Bachelorarbeit, 2014
41 Seiten, Note: 1,7
1. Einleitung
2. Der Begriff „Schande“ in seinen unterschiedlichen Ebenen und Facetten
2.1 Schande in Geschlechterverhältnissen
2.1.1 Sexuelle Gewaltverhältnisse
2.2 Rassendiskriminierung
2.2.1 Schwarz-Weiß-Ebene
2.3 Post-Apartheid Südafrika und die TRC
2.4 Biografisches Scheitern und Machtverslust
3. Schlussfolgerung
4. Bibliografie
Die Bachelorarbeit untersucht die zentrale Rolle des Begriffs „Schande“ in J.M. Coetzees Roman Disgrace. Ziel ist es, die vielschichtigen Ebenen dieser Schande – von persönlichen moralischen Abgründen bis hin zu soziopolitischen Spannungsfeldern der Post-Apartheid in Südafrika – zu analysieren und deren Bedeutung für die Romanfiguren sowie die gesellschaftliche Realität herauszuarbeiten.
2.1.1 Sexuelle Gewaltverhältnisse
“For a man of his age, fifty-two, divorced, he has, to his mind, solved the problem of sex rather well“ (Coetzee 1). David Lurie, der „[…] frustrierte Professor für Literatur- und Kommunikationswissenschaft, der alternde Casanova und ‚womanizer‘[…]“ (Horstmann 133), der zu Beginn des Romans regelmäßig jeden Donnerstagnachmittag die Teilzeitprostituierte Soraya aufsucht, um seinen Trieben gerecht zu werden, muss bald einsehen, dass Soraya jegliche Versuche Luries, sie auch privat kontaktieren und/oder treffen zu können, ablehnt: “Though Soraya still keeps her appointments, he feels a growing coolness as she transforms herself into just another woman and him into just another client“ (Coetzee 7).
David’s desire to get to know Soraya is based on an understanding of interaction between self and other that lacks respect for the other. […] His motivation for getting to know Soraya is selfish, solely based on his interest to protect his own, threatened subjectivity (Herlitzius 249).
Die eigentliche Schande beginnt, nachdem Soraya ihre Treffen mit David Lurie zum Schutz ihrer Privatsphäre beendet und Lurie eine Affäre mit einer seiner Studentinnen, Melanie Isaacs, beginnt, welche in der bereits erwähnten „Beinahe-Vergewaltigung“ ihren traurigen „Höhepunkt“ findet.
1. Einleitung: Die Einleitung legt das Ziel der Arbeit dar, den Begriff „Schande“ in seinen diversen Facetten innerhalb Coetzees Romans zu beleuchten und die methodische Vorgehensweise sowie die zentralen Untersuchungsebenen einzuführen.
2. Der Begriff „Schande“ in seinen unterschiedlichen Ebenen und Facetten: Dieses Hauptkapitel definiert den Begriff „Schande“ anhand des Dudens und untersucht dessen Allgegenwärtigkeit durch verschiedene Ebenen wie Geschlechterverhältnisse, Rassendiskriminierung und das Scheitern des Protagonisten.
2.1 Schande in Geschlechterverhältnissen: Hier werden die sexuelle Machtdynamik und die Behandlung von Frauen im Roman analysiert, wobei besonders die Unterschiede zwischen den Vorfällen bei Melanie und Lucy hervorgehoben werden.
2.1.1 Sexuelle Gewaltverhältnisse: Dieser Unterpunkt vertieft die Analyse des Machtmissbrauchs von David Lurie gegenüber Studentinnen und die Folgen seines Handelns, wie den Verlust seiner universitären Stellung.
2.2 Rassendiskriminierung: Dieses Kapitel verknüpft das Motiv der Schande mit der politischen Geschichte Südafrikas, insbesondere der Apartheidpolitik und deren fortdauernden Auswirkungen auf die Gesellschaft.
2.2.1 Schwarz-Weiß-Ebene: Dieser Abschnitt beleuchtet die „umgekehrte“ Rassendiskriminierung in der Post-Apartheid-Ära, exemplifiziert an Lucys Vergewaltigung und ihrem Verhalten nach dem Überfall.
2.3 Post-Apartheid Südafrika und die TRC: Die Rolle der Truth and Reconciliation Commission wird als ein Lösungsansatz zur nationalen Versöhnung kritisch hinterfragt, wobei die Grenzen zwischen individueller und institutioneller Wahrheit diskutiert werden.
2.4 Biografisches Scheitern und Machtverlust: Die Arbeit konzentriert sich hier auf David Luries persönlichen Niedergang, seinen Verlust der beruflichen und sozialen Identität und seine schließlich gefundene „neue“ Rolle als Helfer in einer Tierauffangstation.
3. Schlussfolgerung: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bestätigt, dass der Roman eine deutliche Kritik an der Post-Apartheid-Realität darstellt, in der der erhoffte Neuanfang und die Versöhnung ausbleiben.
4. Bibliografie: Dieses Kapitel listet alle verwendeten Primär- und Sekundärquellen sowie Internetressourcen der Arbeit auf.
Schande, J.M. Coetzee, Disgrace, Post-Apartheid, Südafrika, Rassendiskriminierung, sexuelle Gewalt, Machtmissbrauch, Truth and Reconciliation Commission, David Lurie, Versöhnung, Apartheid, Identitätsverlust, Schuld und Reue, Geschlechterverhältnisse
Die Arbeit analysiert J.M. Coetzees Roman Disgrace mit einem spezifischen Fokus auf den Begriff der „Schande“, um zu verstehen, wie dieser als zentrales Element sowohl das Schicksal der Protagonisten als auch die gesellschaftlichen Probleme Südafrikas nach der Apartheid beschreibt.
Die zentralen Themen sind das Erbe der Apartheid, Machtstrukturen in Geschlechterbeziehungen, moralisches Versagen, die Suche nach Versöhnung und die Frage nach der Aufarbeitung historischer Schuld.
Das Ziel ist es, die Funktionsweise des Begriffs „Schande“ zu durchleuchten und aufzuzeigen, warum er für das Verständnis von Coetzees Roman und die Zustände im Post-Apartheid-Südafrika von so zentraler Bedeutung ist.
Die Arbeit nutzt eine literaturwissenschaftliche Analyse, die den Roman im Kontext historischer, politischer und soziologischer Gegebenheiten Südafrikas betrachtet und durch Zitate aus der Sekundärliteratur stützt.
Der Hauptteil gliedert sich in verschiedene Ebenen: die geschlechtsspezifische Gewalt, die ethnische Dimension („Schwarz-Weiß-Ebene“), die politische Rolle der Truth and Reconciliation Commission und schließlich das biografische Scheitern des Hauptcharakters David Lurie.
Die wichtigsten Begriffe sind Schande, Post-Apartheid, Rassendiskriminierung, Machtmissbrauch und Versöhnung.
Petrus repräsentiert den gesellschaftlichen Wandel vom unterdrückten farbigen Arbeiter hin zu einer mächtigen Figur in der Post-Apartheid, was die veränderten Machtverhältnisse auf der Farm und die erzwungene Abhängigkeit der weißen Protagonistin verdeutlicht.
Die Arbeit interpretiert Luries Arbeit in der Tierauffangklinik als einen persönlichen Nullpunkt, der jedoch gleichzeitig den Beginn einer notwendigen moralischen Demut und einer neuen Art der Wahrnehmung für das Leid anderer darstellt.
Die TRC wird kritisch gesehen, da sie als „politischer Kompromiss“ wahrgenommen wird, der eine institutionelle Wahrheit produziert, welche die tiefere Realität und das Bedürfnis nach echter Gerechtigkeit eher verschleiert als erfüllt.
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