Bachelorarbeit, 2013
41 Seiten, Note: 1,3
1. EINFÜHRUNG
2. MASKULINITÄT(EN) UND PATRIARCHAT
2.1 DIE DARSTELLBARKEIT VON MASKULINITÄT IM FILM UND DIE BESONDERHEIT DES ACTIONMODUS
2.2 DIE HISTORISCHE ENTWICKLUNG DES AMERIKANISCHEN MASKULINITÄTSKONZEPTS
3. MASKULINITÄT IM ACTIONMODUS DES AMERIKANISCHEN FILMS DER 1980ER JAHRE
3.1 HARD BODY: MASKULINITÄT UND KÖRPER IM ACTIONMODUS
3.1.1 DIE INSZENIERUNG DER HARTEN KÖRPER
3.1.2 DER TECHNOLOGISIERTE KÖRPER
3.2 WALK LIKE A MAN, TALK LIKE A MAN: HANDLUNGEN, EIGENSCHAFTEN, FIGUREN DER MASKULINIÄT
3.2.1 FIGUREN
3.2.2 HANDLUNGEN
3.3 FILMISCHER EXKURS
3.3.1 MISSING IN ACTION 2
3.3.2 DIE HARD
3.4 MASKULINITÄT, EINFÜHLUNG UND SPEKTAKULÄRER GENUSS
4. SCHLUSSBEMERKUNG
Diese Arbeit analysiert die Darstellung von Maskulinität im US-amerikanischen Actionfilm der 1980er Jahre. Ziel ist es, den "Actionmodus" als spezifisches filmisches Instrument zu untersuchen, das den männlichen Körper als Nationalkörper inszeniert, um so ein durch gesellschaftliche Krisen und das Vietnam-Trauma destabilisiertes traditionelles Männlichkeitsbild zu regenerieren und autoritär zu festigen.
3.1.1 Die Inszenierung der harten Körper
Der harte Körper, sei er nun Ausdruck neu erstarkter hegemonialer Maskulinität des Individuums und damit der gesamten Nation oder hysterischer Versuch zur Erhaltung der Autorität, findet im Film bestimmte Inszenierungs- und Darstellungsmuster. Schon auf den ersten Blick auffällig ist die massive Zurschaustellung des Körpers in all seinem muskulösen Exzess, die oftmals eine filmische Verlangsamung und Ausdehnung der Verweildauer zur Folge hat. Die Kamera - und somit auch der Blick des Rezipienten - kommt für ein paar Augenblicke in den sonst von oft schneller Schnittfolge geprägten Filmen im Actionmodus zur Ruhe und konzentriert sich auf die Körperlichkeit des Helden: Die wohl ikonischste Szene dieser Art begleitet Arnold Schwarzeneggers Figur des Terminators bei seiner nackten Ankunft auf der Erde.
Die Szene beinhaltet ganze 44 Sekunden lang Bilder, die ausschließlich mit seinem perfekt ausgeleuchteten Körper in einer ansonsten dunklen Umgebung ausgestattet sind. Beachtenswert ist auch, dass hier nicht nur eine Seite des Körpers gezeigt wird, sondern dieser durch Rotation im Raum und eine Nahaufnahme seines Oberkörpers mit Brustmuskeln und seines hartkantigen Gesichts von allen Seiten betrachtet werden kann. Die Szene endet mit einer Ganzkörperaufnahme von hinten in einer Totalen. Zu den Füßen des nackten Muskelmannes liegt die Stadt bei Nacht. Weniger lang aber nicht minder genüsslich werden Mel Gibson und Danny Glover in LETHAL WEAPON (1987) eingeführt.
1. EINFÜHRUNG: Diese Einleitung führt in das Phänomen des muskulösen Actionhelden der 1980er Jahre ein und formuliert das Ziel, Maskulinität im Film durch den historischen und kulturellen Kontext der USA zu analysieren.
2. MASKULINITÄT(EN) UND PATRIARCHAT: Dieses Kapitel definiert Maskulinität als soziales Konstrukt und beleuchtet die enge Verknüpfung von hegemonaler Männlichkeit, patriarchaler Macht und politischer Ideologie.
3. MASKULINITÄT IM ACTIONMODUS DES AMERIKANISCHEN FILMS DER 1980ER JAHRE: Hier wird der Actionmodus als Spektakelkino definiert, das durch die exzessive Darstellung des männlichen Körpers Normen sichtbar macht und zur Identitätsstiftung dient.
4. SCHLUSSBEMERKUNG: Die Arbeit schließt mit dem Fazit, dass die Actionfilme der 1980er Jahre als Agenten zur Regeneration eines traditionellen, moralisch legitimierten Männlichkeitsbildes fungieren, das den harten Körper zur politischen Waffe stilisiert.
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Die Arbeit untersucht, wie amerikanische Actionfilme der 1980er Jahre dazu dienten, das durch soziale und politische Krisen erschütterte Bild des traditionellen Mannes zu stabilisieren und neu zu legitimieren.
Im Zentrum stehen die Konzepte von Maskulinität und Patriarchat, die filmische Inszenierung des "harten Körpers" sowie die politische Bedeutung dieser Darstellungen im Kontext der Reagan-Ära.
Ziel ist es zu zeigen, dass der Actionfilm der 1980er Jahre durch die Überhöhung des männlichen Körpers versucht, eine historisch verwurzelte, "hegemoniale" Männlichkeit als kulturelles Ideal und politisches Machtsymbol zu rekonstruieren.
Die Autorin nutzt eine Kombination aus filmwissenschaftlichen, semiotischen und psychoanalytischen Ansätzen, ergänzt durch phänomenologische Theorien wie die der "Einfühlung", um die Wirkung des Spektakels auf den Zuschauer zu erklären.
Der Hauptteil analysiert die Inszenierung des muskulösen Körpers (Hard Body), das Rollenbild der Helden als Soldaten oder Polizisten sowie die Funktion von Gewalt und körperlicher Leidensfähigkeit im Actionmodus.
Die Arbeit lässt sich am besten mit Begriffen wie "Actionmodus", "Hard Body", "Nationalkörper" und "hegemoniale Maskulinität" beschreiben.
Das Trauma fungiert als auslösender Faktor für die Destabilisierung der Männlichkeit; der Actionfilm bietet durch die Reaktivierung der "Veteranen-Figur" eine kompensatorische, therapeutische Wiederherstellung von Autorität und Moral.
Die Theorie erklärt, warum Zuschauer trotz der fiktionalen Natur der Filme eine somatische Empathie für den Helden entwickeln, was es ihnen ermöglicht, sich temporär in dessen unzerstörbaren, machtvollen Körper "hineinzuversetzen" und daraus Vergnügen zu ziehen.
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