Masterarbeit, 2014
42 Seiten
1. Einleitung
2. Das Asperger – Syndrom
2.1 Begriffserklärung
2.2 Historischer Überblick
2.3 Mögliche Ursachen des Asperger – Syndroms
3. Eigenschaften des Asperger – Syndroms
3.1 Empathie und soziale Interaktion
3.2 Verbale und nonverbale Kommunikation
3.3 Spezialinteresse und Zwangsphänomene
3.4 Fantasie und Kreativität
3.5 Motorische und sensorische Probleme
3.6 Konzentration und Aufmerksamkeit
4. Besuche im Instrumentalunterricht
4.1 Fallbeispiel 1: Klavierstunde eines 14 – jährigen Jungen
4.2 Fallbeispiel 2: Sonderpädagogisches Zentrum Bachtelen
5. Ideen zur Unterrichtsgestaltung
5.1 Planung und Ablauf der Unterrichtsstunde
5.2 Kommunikation mit den SchülerInnen
5.3 Gefühlsausdruck und Emotionalität in der Musik
5.4 Improvisation und Komposition
5.5 Unabhängigkeit und Koordination
5.6 Visuelles und auditives Lernen
5.7 Einzelunterricht und Gruppenunterricht
5.8 Raumgestaltung des Unterrichtortes
6. Schlussbetrachtung
Das Hauptziel dieser Masterthesis ist es, Instrumentallehrkräften ein tieferes Verständnis für das Asperger-Syndrom zu vermitteln und konkrete, praxisnahe Anregungen für die Unterrichtsgestaltung zu bieten, um Kindern mit dieser Störung den Musikunterricht zu erleichtern und ihre Freude am Musizieren zu fördern, ohne dabei den therapeutischen Rahmen zu überschreiten.
1. Einleitung
Die Schülerin, welche Anlass zu dieser Thesis gab, sprach zunächst kein Wort mit mir. Steif sass sie auf dem Klavierstuhl, wagte nicht einmal mir in die Augen zu schauen, geschweige denn, auch nur einen Ton auf dem Klavier zu spielen. Wenn ich sie dazu bewegen konnte, eine von mir gestellte Aufgabe zu lösen, sei es einen Rhythmus zu klopfen oder eine Notenzeile zu lesen, geschah dies nur mühsam und blieb meist erfolglos. Die einzigen Momente, in denen die Schülerin aufblühte, waren die Improvisationen oder die Imitationsübungen. Kaum hiess ich sie, eine Aufgabe rein auditiv zu lösen, gelang das überraschend gut. Musste sie aber lesen, und sei es auch einen geschriebenen Text, blieben kaum Informationen hängen.
Anfangs dachte ich, diese Schülerin sei bloss extrem scheu und ich müsse einfach noch mehr Geduld haben. Dann aber stiess ich über Umwege auf eine Beschreibung des Asperger – Syndroms, eine tiefgreifende Entwicklungsstörung aus dem Autismus – Spektrum. Ich begann mich zu informieren und fand immer mehr spezifisch zum Asperger – Syndrom gehörende Eigenschaften, welche ich bei der genannten Schülerin wiederfinden konnte. Ich versuchte also, meine Arbeitsmethoden den Bedürfnissen des Mädchens anzupassen: Ich lehrte sie das Meiste über das Gehör, las ihr sogar Texte vor, anstatt sie selber lesen zu lassen. Auch begrüsste ich sie immer mit denselben Worten und zeigte ihr gleich zu Beginn der Stunde den Zeitplan, den ich für sie zusammengestellt hatte. So konnte ich sie nach und nach zu mehr Beteiligung am Unterricht bringen. Dass sie nicht spontan auf Vorschläge von mir reagieren musste, sondern von Anfang an wusste, was auf sie zukommen würde, half ihr enorm.
1. Einleitung: Die Autorin beschreibt ihre erste persönliche Begegnung mit einer Schülerin, die Anlass für die intensive Auseinandersetzung mit dem Asperger-Syndrom im Instrumentalunterricht war.
2. Das Asperger – Syndrom: Dieses Kapitel erläutert die fachliche Definition, die Geschichte des Syndroms sowie aktuelle wissenschaftliche Theorien zu dessen Ursachen.
3. Eigenschaften des Asperger – Syndroms: Die zentralen Merkmale wie soziale Interaktion, Kommunikation, Spezialinteressen und motorische Herausforderungen werden im Kontext der Betroffenen detailliert beschrieben.
4. Besuche im Instrumentalunterricht: Anhand zweier konkreter Fallbeispiele werden Unterrichtserfahrungen mit Asperger-autistischen Schülern und Gespräche mit Fachpersonen dokumentiert.
5. Ideen zur Unterrichtsgestaltung: Dieses Kapitel bietet praxisorientierte didaktische Vorschläge für den Alltag des Instrumentalunterrichts, von der Raumgestaltung bis zur Kommunikation.
6. Schlussbetrachtung: Die Autorin reflektiert ihre Erkenntnisse und unterstreicht das große Potenzial dieser speziellen Schüler sowie die Wichtigkeit einer angepassten, individuellen Unterrichtsweise.
Asperger-Syndrom, Instrumentalunterricht, Musikpädagogik, Autismus-Spektrum, Theorie des Mentalen, Spiegelneuronen, Unterrichtsgestaltung, Spezialinteressen, Inklusion, Kommunikation, Sensorik, Motorik, Improvisation, Motivation, Sonderpädagogik.
Die Arbeit befasst sich mit der Gestaltung des Instrumentalunterrichts für Kinder mit dem Asperger-Syndrom, basierend auf pädagogischen Beobachtungen und theoretischem Wissen.
Zentrale Themen sind die Charakteristika des Asperger-Syndroms, Herausforderungen bei der Vermittlung technischer und musikalischer Inhalte sowie methodische Anpassungen für den Unterricht.
Das Ziel ist es, Instrumentallehrern Hilfestellungen zu bieten, um den Unterricht so zu gestalten, dass betroffene Kinder motiviert und erfolgreich lernen können, ohne dass der Lehrer zum Therapeuten werden muss.
Die Autorin kombiniert eine theoretische Aufarbeitung des Asperger-Syndroms mit praktischen Unterrichtsbesuchen und Expertengesprächen, um daraus didaktische Schlussfolgerungen zu ziehen.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen zu den Eigenschaften des Syndroms, die Darstellung von Fallbeispielen aus der Unterrichtspraxis und eine Sammlung konkreter Ideen und Anpassungsvorschläge für Instrumentallehrkräfte.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Asperger-Syndrom, Instrumentalunterricht, Musikpädagogik, Didaktik, Inklusion und Kommunikation definiert.
Betroffene reagieren oft hypersensibel auf Umweltreize wie Lärm oder visuelle Ablenkung, weshalb eine ruhige und strukturierte Umgebung essenziell für die Konzentrationsfähigkeit ist.
Da Spiegelneuronen beim Imitationslernen eine zentrale Rolle spielen und bei Autisten häufig weniger ausgeprägt sind, erklärt dies, warum visuelle Vorzeigemethoden im Unterricht oft nicht ausreichen.
Die Autorin betont, dass Instrumentallehrer nicht primär einen therapeutischen Auftrag haben, sondern die pädagogische Aufgabe, das Instrumentenspiel zu vermitteln, auch wenn die methodische Herangehensweise aufgrund der Autismus-Diagnose angepasst werden muss.
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