Bachelorarbeit, 2013
35 Seiten, Note: 1,7
1. Einleitung
2. Mobbing – ein Überblick
2.1 Definition und Abgrenzung zum Konflikt
2.2 Die Akteure
2.3 Folgen von Mobbing
3. Überblick über Präventionsmaßnahmen
4. Interventionsmaßnahmen
4.1 Der No-Blame-Approach
4.2 Die Farsta-Methode
4.3 Fazit: Kritische Betrachtung und Vergleich der vorgestellten Programme
5. Schluss
Das Hauptziel der Arbeit ist es, die Problematik von Mobbing im schulischen Kontext zu beleuchten und Lehrkräften fundierte Strategien zur Prävention sowie effektive Interventionsmöglichkeiten an die Hand zu geben, um dauerhaft gegen Gewalt unter Schülern vorgehen zu können.
4.1 Der No-Blame-Approach
Der No-Blame-Approach, übersetzt „Ansatz ohne Beschuldigung“, wurde in den 1990er Jahren in England von den Pädagogen Barbara Maines und George Robinson entwickelt und wird seit Anfang des 21. Jahrhunderts auch in Deutschland praktiziert (vgl. BLUM/BECK 2012, 58). Der Kern dieses Ansatzes ist es, Lösungen für die Zukunft zu suchen, ohne dabei die Vergangenheit nach Ursachen und Gründen für das Entstehen von Mobbing zu erforschen (vgl. ebd.). Der No-Blame-Approach ist somit lösungsfokussiert und nicht problemorientiert (vgl. BLUM/BECK 2012, 65). Das heißt, um Mobbing zu beenden ist es nicht wichtig konkrete Mobbing-Situationen zu analysieren, sondern Lösungen zu finden (vgl. ebd.). Diese Vorgehensweise erspart dem Opfer viel zusätzliches Leid, da es nicht immer wieder unangenehme Situationen schildern und Emotionen offen darlegen muss (vgl. ebd.). Für die Opfer sind solche emotionalen Öffnungen oftmals sehr peinlich und verfestigen Gefühle wie Hilflosigkeit, Ohnmacht und Angst (vgl. BLUM/BECK 2012, 65).
Außerdem gibt es weder Sanktionen noch Schuldzuweisungen für die Mobbing-Beteiligten, da solche Maßnahmen nur Barrieren in den Köpfen der Schüler aufbauen und eine wirkliche Verhaltensänderung durch Rechtfertigungsdruck nahezu unmöglich machen (vgl. BLUM/BECK 2012, 65f). Diese Vorgehensweise fand nicht immer Unterstützung, sondern sah sich heftigen Kritiken ausgesetzt (vgl. BLUM/BECK 2012, 58). Jedoch sprechen die vorliegenden Evaluationsstudien eindeutig für den Ansatz: In mehr als 87% der Fälle konnte Mobbing zeitnah gestoppt und effektiv interveniert werden (vgl. BLUM/BECK 2012, 59). Für den No-Blame-Approach ist es von zentraler Bedeutung, die Mobbing-Opfer zu schützen und sie aus ihrer „Sackgasse“ herauszuführen (vgl. BLUM/BECK 2012, 64). Dabei werden die übrigen Beteiligten und vor allem die Täter weder angeprangert noch als Bösewichte dargestellt (vgl. ebd.). Vielmehr sieht der Ansatz weiterhin in ihnen normale Kinder und Jugendliche, die nicht als bösartig abzustempeln sind (vgl. ebd.).
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die historische Relevanz von Gewalt unter Jugendlichen ein und begründet die Notwendigkeit, Mobbing als spezifische und besonders schwerwiegende Form der Gewalt an Schulen zu adressieren.
2. Mobbing – ein Überblick: Dieses Kapitel definiert Mobbing anhand zentraler Kriterien, grenzt es von alltäglichen Konflikten ab und untersucht die psychologischen Rollen und Dynamiken der beteiligten Akteure sowie deren langfristige Folgen.
3. Überblick über Präventionsmaßnahmen: Hier werden präventive Ansätze auf verschiedenen Handlungsebenen der Schule vorgestellt, um ein positives Lernklima zu schaffen und die Entstehung von Mobbing frühzeitig zu unterbinden.
4. Interventionsmaßnahmen: Dieses Kapitel stellt zwei Interventionsprogramme, den No-Blame-Approach und die Farsta-Methode, detailliert vor und vergleicht diese kritisch hinsichtlich ihrer methodischen Ausrichtung und Effektivität.
5. Schluss: Das Schlusswort fasst die wichtigsten Erkenntnisse der Bachelorarbeit zusammen und unterstreicht die Notwendigkeit eines bewussten und fachlich fundierten Umgangs mit Mobbing im Schulalltag.
Mobbing, Schule, Prävention, Intervention, No-Blame-Approach, Farsta-Methode, Konfliktlösung, Gruppendynamik, Schülerverhalten, Lehrkompetenz, Gewaltprävention, Schulsozialarbeit, Opfer-Täter-System, Schulklima, Empathie.
Die Arbeit thematisiert das Phänomen Mobbing an deutschen Schulen und analysiert, wie pädagogische Fachkräfte dieses frühzeitig erkennen und durch geeignete Präventions- und Interventionsmaßnahmen bewältigen können.
Die zentralen Felder umfassen die Definition und Abgrenzung von Mobbing, die Analyse der Rollen von Tätern und Opfern, präventive Strategien auf verschiedenen Schulebenen sowie einen detaillierten Vergleich bewährter Interventionsmethoden.
Das Hauptziel ist es, Lehrkräften theoretisches Wissen und praktische Handlungsmöglichkeiten zu vermitteln, um Mobbing-Situationen effektiv zu begegnen und die erzieherische Verantwortung für einen sicheren Schulraum wahrzunehmen.
Die Autorin stützt sich auf eine fundierte Literaturanalyse, um bestehende Definitionen, Präventionskonzepte und zwei konkrete Interventionsprogramme (No-Blame-Approach und Farsta-Methode) kritisch zu vergleichen und zu bewerten.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung zu Mobbing-Dynamiken, die Darstellung von Präventionsmöglichkeiten auf Schul-, Klassen- und individueller Ebene sowie eine detaillierte Gegenüberstellung von No-Blame-Approach und Farsta-Methode.
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Mobbing, Interventionsprogramme, Gewaltprävention, systemischer Ansatz, Opfer-Täter-Dynamik und Schulklima charakterisiert.
Der No-Blame-Approach gilt als flexibler, da er lösungsfokussiert vorgeht, keine Anklagen erhebt und durch die Einbeziehung einer Unterstützungsgruppe die Klassengemeinschaft stärkt, anstatt den Täter konfrontativ zu isolieren.
Ein schlecht durchgeführtes Gespräch kann aufgrund der konfrontativen Verhörstrategie traumatisierend auf das Kind wirken und das Risiko bergen, den Täter als „böse“ abzustempeln und so eine weitere Stigmatisierung und neue Mobbing-Situationen zu provozieren.
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