Bachelorarbeit, 2014
90 Seiten, Note: 1,7
Medien / Kommunikation - Public Relations, Werbung, Marketing, Social Media
1. Einleitung
1.1 Problemstellung, These und Zielsetzung
1.2 Methodik
2. Grundlagen des Viral Marketing
2.1 Charakterisierung und Definition des Viral Marketing
2.2 Abgrenzung von Viral Marketing
2.3 Formen und Instrumente von Viral Marketing
3. Das Funktionsprinzip des Viral Marketing
3.1. Das Konzept der Viralität
3.1.1 Memetik und das Prinzip der psychologischen Ansteckung
3.1.2 Gladwells Theorie des Tipping Point
3.2. Kernelemente des Viral Marketing
3.2.1 Kampagnengut
3.2.2 Rahmenbedingungen und Weiterempfehlungsanreize
3.2.3 Seeding
4. Chancen und Risiken des Viral Marketing
4.1 Chancen
4.2 Risiken
5 Erfolgsfaktoren von Viral Marketing
5.1 Der Planungsprozess von Viral Marketing
5.1.1 Eindeutige Ziele
5.1.2 Intensive Analyse und eindeutige Definition der Zielgruppe
5.1.3 Auswahl der Kommunikationskanäle und crossmediale Vernetzung
5.1.4 Wirkungsvolle Anreize bieten oder echte Mehrwerte schaffen
5.1.5 Markttest
5.1.6 Intensiver Seeding-Prozess
5.1.7 Erfolgskontrolle
5.1.8 Wissensmanagement
5.2 Kosteneffizienz
5.3 Ansteckende Produkte
5.4 Ansteckende Beziehungspflege und Involvierung
5.5 Ansteckende Kommunikation
5.5.1 Emotionaler Benefit
5.5.2 WOW-Effekt
5.5.3 Markenkonforme Aufbereitung
5.5.4 Zurückhaltendes Branding/Werbecharakter vermeiden
6 Experteninterview
6.1 Der Fragenkatalog
6.2 Der Experte
7 Untersuchung der Erfolgsfaktoren von Viral Marketing anhand von verschiedenen Fallbeispielen erfolgreicher Viral Marketingkampagnen
7.1 Fallbeispiel „Telekinetic Coffee Shop Surprise“
7.2 Fallbeispiel „Devil Baby Attack“
7.3 Fallbeispiel „Toto & Harry räumen auf“
8 Fazit
Das primäre Ziel dieser Bachelorarbeit ist es, die Planbarkeit von Viral Marketing zu untersuchen, indem auf Basis der Fachliteratur und Expertenmeinungen Erfolgsfaktoren identifiziert und anhand von praktischen Fallbeispielen verifiziert oder falsifiziert werden. Es wird die Forschungsfrage verfolgt, ob Viralität ein zufälliges Naturphänomen oder durch strategische Prozesse steuerbar ist.
3.1.1 Memetik und das Prinzip der psychologischen Ansteckung
Durch den Evolutionsbiologen und Oxford-Professor Richard Dawkins wurde der aus „Memory“ und „Genetik“ zusammengesetzte Begriff der Memetik geprägt, welcher die Theorie der Replikation und Verbreitung von Botschaften beschreibt. In seinem 1976 veröffentlichen Buch „Das egoistische Gen“ versucht Dawkins das Phänomen der Memetik zu erklären.
Das aus dem lateinischen Wort memoria (lat. Erinnerung) abgeleitet Wort Mem repräsentiert hierbei eine kleine Informationseinheit, die jedoch so infizierend ist, dass sie Menschen zu ihrer Weitergabe bewegt. Das Mem als Information kann die verschiedensten Gestalten wie zum Beispiel Gedanken, Ideen, Ideologien, Trends, Gerüchte etc. annehmen und in vielfältigen Darstellungsformen beziehungsweise in Form unterschiedlichster Medien, wie beispielsweise Videos, Audio-Dateien, Texten etc. auftreten. Aufgrund des Strebens nach Verbreitung und Vervielfältigung lehnt Dawkins den Begriff Mem absichtlich an die aus der Biologie bekannte kleinste Einheit des Erbguts, das Gen, an. Dementsprechend existieren auch Gemeinsamkeiten bei der Verbreitung von Genen und Memen. Während sich im Lauf der Evolution die Gene von einer Generation auf die nächste übertragen, bewegen sich Meme auf psychologisch-kommunikativer Ebene von einem Gehirn zum anderen, weshalb in diesem Kontext auch vom Prinzip der psychologischen Ansteckung gesprochen wird. Das Konzept der psychologischen Ansteckung setzt Meme wie Ideen, Trends etc. in Analogie zu dem aus der Medizin bekannten Virus und geht somit davon aus, dass diese psychologischen Viren durch soziale Interaktion übertragen werden. Aus dem Prinzip der psychologischen Ansteckung lässt sich wiederrum die Herkunft des Begriffs Viralität erklären. Demzufolge nutzen Meme, wie ein Virus, das Individuum als Wirt um sich über dessen zwischenmenschlichen Beziehungen zu verbreiten.
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Marktsituation, definiert das Viral Marketing als Reaktion auf die Werbeüberflutung und stellt die Forschungsfrage sowie die These zur Planbarkeit auf.
2. Grundlagen des Viral Marketing: Dieses Kapitel liefert eine theoretische Basis, definiert Viral Marketing, grenzt es von verwandten Konzepten wie Buzz- oder Guerilla-Marketing ab und listet gängige Instrumente auf.
3. Das Funktionsprinzip des Viral Marketing: Hier werden virale Mechanismen durch die Memetik, die Theorie des Tipping Point sowie Kernelemente wie das Kampagnengut und das Seeding erläutert.
4. Chancen und Risiken des Viral Marketing: Das Kapitel abwägt die hohen Reichweitenpotenziale und Kostenvorteile gegen die Unplanbarkeit und das Risiko des Kontrollverlusts ab.
5. Erfolgsfaktoren von Viral Marketing: In diesem zentralen Teil werden spezifische Erfolgsfaktoren, wie Zieldefinition, Zielgruppenanalyse, Seeding-Prozess und die Bedeutung von Emotionen, detailliert dargelegt.
6. Experteninterview: Hier wird der Fragenkatalog vorgestellt und der Experte Steven Gill von ProSiebenSat.1 präsentiert, der praktische Einblicke in die Planung viraler Kampagnen gewährt.
7. Untersuchung der Erfolgsfaktoren von Viral Marketing anhand von verschiedenen Fallbeispielen erfolgreicher Viral Marketingkampagnen: Dieser Teil analysiert drei konkrete Kampagnen, um die zuvor theoretisch identifizierten Erfolgsfaktoren in der Praxis zu prüfen.
8. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen, widerlegt die These der völligen Zufälligkeit eingeschränkt und modifiziert den Planungsprozess basierend auf den gewonnenen Erkenntnissen.
Viral Marketing, Mundpropaganda, Word-of-Mouth, Erfolgsfaktoren, Tipping Point, Memetik, Kampagnengut, Seeding, Planungsprozess, Online-Marketing, Social Media, Reichweite, Zielgruppe, Werbebotschaft, Kundeninvolvierung.
Die Arbeit befasst sich mit der zentralen Fragestellung, ob Viral Marketing ein planbarer Prozess ist oder ob eine erfolgreiche virale Verbreitung von Werbebotschaften lediglich auf Zufall basiert.
Zentrale Themen sind die theoretischen Grundlagen des Viral Marketing, Mechanismen sozialer Ansteckung, die Identifikation von Erfolgsfaktoren sowie deren praktische Anwendung und Überprüfung an Fallbeispielen.
Ziel ist es, Erfolgsfaktoren für virale Kampagnen zu identifizieren und einen weitestgehend standardisierten Planungsprozess zu entwerfen, der Unternehmen dabei unterstützt, virale Effekte systematisch zu nutzen.
Die Arbeit kombiniert eine fundierte Literaturrecherche, eine Analyse empirischer Studien sowie eine qualitative Expertenbefragung mit einem Mediamanager aus der Praxis.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen, die Darlegung der Funktionsprinzipien, eine Chancen-Risiken-Analyse und eine detaillierte Erörterung der Erfolgsfaktoren wie Zielgruppenanalyse, Seeding und Erfolgskontrolle.
Wichtige Begriffe sind Viral Marketing, Tipping Point, Memetik, Kampagnengut, Seeding, Kosteneffizienz und der Planungsprozess viraler Kommunikation.
Das Fallbeispiel bestätigt die Bedeutung einer kreativen Idee und des WOW-Effekts sowie die Notwendigkeit, Branding-Maßnahmen dezent einzusetzen, um die Authentizität des "Prank"-Charakters nicht zu gefährden.
Sie gilt als einer der wichtigsten Erfolgsfaktoren, da eine hohe Nutzer-Integration und ein echter Dialog über soziale Netzwerke eine kritische Masse schaffen, die für den Erfolg einer Kampagne essenziell ist.
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