Masterarbeit, 2014
96 Seiten, Note: Master of Science
1 Einführung in die Problemstellung
1.1 Rolle von Staatsfonds und Beteiligungsunternehmen in internationalen Kapitalgesellschaften
1.2 Ziel und Struktur der Untersuchung
2 Begriffsdefinitionen und theoretische Grundlagen
2.1 Staatsfonds und Beteiligungsunternehmen
2.1.1 Staatsfonds
2.1.2 Beteiligungsunternehmen
2.2 Resource-Based View
2.3 Portfoliotheorie von Rugman
2.4 Principal-Agent-Theorie
3 Theorieorientierte Analyse der Anreize von Kapitalinvestitionen sowie Einflussmöglichkeiten auf Zielunternehmen
3.1 Motive der Tätigung von Kapitalinvestitionen für Staatsfonds und Beteiligungsunternehmen
3.1.1 Strategische, politische und volkswirtschaftliche Ziele
3.1.2 Renditemaximierung
3.2 Motive der Beanspruchung von Kapitalinvestitionen
3.2.1 Differenzierung der Governance-Systeme
3.2.2 Kapitalbeschaffung
3.2.3 Steigerung des Unternehmenswertes und Wachstum
3.3 Möglichkeiten der Einflussnahme von Staatsfonds und Beteiligungsunternehmen auf Zielunternehmen
3.3.1 Investoren-Aktivismus: Exit oder Voice?
3.3.2 Relationship-Investing
3.3.3 Einflussnahme über Hauptversammlungen
3.3.4 Beeinflussung der öffentlichen Meinung
4 Empirische Untersuchung der Investitionsaktivitäten und der Implikationen für Zielunternehmen
4.1 Entwicklung der Investitionsaktivitäten von Staatsfonds und Beteiligungsunternehmen
4.1.1 Staatsfonds
4.1.2 Beteiligungsunternehmen
4.1.3 DAX-30 Unternehmen
4.2 Auswirkungen der Einflussnahme auf das Strategische Management
4.2.1 Principal-Agent-Problematik
4.2.2 Strategische Entscheidungsfindung
4.2.3 Strategische Ausrichtung
4.2.4 Strategieumsetzung
4.2.5 Aktienkursentwicklung
5 Staatsfonds und Beteiligungsunternehmen – Akteure mit zwei Gesichtern in internationalen Kapitalgesellschaften
Die Arbeit untersucht theoretisch und empirisch, welche Anreize Staatsfonds und Beteiligungsgesellschaften zu Kapitalinvestitionen in international agierende, börsennotierte Kapitalgesellschaften bewegen und wie diese Investoren durch aktives Engagement (Shareholder-Aktivismus) Einfluss auf das strategische Management der Zielunternehmen nehmen.
3.3.1 Investoren-Aktivismus: Exit oder Voice?
Investoren analysieren Umweltinformationen damit zwischen errichteter Realität der Daten und dem Idealzustand verglichen werden kann. Wird Nachholbedarf sichtbar, handeln Investoren. Es fällt unter den Begriff der „corrective action“ bzw. Korrekturmaßnahme. Korrekturmaßnahmen basieren auf den Möglichkeiten „Exit“, „Voice“ und „Loyalty“. Organisationsmitglieder haben grundsätzlich immer die Wahl zwischen Abwanderung (Exit), Widerspruch (Voice) und Loyalität (Loyalty). Sind Investoren mit dem Handeln des Managements unzufrieden, kommen insbesondere zwei Optionen infrage. Der Verkauf der Anteile (Exit) oder der Versuch, eigene Interessen durchzusetzen (Voice). Es ist unwahrscheinlich, dass Investoren keine der beiden Optionen nutzen (Loyalty). Nur die Wahlmöglichkeiten Exit und Voice veranlassen die Unternehmensleitung in der Regel dazu, nach Ursachen, Mitteln und Wegen zur Korrektur der Fehler zu suchen.
Die Exit-Option stellt ein Instrument dar, das einen faktischen Verkauf der Anteile an einem Unternehmen oder eine Androhung dessen repräsentiert. Ein Verkauf der Aktien folgt der alten Wall-Street-Regel: „Wenn dir die Unternehmensführung nicht passt, verkaufe deine Aktien!“ Denn Kontrolle des Managements verursacht Kosten. Der tatsächliche Verkauf bewirkt, durch sinkende Aktienkurse, eine Imageschädigung für Unternehmen und Management. Zudem besteht für das Management die Gefahr, dass veräußerte Anteile durch einen anderen Investor übernommen werden. Der neue Hauptanteilseigner könnte im Rahmen dessen die bisherige Unternehmensführung entlassen. Deshalb kann davon ausgegangen werden, dass bereits die Androhung des Anteilsverkaufs auf das Management disziplinierend wirkt und es zu weniger eigennützig orientiertem Handeln veranlasst. Die Exit-Option wird umso bedeutender, je stärker gestreut der Anteilsbesitz ist. Denn gemäß Kapitel 2.4 muss mit Kosten gerechnet werden, die aus kollektivem Handeln entstehen. Auf der anderen Seite ist ein Ausstieg für institutionelle Investoren häufig mit noch höheren Kosten verbunden. Steigende Transaktionskosten verteuern den Verkauf. Die Kosten eines Exits steigen mit steigendem Anteilsbesitz. Ist die Exit-Option funktionell geblockt, bleibt institutionellen Investoren die Voice-Option als andere Möglichkeit. Sie steht für eine aktive Einflussnahme auf die Unternehmensleitung und ersetzt zunehmend Exit-Strategien.
1 Einführung in die Problemstellung: Hinführung zum Thema, Eingrenzung des Untersuchungsgegenstandes (internationale Kapitalgesellschaften, insbesondere DAX-30) und Darlegung der Zielsetzung.
2 Begriffsdefinitionen und theoretische Grundlagen: Definition und Abgrenzung von Staatsfonds und Beteiligungsunternehmen; theoretische Fundierung durch Resource-Based View, Portfoliotheorie von Rugman und Principal-Agent-Theorie.
3 Theorieorientierte Analyse der Anreize von Kapitalinvestitionen sowie Einflussmöglichkeiten auf Zielunternehmen: Untersuchung der Motive für Investitionen aus Sicht der Fonds sowie für die Beanspruchung von Kapital durch Zielunternehmen und theoretische Einordnung des Investoren-Aktivismus.
4 Empirische Untersuchung der Investitionsaktivitäten und der Implikationen für Zielunternehmen: Analyse der tatsächlichen Investitionsentwicklungen und Auswirkungen der Einflussnahme auf das strategische Management der DAX-30 Unternehmen anhand von Praxisbeispielen.
5 Staatsfonds und Beteiligungsunternehmen – Akteure mit zwei Gesichtern in internationalen Kapitalgesellschaften: Kritische Würdigung der Ergebnisse und Zusammenfassung der Auswirkungen auf internationale Kapitalgesellschaften.
Staatsfonds, Beteiligungsunternehmen, Kapitalinvestition, Shareholder-Aktivismus, DAX-30, Principal-Agent-Theorie, Corporate Governance, Resource-Based View, Portfoliotheorie, Exit, Voice, Investmentfonds, Pensionsfonds, Risikominimierung, Renditemaximierung.
Die Arbeit analysiert die Rolle von Staatsfonds und Beteiligungsunternehmen als institutionelle Investoren bei international agierenden Kapitalgesellschaften, mit besonderem Fokus auf die DAX-30 Konzerne.
Die zentralen Felder umfassen die Investitionsmotive der Fonds, die theoretische Fundierung durch ökonomische Managementtheorien, die Möglichkeiten des Investoren-Aktivismus sowie die empirische Analyse der Investitionsaktivitäten und deren Einfluss auf das strategische Management der Zielunternehmen.
Das Ziel ist zu beleuchten, ob und wie Staatsfonds und Beteiligungsunternehmen Einfluss auf Zielunternehmen ausüben und welche Auswirkungen sich daraus für das strategische Management dieser börsennotierten Aktiengesellschaften ergeben.
Die Arbeit nutzt eine theoretisch-deduktive Herleitung mittels Managementtheorien (Resource-Based View, Principal-Agent-Theorie, Portfoliotheorie) in Kombination mit einer empirischen Analyse von Investitionsdaten und bestehender Literatur zu DAX-30 Unternehmen.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Analyse der Anreize für Investitionen und Einflussnahme sowie eine empirische Untersuchung, die das Ausmaß der Investitionen und die konkreten Auswirkungen auf die Unternehmensführung, wie etwa Restrukturierungen oder strategische Neuausrichtungen, anhand von Praxisbeispielen belegt.
Staatsfonds, Beteiligungsunternehmen, Shareholder-Aktivismus, DAX-30, Principal-Agent-Theorie und Corporate Governance sind die zentralen Begriffe, die diese wissenschaftliche Publikation definieren.
Sie dient dazu, die Interessenkonflikte zwischen den Kapitalgebern (Principals) und dem Management (Agenten) zu erklären und zu analysieren, ob und wie ein aktiver Investoren-Aktivismus dazu beitragen kann, diese Agentenkosten zu reduzieren.
Während bei Beteiligungsunternehmen meist die Renditemaximierung im Vordergrund steht, können Staatsfonds aufgrund ihrer staatlichen Anbindung zusätzlich politisch-strategische Ziele verfolgen, wobei beide Gruppen in der Praxis häufig als Portfolioinvestoren agieren.
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