Magisterarbeit, 2014
76 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Charakteristika des Autors und seines Werkes
2. 1. Marek Hłaskos Biographie
2. 2. Ósmy dzień tygodnia
2. 3. Rezeption von Marek Hłasko in Deutschland
3. Problematik der vulgären Individualästhetik
3.1. Stilproblematik aus literarischer Sicht
3.2. Vulgäre Individualästhetik von Marek Hłasko
3.2.1. Vulgärcharakter des Idiolekts
3.2.2. Misogynie als Lebensauffassung
4. Übersetzungsproblematik der vulgären Individualästhetik
4.1. Sprachwissenschaftliche Klassifizierung von Einheiten der Vulgärsprache
4.2. Entstehung und Funktionen der Vulgärsprache
4.3. Übersetzungsverfahren von Einheiten der Vulgärsprache
5. Ziele und Methoden der Analyse
6. Kontrastive Translationsanalyse
6.1. Bezeichnungsworte für Körperteile und physiologische Bedürfnisse
6.2. Bezeichnungsworte für Handlungen zum Schaden des Anderen
6.3. Bezeichnungsworte für intime Initiation
7. Schlussbetrachtungen und Übersetzungsbewertung
Die Arbeit untersucht die Herausforderungen bei der Übersetzung der "vulgären Individualästhetik" im Werk des polnischen Schriftstellers Marek Hłasko, insbesondere am Beispiel seiner Erzählung "Ósmy dzień tygodnia". Dabei wird analysiert, wie der vulgäre, oft misogyn geprägte Idiolekt des Autors in die deutsche Übersetzung übertragen wurde und welche Auswirkungen dies auf die Ästhetik des Gesamtwerkes hat.
3.2.1. Vulgärcharakter des Idiolekts
Marek Hłaskos Idiolekt wird durch den sprachlichen Dualismus geformt, der durch eine präzise Zusammenstellung zweier differenter Stilebenen ― des umgangssprachlichen Stils und des gehobenen Stils ― gebaut wird. Die beiden Stilebenen werden im Text zusammengestellt. Sie durchdringen einander, ohne Sinn- und Empfangsstörungen hervorzurufen. Der Switch zwischen denen hebt die individuelle Ästhetik von Marek Hłasko hervor, die einerseits vulgär, andererseits poetisch geprägt wird. Sein Idiolekt wird schnell zu einer neuen Form der Sprache proklamiert und gerne nachgeahmt.
Um den vulgären Charakter der Individualästhetik von Marek Hłasko nachzuweisen, wird auf die Skizzierung des gehobenen Stils der Hłaskoesken Sprache verzichtet, die durch eigene Metaphern des Autors, ungewöhnliche Vergleiche und Intertextualität im Text veranschaulicht wird und größtenteils zur Naturbeschreibung dient. Die Charakterisierung der umgangssprachlichen Stilebene der Individualästhetik Hłaskos wird dabei auf die Lexik und Wortbildung fokussiert.
Hłasko negiert als einer der ersten Schriftsteller die soziorealistische Sprache, die als ein Ideologiemedium gilt und vermittelt im literarischen Text die Umgangssprache. Die Umgangssprachlichkeit wird als ein bewusster Verstoß gegen die Allgemeinsprache verwendet und durch die Straßensprache, Soziolekte (insbesondere Chauffeurjargon), den Warschauer Dialekt, Proletariatssprache, Verbrecherjargon, Säuferwortschatz und Vulgarismen realisiert. Die umgangssprachliche Stilebene sollte dabei als Träger der Lebensauffassung und Ausdruck des Wertsystems verstanden werden, der einen emotionellen Zustand und pragmatische Bewertung der Realien indiziert. Der Wortschatz der Umgangssprache wird an den menschlichen Charakter und dessen Handlungen ausgerichtet, indem besonders die pejorativen Emotionszustände hervorgehoben werden.
1. Einleitung: Die Einleitung definiert das Thema der Arbeit als Übersetzungsproblem und skizziert den theoretischen und analytischen Aufbau der Studie.
2. Charakteristika des Autors und seines Werkes: Dieses Kapitel liefert biographische Informationen zu Marek Hłasko, fasst die Erzählung "Ósmy dzień tygodnia" zusammen und beleuchtet die Rezeption des Autors in Deutschland.
3. Problematik der vulgären Individualästhetik: Es erfolgt eine theoretische Einordnung des Stilbegriffs und eine detaillierte Untersuchung des vulgären Charakters von Hłaskos Idiolekt, einschließlich seiner misogynen Lebensauffassung.
4. Übersetzungsproblematik der vulgären Individualästhetik: Dieses Kapitel bietet eine sprachwissenschaftliche Klassifizierung der Vulgärsprache sowie eine Diskussion über Entstehung, Funktionen und spezifische Übersetzungsverfahren.
5. Ziele und Methoden der Analyse: Hier werden das methodische Vorgehen der kontrastiven Translationsanalyse und die Auswahlkriterien für die zu untersuchenden Textabschnitte festgelegt.
6. Kontrastive Translationsanalyse: Der praktische Kernteil analysiert anhand spezifischer Wortgruppen (Körperteile, schädigende Handlungen, intime Initiation) die Übersetzungsqualität und die Verschiebung der ästhetischen Akzente im ZS-Text.
7. Schlussbetrachtungen und Übersetzungsbewertung: Das abschließende Kapitel fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet den Umgang der Übersetzerin mit den spezifischen Hłaskoesken Stilmitteln.
Marek Hłasko, Ósmy dzień tygodnia, Individualästhetik, Vulgärsprache, Translationsanalyse, Idiolekt, Misogynie, Kontrastive Analyse, Übersetzungsverfahren, Stilanalyse, Umgangssprache, Literarische Übersetzung, Polnische Literatur, Sprachwissenschaft
Die Arbeit untersucht das Übersetzungsproblem der "vulgären Individualästhetik" in Werken von Marek Hłasko, speziell anhand der Erzählung "Ósmy dzień tygodnia" und ihrer deutschen Übersetzung.
Die zentralen Themen sind der spezifische Idiolekt des Autors, der Einsatz von Vulgärsprache als Ausdrucksform, die Darstellung von Misogynie und die kontrastive Untersuchung der Übersetzungsqualität.
Ziel ist es, nachzuweisen, ob die vulgäre Individualästhetik im Übersetzungsprozess bewahrt wurde oder ob es zu einer (eventuell durch Verlagskonventionen erzwungenen) Milderung und Verschiebung der stilistischen Akzente kam.
Es wird eine kontrastive Translationsanalyse durchgeführt, die auf Theorien der Übersetzungsverfahren (unter anderem nach Mary Snell-Hornby) und sprachwissenschaftlichen Klassifizierungen der Vulgärsprache basiert.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung des Stilbegriffs sowie einen analytischen Teil, in dem konkrete Textstellen bezüglich Bezeichnungsworten für Körperteile, schädigende Handlungen und intime Initiation kontrastiv verglichen werden.
Wichtige Begriffe sind Marek Hłasko, Individualästhetik, Vulgärsprache, Translationsanalyse, Idiolekt und Misogynie.
Die Autorin stellt fest, dass in der Übersetzung eine starke Tendenz zur Milderung vulgärer Ausdrücke vorherrscht, was einen irreversiblen Eingriff in die originäre Ästhetik des Werkes darstellt.
Misogynie wird als essenzieller Marker der Individualästhetik Hłaskos identifiziert; ihre oft unzureichende oder gemilderte Wiedergabe in der Zielsprache wird als Schwachstelle der Übersetzung kritisiert.
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