Bachelorarbeit, 2013
82 Seiten, Note: 1,3
1 Die Grundlagen des Islamic Banking
1.1Islamic Banking als Wachstumssegment
1.2Die Grundsätze beim Islamic Banking
2 Die Sharia als Rechtsrahmen
2.1Das Zinsverbot (Ribâ-Verbot)
2.2 The Accounting and Auditing Organisation for Islamic Financial Institutions
2.3 Die Sharia Boards
2.4Der Einfluss der islamischen Rechtsschulen
3 Das Kreditgeschäft im Islamic Banking
3.1Vorstellung am Beispiel der Islamic Bank of Britain
3.2 Das Murâbaha-Modell
3.3Das Mudâraba-Modell
4 Rechtliche und vertragliche Besonderheiten im Kreditgeschäft beim Islamic Banking
4.1 Murâbaha und die Erlaubnispflicht nach § 1 Abs. 1 Satz 2 Nr. 2 KWG
4.2 Die Bonitätsanalyse des Kreditnehmers und der Kreditvertrag
4.3Das Principal-Agent-Problem
5 Das Kreditgeschäft bei konventionellen Banken
5.1 Der Ratenkredit
5.2Die Bonitätsanalyse des Kreditnehmers und der Kreditvertrag
6 Fazit und Ausblick
Die Arbeit verfolgt das Ziel, die Besonderheiten des Kreditgeschäfts im Islamic Banking detailliert darzustellen und eine vergleichende Bewertung zum konventionellen Kreditgeschäft vorzunehmen, um eine Entscheidungsgrundlage für potenzielle Kunden zu schaffen.
3.2 Das Murâbaha-Modell
Das Murâbaha-Modell ist eines der beliebtesten Finanzierungsmodelle im Islamic Banking. Bei dieser Form des Abzahlungskredites, der analog zum Ratenkredit bei konventionellen Banken betrachtet werden kann, erwirbt die Bank das zu finanzierende Wirtschaftsgut und verkauft es mit einem Aufschlag an den Kunden weiter. Das islamische Recht schreibt vor, das der Verkäufer einer Ware vorher im Besitz der Ware sein muss. Im Falle des Murâbaha-Modell ist die Bank zuerst der Besitzer der Ware, welche anschließend an den Kreditnehmer verkauft wird.
Der Kreditnehmer willigt ein, den zu erwerbenden Gegenstand zum Kaufpreis plus zusätzlicher Gebühren für die Bank, abzunehmen. Der Begriff ‚Bank‘ bezeichnet in diesem Kapitel sowohl eine islamische Bank, als auch eine konventionelle Bank. Auf eine Betrachtung der steuerlichen und bilanziellen Auswirkungen beider Modelle für die Bank, wird im Rahmen dieser Bachelorarbeit verzichtet.
Im klassischen Murâbaha-Modell sind drei Vertragspartner beteiligt und der Kreditprozess vollzieht sich in vier einzelnen Schritten. Der erste Vertragspartner ist die Bank, die als Finanzierer auftritt. Der Bank steht der Kunde gegenüber, auch Empfänger genannt. Der dritte Vertragspartner ist der Verkäufer oder Besitzer des Gegenstandes, den die Bank für den Empfänger und in seinem Auftrag erwirbt. Hier liegt ein wesentlicher Unterschied zum Kreditgeschäft bei konventionellen Banken. Der dritte Vertragspartner spielt keine Rolle im Modell der Kreditfinanzierung bei konventionellen Banken, weil der Kunde den zu finanzierenden Gegenstand selber erwirbt. Es wird weder die Bank als Zwischenkäufer eingeschaltet, noch besteht die Notwendigkeit den ursprünglichen Besitzer des Gegenstandes näher zu betrachten. Beginnend mit dem ersten Schritt, der anhand folgender Grafik vereinfacht dargestellt wird:
1 Die Grundlagen des Islamic Banking: Das Kapitel erläutert die wachsende Bedeutung des Islamic Banking als Nischenmarkt und führt in die zentralen Grundsätze und die Abgrenzung zum konventionellen Finanzwesen ein.
2 Die Sharia als Rechtsrahmen: Hier werden das Zinsverbot, die Rolle der Sharia Boards sowie der Einfluss der islamischen Rechtsschulen als fundamentale regulatorische Säulen untersucht.
3 Das Kreditgeschäft im Islamic Banking: Dieses Kapitel stellt das Mudâraba- und das Murâbaha-Modell anhand praktischer Abläufe vor und nutzt die Islamic Bank of Britain als Fallbeispiel.
4 Rechtliche und vertragliche Besonderheiten im Kreditgeschäft beim Islamic Banking: Der Fokus liegt auf der aufsichtsrechtlichen Einordnung unter dem KWG, der Bonitätsprüfung und der Anwendung der Principal-Agent-Theorie auf islamische Finanzmodelle.
5 Das Kreditgeschäft bei konventionellen Banken: Das Kapitel dient als praktischer Kontrastpunkt, indem es klassische Ratenkredite und deren Bonitätsanalyse sowie ein konkretes Fallbeispiel zur Kalkulation darlegt.
6 Fazit und Ausblick: Zusammenfassung der wichtigsten Erkenntnisse und Reflexion über die Zukunftsfähigkeit und Herausforderungen für islamische Finanzprodukte in einem westlich geprägten Marktumfeld.
Islamic Banking, Sharia, Murâbaha-Modell, Mudâraba-Modell, Zinsverbot, Ribâ-Verbot, Kreditgeschäft, Finanzprodukte, Aufsichtsrecht, Bonitätsanalyse, Principal-Agent-Problem, islamisches Recht, Rechtsgutachten, Ethik, Bankbetriebslehre.
Die Arbeit analysiert die spezifischen Merkmale des Kreditgeschäfts im Islamic Banking im Vergleich zu den Praktiken konventioneller Banken.
Die zentralen Themen sind das Zinsverbot (Ribâ), die Rolle der Sharia als rechtlicher Rahmen, die konkrete Gestaltung islamkonformer Kreditmodelle sowie die regulatorischen und vertraglichen Herausforderungen.
Das Ziel ist die fundierte Darstellung der Besonderheiten islamischer Kreditprodukte und die Bereitstellung einer Entscheidungshilfe für Kunden, ob diese Produkte eine echte Alternative darstellen.
Die Arbeit kombiniert theoretische Grundlagen aus der Literatur mit einer praxisorientierten Betrachtung, unterstützt durch Fallbeispiele und Analysen rechtlicher Rahmenbedingungen.
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Sharia als Rechtsrahmen, die detaillierte Beschreibung der Murâbaha- und Mudâraba-Modelle sowie die Untersuchung der Principal-Agent-Problematik.
Wesentliche Begriffe sind Islamic Banking, Sharia, Murâbaha, Ribâ-Verbot, Kreditgeschäft und ethisches Wirtschaften.
Die Sharia-Falle beschreibt das Risiko, dass ein als islamkonform zertifiziertes Finanzprodukt während der Laufzeit den Status der Konformität verlieren könnte, falls eine erneute Überprüfung durch ein Sharia Board zu einer abweichenden rechtlichen Bewertung führt.
Im Mudâraba-Modell entstehen durch die partnerschaftliche Struktur und die unterschiedlichen Zielsetzungen zwischen dem Investor (Bank) und dem Unternehmer (Kunde) spezifische Interessenkonflikte, die eine Analyse der Risikoverteilung notwendig machen.
Während die inhaltlichen Kriterien der Bonitätsprüfung und das Ziel der Risikominimierung ähnlich sind, unterscheiden sich die vertragliche Einbettung und die Anforderungen an die Sharia-Konformität des Kreditvertrages.
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