Bachelorarbeit, 2014
51 Seiten, Note: 1,7
1. Einleitung
2. Der Limes als Forschungsgegenstand
2.1 Limes – Wort und Begriff
2.2 Die Erforschung des Limes in Deutschland
2.3 Der obergermanische-raetische Limes
2.3.1 Der Verlauf des obergermanisch-raetischen Limes
2.3.2 Ausbauphasen
3. Zu den grundlegenden Begriffen des Handels und der Wirtschaft
3.1 Handel und Wirtschaft
3.2 Akteure und Rahmenbedingungen des Wirtschaftslebens
3.3 Probleme der Quellenlage
4. Limesdurchgänge, Wirtschaftsaustausch und Grenzverkehr
4.1 Römische Exporte
4.1.1 Lebensmittel
4.1.2 Waffen
4.1.3 Metallgefäße, Keramik und Glas
4.1.4 Schmuck, Edelsteine und Edelmetalle
4.2 Zusammenfassende Betrachtung der wirtschaftlichen Bedeutung des obergermanisch-raetischen Limes für die römischen Exporte
4.3 Germanische Exporte
4.3.1 Pelze, Federn, Haar und Seife
4.3.2 Nutztiere und Nahrungsmittel
4.3.3 Sklaven
4.3.4 Bernstein
4.4 Zusammenfassende Betrachtung der wirtschaftlichen Bedeutung des obergermanisch-raetischen Limes für die germanischen Exporte
5. Die wirtschaftliche Bedeutung obergermanisch raetischen Limes
Die Arbeit untersucht die wirtschaftliche Bedeutung des obergermanisch-raetischen Limes während der römischen Kaiserzeit (1. bis 3. Jahrhundert n. Chr.). Dabei wird analysiert, inwieweit der Limes als Wirtschaftsgrenze fungierte, wie der Warenaustausch zwischen Römern und Germanen organisiert war und welche Rolle das römische Militär als Wirtschaftsfaktor sowie für die Infrastruktur spielte.
4.1.1 Lebensmittel
Die Landwirtschaft stellt innerhalb der römischen Wirtschaft den größten Beschäftigungsanteil dar und ist zudem durch das im heutigen Italien entwickelte und schließlich auch in Germanien ausgebreitete Villenwesen zu charakterisieren. Die Villenwirtschaft ist hierbei nicht die einzige, aber typische Form innerhalb der Provinzen des Imperium Romanums, wobei an der Anzahl der villae auch der Grad der Romanisierung des Gebiets gemessen werden kann. Die häufige Ansiedlung, die teils im staatlichen Auftrag erfolgte, fing in der Nähe von Kastellen oder städtischen Zentren an, die den Absatzmarkt der Überproduktion darstellen.
Villae rustica wurden auch in eher „siedlungsfeindlichen, hochwassergefährdeten Tallagen gegründet“, diese lagen dann an den römischen Fernstraßen oder in der Nähe von Handelskontoren und Warenumschlagsplätzen. Dieser Fakt legt nahe, dass es mehr als eine Absatzgruppe für die Waren gab. Denn nicht nur das Militär und die Bewohner der Zivilsiedlungen waren Abnehmer dieser Produkte. Tacitus berichtet, dass ebenfalls die Hermuduren „in Augsburg, der Hauptstadt der Provinz Rätien“ regelmäßig römische Märkte besuchten. Die Auswahl der Lebensmittel scheint groß gewesen zu sein. Denn entlang des Rheins wurden Getreide wie Dinkel, Gerste und Roggen, aber auch Hülsenfrüchte wie Erbsen, Linsen und Bohnen angebaut. Zum Warenangebot zählten auch Kräuter, Wurzelgemüse und regionale Obstsorten.
1. Einleitung: Vorstellung des Forschungsgegenstandes und Formulierung der Fragestellung zur wirtschaftlichen Bedeutung des Limes.
2. Der Limes als Forschungsgegenstand: Definition des Begriffs Limes und Abriss der historischen Erforschung sowie des Bauverlaufs.
3. Zu den grundlegenden Begriffen des Handels und der Wirtschaft: Theoretische Einordnung der Begriffe Handel und Wirtschaft sowie Diskussion der Problematik der antiken Quellenlage.
4. Limesdurchgänge, Wirtschaftsaustausch und Grenzverkehr: Detaillierte Analyse römischer und germanischer Exportgüter und deren Transportwege.
5. Die wirtschaftliche Bedeutung obergermanisch raetischen Limes: Synthese der Ergebnisse: Der Limes als kontrollierende Membran zwischen den Wirtschaftssystemen.
Obergermanisch-raetischer Limes, Römische Kaiserzeit, Wirtschaftsgeschichte, Fernhandel, Binnenhandel, Germanien, Imperium Romanum, Agrarwirtschaft, Villenwesen, Warenströme, Grenzverkehr, Exportgüter, Handelsinfrastruktur, Antike Wirtschaft, Bernstein.
Die Arbeit analysiert die wirtschaftliche Funktion des obergermanisch-raetischen Limes im Zeitraum vom 1. bis zum 3. Jahrhundert n. Chr. und prüft, inwieweit die Grenze den wirtschaftlichen Austausch beeinflusste.
Zentrale Felder sind die Analyse von Exportgütern (wie Lebensmittel, Waffen, Luxuswaren), die Bedeutung von Infrastruktur und Handelswegen sowie die Auswirkungen der Grenzpolitik auf den wirtschaftlichen Kontakt zwischen dem Römischen Reich und den germanischen Stämmen.
Die Hauptfragestellung ist, welche wirtschaftliche Bedeutung der Limes hatte, ob er als Handelshemmnis oder -förderer fungierte und wie der Warenaustausch zwischen Germanen und Römern praktisch funktionierte.
Der Autor nutzt eine kontrastive Analyse auf Basis literarischer, archäologischer, epigraphischer und numismatischer Quellen, um das Wirtschaftsleben dieser Epoche zu rekonstruieren.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Begriffsbestimmung, die Analyse spezifischer Warengruppen (Exporte beider Seiten) und die Untersuchung der Limes-Durchgänge sowie der logistischen Infrastruktur.
Wichtige Begriffe sind unter anderem Obergermanisch-raetischer Limes, Handel, Wirtschaft, Infrastruktur, Warenströme, Germanien und Imperium Romanum.
Nein, der Autor kommt zu dem Schluss, dass der Limes eher als eine kontrollierende "Membran" zu verstehen ist, die den Warenverkehr regulierte, statt ihn vollständig zu unterbinden.
Dies lag an der germanischen Subsistenzwirtschaft, dem Mangel an ausdifferenziertem Gewerbe sowie der Tatsache, dass die Römer den Limes kontrollierten und Zölle erhoben, was den Handel für germanische Händler erschwerte.
Bernstein wird als das wichtigste Exportgut der Germanen identifiziert, das als Fernhandelsware bis ins Innere des römischen Reiches gelangte und als "Gegenwert" für hochwertige römische Importe diente.
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