Masterarbeit, 2014
83 Seiten, Note: 1,3
Jura - Zivilrecht / Handelsrecht, Gesellschaftsrecht, Kartellrecht, Wirtschaftsrecht
1 Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Forschungsfragen
1.3 Vorgehensweise
1.4 Thematische Abgrenzung
2 Grundlagen und Untersuchungsgegenstand
2.1 Struktur des Strafverfahrens
2.2 Begriff und Bedeutung
2.3 Historische Entwicklung
2.4 Ursachen und Entstehungsgründe für Absprachen
3 Die gesetzliche Regelung der Verständigung in Strafverfahren
3.1 Gesetzliche Regelungen der Verständigung
3.1.1 Zulässigkeit einer Verständigung
3.1.2 Gegenstand und Inhalt der Verständigung
3.1.3 Verständigungsverfahren
3.1.4 Bindungswirkung
3.2 Kritik an der gesetzlichen Regelung
4 Rechtliche Grundsätze und die gesetzliche Regelung
4.1 Verfassungsrechtliche Grundsätze
4.1.1 Gleichheitsgrundsatz
4.1.2 Faires Verfahren
4.1.3 Schuldprinzip und Unschuldsvermutung
4.1.4 Grundsatz des richterlichen Gehörs
4.1.5 Nemo-Tenetur Grundsatz
4.1.6 Fazit verfassungsrechtliche Grundsätze
4.2 Verfahrensrechtliche Grundsätze
4.2.1 Prinzip der materiellen Wahrheit
4.2.2 Legalitätsprinzip
4.2.3 Unmittelbarkeitsgrundsatz
4.2.4 Mündlichkeitsgrundsatz
4.2.5 Grundsatz der Öffentlichkeit
4.2.6 Phänomen der Sanktionsschere
4.2.7 Fazit verfahrensrechtliche Grundsätze
5 Urteil des BVerfG vom 19.03.2013
5.1 Der Sachverhalt
5.2 Leitsätze des Urteils
5.3 Grundsätzliche Feststellungen
5.4 Auslegung des Urteils
5.4.1 Verbot der Sanktionsschere
5.4.2 Amtsaufklärungspflicht
5.4.3 Überprüfung des Geständnisses
5.4.4 Strafrahmenverschiebung
5.4.5 Rechtsmittelverzicht
5.4.6 Keine Einbeziehung anderer Verfahren
5.4.7 Mitteilungs- und Protokollierungspflichten
5.4.8 Kontrollfunktion
5.4.9 Verstöße und Revision
5.5 Kritik am Urteil des BVerfG
6 Untersuchungen zur Absprache
6.1 Untersuchung von Hassemer/Hippler
6.2 Untersuchung von Schünemann
6.3 Untersuchung von Lüdemann/Bussmann
6.4 Untersuchung von Soilek
6.5 Untersuchung von Altenhain/Hagemeier/Haimerl/Stammen
6.6 Untersuchung von Schöch
6.7 Untersuchung von Taubald
6.8 Untersuchung von Niemz
6.9 Untersuchung von Heller
6.10 Untersuchung von Altenhain/Dietmeier/May
6.11 Kritische Betrachtung der Untersuchungsergebnisse
7 Alternative Verfahrensweisen
7.1 Plea Bargain
7.2 Vorschlag der Bundesrechtsanwaltskammer
7.2.1 Konsensprinzip
7.2.2 Zentrale Vorschrift
7.2.3 Zusammenfassung
7.3 Das Eckpunkteprogramm der Generalstaatsanwälte
7.4 Vorschlag des DAV - Deutscher Anwaltverein
7.5 Vorschlag von Meyer-Goßner
8 Eigener Vorschlag eines Lösungswegs
8.1 Alternativen
8.2 Kritikpunkte und deren Lösung
8.3 Schuldgrundsatz und Lösungsweg
8.4 Fazit
9 Zusammenfassung und Ausblick
Die vorliegende Master-Thesis untersucht, ob die gesetzliche Regelung der Verständigung in Strafverfahren gemäß § 257c StPO den verfassungsrechtlichen Vorgaben und den Grundsätzen des Strafprozessrechts entspricht. Dabei wird insbesondere analysiert, inwieweit die Praxis der Urteilsabsprachen – sowohl in ihrer formellen, gesetzlich kodifizierten als auch in ihrer informellen Ausprägung – die Prinzipien der materiellen Wahrheit, des fairen Verfahrens und des Schuldprinzips gefährdet. Die Arbeit bewertet das wegweisende Urteil des Bundesverfassungsgerichts vom 19.03.2013 kritisch und entwickelt auf Basis einer Analyse bestehender empirischer Untersuchungen sowie verschiedener Reformvorschläge einen eigenen Lösungsansatz zur zukünftigen Gestaltung der Verfahrensbeendigung.
1.1 Problemstellung
Die Verständigung bei Strafverfahren hat sich über viele Jahre als eine das Strafverfahren abkürzende, effektive und bequeme Methode für Gerichte, Staatsanwälte, Verteidiger und auch für den Angeklagten etabliert. Dabei steht das Wesen der Absprache indes im Spannungsverhältnis mit den Grundzügen der Strafprozessordnung. Das Prinzip der materiellen Wahrheit, die Unschuldvermutung, der Ermittlungsgrundsatz, der Gleichheitsgrundsatz, das faire Verfahren, das Schuldprinzip und der Legalitätsgrundsatz sind hier anzuführen. Die Ergründung „der materiellen Wahrheit und gerechten Bewertung des möglichst zuverlässig und neutral festgestellten Sachverhalts“ muss gewahrt werden. Zudem birgt die Verständigung ein enormes Missbrauchspotenzial, besonders wenn sie informell und ohne jegliche Dokumentation und Protokollierung auskommt.
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik der informellen Absprachen im deutschen Strafrecht ein, beleuchtet das Spannungsverhältnis zum Legalitätsprinzip und erläutert die Forschungsfragen sowie die methodische Vorgehensweise.
2 Grundlagen und Untersuchungsgegenstand: In diesem Kapitel werden die Struktur des Strafverfahrens, zentrale Begrifflichkeiten und die historische Entwicklung der Absprachepraxis von den Anfängen bis zur gesetzlichen Kodifizierung dargestellt.
3 Die gesetzliche Regelung der Verständigung in Strafverfahren: Hier erfolgt eine Analyse der zentralen Vorschrift des § 257c StPO sowie der flankierenden Regelungen, inklusive einer Kritik an der Eilbedürftigkeit und Ausgestaltung des Gesetzgebungsprozesses.
4 Rechtliche Grundsätze und die gesetzliche Regelung: Dieses Kapitel untersucht die Vereinbarkeit der gesetzlichen Verständigungsregelung mit verfassungsrechtlichen Prinzipien wie dem fairen Verfahren und dem Schuldprinzip sowie verfahrensrechtlichen Grundsätzen wie dem Prinzip der materiellen Wahrheit.
5 Urteil des BVerfG vom 19.03.2013: Es folgt eine detaillierte Aufarbeitung des BVerfG-Urteils, das die Verfassungsmäßigkeit des Gesetzes bestätigt, aber den in der Praxis defizitären Vollzug und die Missachtung von Dokumentationspflichten scharf kritisiert.
6 Untersuchungen zur Absprache: Eine umfassende Auswertung empirischer Studien zur Absprachepraxis in Wirtschaftsstrafverfahren, die belegen, dass das Gesetz kaum zu einer Verhaltensänderung der Akteure geführt hat.
7 Alternative Verfahrensweisen: In diesem Kapitel werden verschiedene Reformmodelle wie der "Plea Bargain" sowie nationale Vorschläge der Bundesrechtsanwaltskammer und des DAV analysiert und kritisch beurteilt.
8 Eigener Vorschlag eines Lösungswegs: Der Autor entwickelt einen eigenen Ansatz, der auf einer konsequenten Zweiteilung des Strafverfahrens in kooperative und konfrontative Varianten basiert, um die Unvereinbarkeit mit inquisitorischen Grundsätzen zu überwinden.
9 Zusammenfassung und Ausblick: Diese Zusammenfassung resümiert die langjährige Debatte um die Absprache, fordert eine grundlegende Neuausrichtung des Systems und unterstreicht die Notwendigkeit einer strukturierten, unvoreingenommenen Verfahrensreform.
Absprache, Verständigung, Strafverfahren, StPO, § 257c, materielle Wahrheit, BVerfG, faires Verfahren, Schuldprinzip, Legalitätsprinzip, Sanktionsschere, Urteilsabsprache, Beweisaufnahme, Strafzumessung, Prozessökonomie
Die Arbeit befasst sich mit der Problematik von Absprachen in deutschen Strafverfahren und prüft deren Vereinbarkeit mit den geltenden verfassungsrechtlichen Grundsätzen, insbesondere nach der Einführung der gesetzlichen Regelung in § 257c StPO.
Zu den Schwerpunkten gehören das Spannungsverhältnis zwischen prozessualer Effizienz und dem Prinzip der materiellen Wahrheit, die Analyse der höchstrichterlichen Rechtsprechung, die Auswertung empirischer Daten zur Praxis der Absprachen sowie die Diskussion alternativer Verfahrensmodelle.
Die zentrale Forschungsfrage ist, ob die konsensuale Urteilsabsprache trotz gesetzlicher Kodifizierung in Deutschland tatsächlich rechtsstaatlich konform ist oder ob sie faktisch eine informelle Absprache bleibt, die gesetzliche Vorgaben unterläuft.
Die Arbeit nutzt eine rechtswissenschaftliche Analyse von Gesetzen, Kommentaren und obergerichtlicher Rechtsprechung sowie die Auswertung und kritische Synthese verschiedener empirischer Studien zur Absprachepraxis.
Der Hauptteil gliedert sich in die Erläuterung der Grundlagen, die detaillierte rechtliche Prüfung der Grundsätze, die Analyse des maßgeblichen BVerfG-Urteils vom 19.03.2013 sowie eine umfangreiche Untersuchung der Absprachepraxis und bestehender Reformvorschläge.
Wesentliche Begriffe sind Absprache, Verständigung, § 257c StPO, materielle Wahrheit, faires Verfahren, Sanktionsschere und Urteilsabsprache.
Obwohl das Gericht das Gesetz an sich für verfassungskonform hält, bemängelt es einen massiven Vollzugsmangel, bei dem Beteiligte gesetzliche Dokumentations- und Belehrungspflichten umgehen, was das Vertrauen in die Justiz und die Wahrheitsfindung gefährdet.
Der Autor schlägt eine konsequente Zweiteilung des Strafverfahrens in kooperative und konfrontative Varianten vor, um eine klare Trennung zu schaffen, das Problem der informellen Absprachen zu beseitigen und gleichzeitig die Anforderungen an die Sachaufklärung und Rechtsstaatlichkeit im streitigen Bereich zu erhöhen.
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