Bachelorarbeit, 2014
84 Seiten, Note: 1,5
1 Bedeutung der Mindestlohnpolitik
2 Theoretische Ansätze
2.1 Neoklassik
2.1.1 Das Standardmodell
2.1.2 Zweisektorenmodell
2.1.3 Monopson
2.2 Keynesianismus
3 Mindestlöhne in Europa
3.1 Statistischer Überblick über die Mindestlöhne in Europa
3.2 Struktur in der Niederlande
4 Das deutsche Tarifsystem
5 Juristische Aspekte
5.1 Arbeitnehmer-Entsende- und Arbeitnehmerüberlassungsgesetz
5.2 Gesetz über die Festsetzung von Mindestarbeitsbedingungen
6 Der Mindestlohn in Deutschland
6.1 Gesellschaftliche Debatte
6.1.1 Arbeitgeberverbände
6.1.2 Arbeitnehmerverbände/ Gewerkschaften
6.1.3 Politische Parteien
6.2 Alternativen zum Mindestlohn
6.2.1 Kombilohn
6.2.2 Investivlohn
6.2.3 Workfare
7 Gegenüberstellung der Mindestlohnarten
Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, eine fundierte Analyse darüber zu erstellen, ob die Einführung eines gesetzlichen Mindestlohns arbeitspolitisch für Deutschland sinnvoll ist. Dabei wird untersucht, in welcher Form eine Umsetzung erfolgen sollte und welche ökonomischen sowie sozialen Auswirkungen zu erwarten sind.
2.1.1 Das Standardmodell
Für die Analyse der Mindestlohneinführung wird das neoklassische Standardmodell häufig als Referenzmodell verwendet. Es ist ein mikroökonomisches Modell, welches durch Angebot und Nachfrage bestimmt wird. Ziel ist immer ein Gleichgewicht dieser zwei Faktoren zu erreichen. Hierfür ist der sogenannte Gleichgewichtspreis entscheidend, der sich aus dem Lohn als Preis für den Faktor Arbeit ergibt. Für das Arbeitsmarktmodell, das mit dem Angebot bzw. der Nachfrage auf dem Gütermarkt vergleichbar ist, gelten folgende Annahmen:
• Vollständige Konkurrenz
• Keine Wettbewerbsbeschränkungen
• Flexible Reallöhne
• Vollkommene Information
• Vertragsfreiheit
• Homogenität aller Arbeitsplätze sowie aller Anbieter des Faktors Arbeit.
Wenn diese Annahmen zutreffen und sich die Marktteilnehmer im Sinne des homo oeconomicus (Arbeitgeber betreiben Gewinnmaximierung und Arbeitnehmer Nutzenmaximierung) rational verhalten, stellt sich immer ein Gleichgewicht am Arbeitsmarkt ein.
Der Arbeitnehmer als Anbieter seiner Arbeitskraft teilt seine Zeit zwischen Arbeit und Freizeit. Sein Ziel ist es den Grenznutzen zu erfüllen. Aus diesem Grund wird die Freizeit solange durch Arbeit ersetzt, bis der zusätzliche Nutzen des Einkommens der entgangenen Freizeit entspricht. Je höher der Reallohn ist, desto höher ist das Arbeitsangebot, da der Faktor Freizeit dadurch entwertet wird. Somit entsteht die Arbeitsangebotskurve mit einer positiven Steigung.
1 Bedeutung der Mindestlohnpolitik: Einleitung in die Definition des Mindestlohns, Darstellung der aktuellen Relevanz in Deutschland und Erläuterung der Motivation sowie Zielsetzung der vorliegenden Arbeit.
2 Theoretische Ansätze: Untersuchung der ökonomischen Wirkungsweisen von Mindestlöhnen anhand neoklassischer Standardmodelle, Zweisektorenmodellen und Monopsontheorien sowie des Keynesianismus.
3 Mindestlöhne in Europa: Statistischer Vergleich der europäischen Mindestlohnsysteme und detaillierte Betrachtung der regulatorischen Struktur in den Niederlanden.
4 Das deutsche Tarifsystem: Analyse der Grundlagen der deutschen Tarifautonomie, der Rolle von Tarifverträgen und der zunehmenden Herausforderungen durch schwindende Tarifbindung.
5 Juristische Aspekte: Überblick über die rechtlichen Rahmenbedingungen, insbesondere des Arbeitnehmer-Entsendegesetzes (AEntG) und des Gesetzes über die Festsetzung von Mindestarbeitsbedingungen.
6 Der Mindestlohn in Deutschland: Detaillierte Darstellung der gesellschaftspolitischen Debatte zwischen den Interessengruppen sowie eine detaillierte Analyse möglicher Alternativen wie Kombilohn, Investivlohn und Workfare.
7 Gegenüberstellung der Mindestlohnarten: Fazit und Reflexion der Kernaussagen unter Abwägung der verschiedenen Konzepte für die Zukunft der deutschen Arbeitsmarktpolitik.
Mindestlohn, Arbeitsmarktpolitik, Deutschland, Neoklassik, Keynesianismus, Tarifautonomie, Niedriglohnsektor, Beschäftigungseffekte, Arbeitgeberverbände, Gewerkschaften, Kombilohn, Investivlohn, Workfare, Mindestarbeitsbedingungen, Armutsbekämpfung
Die Bachelorarbeit analysiert kritisch die Einführung eines gesetzlichen Mindestlohns in Deutschland und bewertet dessen arbeitsmarktpolitische Sinnhaftigkeit.
Die Themen umfassen theoretische ökonomische Erklärungsmodelle, internationale Vergleiche (speziell Niederlande), die deutsche Tarifstruktur sowie die verschiedenen Ansichten der gesellschaftlichen Akteure.
Die Forschungsfrage lautet, ob ein gesetzlicher Mindestlohn arbeitspolitisch sinnvoll für Deutschland ist und in welcher Form (flächendeckend oder branchenspezifisch) er implementiert werden sollte.
Es erfolgt eine theoretische Analyse anhand mikroökonomischer Modelle sowie eine literaturbasierte Auswertung der aktuellen politischen Debatte und bestehender Praxisbeispiele.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Herleitung der Lohnbildung, eine internationale Bestandsaufnahme, eine Analyse des deutschen Tarifsystems und eine ausführliche Diskussion von Alternativmodellen zum Mindestlohn.
Die zentralen Begriffe sind Mindestlohn, Tarifautonomie, Niedriglohnsektor, Beschäftigungseffekte, sowie spezifische Fördermodelle wie Kombilohn und Workfare.
Die Niederlande dienen als praktisches Beispiel für ein System, das einen gesetzlichen Mindestlohn mit einer starken Tarifbindung kombiniert und somit als Referenz für die deutsche Diskussion dient.
Die BDA lehnt einen gesetzlichen Mindestlohn strikt ab, da sie eine Gefährdung von Arbeitsplätzen und eine Schwächung der Tarifautonomie befürchtet.
Die IG Metall befürchtet, dass Empfehlungen der Kommission als allgemeine Lohnleitlinien missverstanden werden könnten und somit den Spielraum für eigenständige, branchenspezifische Tarifverhandlungen einschränken.
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