen Funktionsweisen der Verfahren, einen Effizienzvergleich mittels interner Renditen sowie die Problematik und die Auswirkungen eines möglichen Systemübergangs.
Das Ziel ist die Bewertung, ob ein Kapitaldeckungsverfahren eine stabilere Alternative zum aktuellen deutschen Umlagesystem darstellt und ob ein Übergang vorteilhaft und politisch umsetzbar ist.
Die Untersuchung nutzt ökonomische Modellwelten, insbesondere das OLG-Modell (Overlapping Generations), um die Funktionsweisen und Effizienzen der Verfahren theoretisch herzuleiten und empirische Daten in die Bewertung einzubeziehen.
Der Hauptteil gliedert sich in die Definition von Ansprüchen an Rentensysteme, die detaillierte Beschreibung der Finanzierungsmethoden, den Vergleich der internen Renditen sowie die kritische Untersuchung eines Systemübergangs unter Pareto-Effizienz-Kriterien.
Die Arbeit wird maßgeblich durch Konzepte wie den Generationenvertrag, die interne Rendite, den demographischen Wandel, die intergenerative Umverteilung und die Kapitalakkumulation definiert.
Im Umlageverfahren werden die Beiträge der aktiven Generation direkt für die Renten der aktuellen Rentner verwendet. Sinkt der Anteil der Beitragszahler im Verhältnis zu den Rentenempfängern (steigender Altenquotient), führt dies bei gleichbleibenden Leistungen zu massiv steigenden Beiträgen oder sinkendem Rentenniveau.
Der Autor nennt insbesondere externe Risiken wie Kapitalentwertung durch Kriege oder Inflationen, das politische Risiko der Zweckentfremdung von Kapitalstöcken sowie die Abhängigkeit von der Zinsentwicklung am Kapitalmarkt.
Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass ein paretoeffizienter Übergang ohne die Nutzung externer Effekte nicht möglich ist, da aufgrund der impliziten Schulden des Umlagesystems zwangsläufig bestimmte Generationen belastet werden müssen.
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