Bachelorarbeit, 2014
39 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
2 Klärung von Begriffen
2.1 Tier-/ Hundegestützte Interventionen
2.1.1 Tiergestützte Aktivitäten
2.1.2 Tier-/Hundegestützte Therapie
2.1.3 Tier-/Hundegestützte Pädagogik
2.2 Der Hund in der Schule
2.2.1 Der Hund als Schulbesuchshund
2.2.2 Der Hund als Schulhund
2.2.3 Der Hund als Klassenhund
3 Historischer Überblick über tier- und hundegestützte Pädagogik
4 Forschungsstand zur hundegestützten Pädagogik
4.1 Forschungsstand zum Einfluss von Hunden auf das Sozialverhalten von Schülern
4.2 Forschungsstand zur motivierenden und aktivierenden Wirkung von Hunden
4.3 Forschungsstand zur Minderung von Stresssymptomen und Redeangst durch Hunde
4.4 Forschungsstand zum Einfluss von Hunden auf nonverbale Kommunikationsfähigkeit
5 Die Wirkungen von Hunden im Unterricht
5.1 Die motivierende Wirkung von Hunden
5.2 Die stressmindernde Wirkung von Hunden
5.3 Die Wirkung des Hundes auf soziale, emotionale und kommunikative Kompetenzen
5.3.1 Empathiefähigkeit
5.3.2 Nonverbale Kommunikationsfähigkeit
5.3.3 Förderung von sozialen, emotionalen und kommunikativen Kompetenzen durch Verantwortung für den Hund
5.4 Die Wirkung von Hunden auf soziale Beziehungen in der Schule
5.4.1 Die Wirkung von Hunden auf die Beziehung zwischen Schüler und Lehrer
5.4.2 Die Wirkung von Hunden auf Beziehungen zwischen Schülern
6 Konkrete Anwendungsvorschläge zur Förderung der Wirkungen
7 Vereinbarkeit mit Lehrplänen
8 Fazit und Ausblick
9 Bibliographie
Ziel dieser Arbeit ist es, die Wirkungen der hundegestützten Pädagogik auf die Entwicklung von Schülern und den Unterricht durch die Analyse empirischer Studien und theoretischer Grundlagen wissenschaftlich fundiert zu untersuchen und einzuordnen.
4.3 Forschungsstand zur Minderung von Stresssymptomen und Redeangst durch Hunde
2011 führte die Arbeitsgruppe um Andrea Beetz (Beetz et al. 2011) im Rahmen einer Kooperation zwischen der Universität Rostock, der Konrad Lorenz Forschungsstelle Österreich, des IEMT (Institut für inter-disziplinäre Erforschung der Mensch-Tier-Beziehung) Schweiz sowie der schwedischen Universität School of Life Science eine Studie zu den Auswirkungen von Hunden auf Kinder mit Bindungsstörung durch. Die Hypothese besagte, „that dogs will have a greater stress-alleviating effect than humans in children with insecure/disorganized attachment exposed to a social stressor” (Beetz et al. 2011, S. 353). Dazu wurden 88 Jungen im Alter zwischen sieben und zwölf Jahren einer mäßigen Stresssituation unterzogen.
Den Schülern wurde in fremder Umgebung und in Anwesenheit von zwei fremden Erwachsenen eine Geschichte vorgelesen, zu welcher die Jungen ein Ende erfinden und dieses erzählen sollten. Zusätzlich hatten die Schüler zur Aufgabe, Rechenaufgaben zu lösen. Zu beachten ist, dass alle Schüler ein positives Feedback von beiden Erwachsenen bekommen haben. Nach dem Feedback folgte eine Entspannungsphase. Eingeteilt wurden die Schüler in drei Gruppen, von denen die erste Gruppe einen Plüschhund, die zweite eine freundliche weibliche Studentin und die dritte einen lebendigen Hund zur Unterstützung bekam.
Ergebnisse des Experiments waren, dass die unsicher gebundenen Jungen, welche die Aufgaben in Anwesenheit eines Hundes durchführten, kaum erhöhte Cortisolwerte im Speichel aufwiesen. Die Forscher stellten zusätzlich fest, dass der Cortisolwert niedriger war, je mehr ein Kind den lebendigen Hund streichelte und mit ihm sprach, also je stärker ein Kind mit dem Hund interagierte. Der Stresshormonpegel der Kinder, welche die Aufgaben im Beisein von einem Stoffhund und einer jungen Studentin durchgeführt haben, war zu der Stresssituation wesentlich höher. Auch Odendaal (2000) und Barker (2005) kamen in Studien zum Ergebnis, dass Interaktionen mit einem Hund den Cortisolspiegel sinken lassen.
1 Einleitung: Diese Einleitung stellt die wachsende Bedeutung des Einsatzes von Schulhunden dar und definiert das Ziel der Arbeit, diese Praxis wissenschaftlich zu reflektieren.
2 Klärung von Begriffen: Hier werden zentrale Definitionen vorgenommen, wie die Abgrenzung von tiergestützten Interventionen und die Differenzierung verschiedener Hundetypen im schulischen Kontext.
3 Historischer Überblick über tier- und hundegestützte Pädagogik: Dieses Kapitel zeichnet die historische Entwicklung des Einsatzes von Tieren in therapeutischen und pädagogischen Settings nach.
4 Forschungsstand zur hundegestützten Pädagogik: Dieser Teil fasst zentrale empirische Studien zusammen, die den Einfluss von Hunden auf das Sozialverhalten, die Motivation sowie Stressparameter untersuchen.
5 Die Wirkungen von Hunden im Unterricht: Eine detaillierte Analyse der positiven Effekte von Schulhunden auf die Schullust, Stressminderung sowie soziale und kommunikative Kompetenzen der Schüler.
6 Konkrete Anwendungsvorschläge zur Förderung der Wirkungen: Dieses Kapitel liefert praktische Ansätze, wie Hunde gezielt zur Förderung von Schülern in den Unterricht integriert werden können.
7 Vereinbarkeit mit Lehrplänen: Hier wird aufgezeigt, wie der Einsatz von Hunden im Einklang mit schulischen Lernzielen und offiziellen Lehrplänen in verschiedenen Bundesländern steht.
8 Fazit und Ausblick: Diese Zusammenfassung bewertet die Ergebnisse der Arbeit kritisch und gibt einen Ausblick auf notwendige zukünftige Forschungen in diesem Feld.
9 Bibliographie: Das Verzeichnis listet sämtliche verwendete wissenschaftliche Fachliteratur sowie Internetquellen auf.
Hundegestützte Pädagogik, Schulhund, Tiergestützte Intervention, Sozialverhalten, Stressminderung, Cortisol, Empathiefähigkeit, Nonverbale Kommunikation, Schullust, Pädagogische Arbeit, Bindungstheorie, Klassengemeinschaft, Lehrer-Schüler-Beziehung, Inklusion, Kompetenzförderung.
Die Arbeit untersucht wissenschaftlich den Einsatz von Hunden in der Schule und deren Auswirkungen auf die Entwicklung von Schülern sowie den Unterrichtsprozess.
Die Schwerpunkte liegen auf der motivierenden und stressmindernden Wirkung von Hunden, der Förderung sozial-emotionaler Kompetenzen und der Bedeutung für das Klassenklima.
Ziel ist es, den Nutzen hundegestützter Pädagogik durch empirische Studien zu belegen und zu zeigen, welche Chancen sich daraus für pädagogische Ziele ergeben.
Die Autorin stützt sich auf eine fundierte Literaturanalyse, indem sie existierende empirische Studien und Theorien zusammenführt und kritisch bewertet.
Der Hauptteil analysiert den aktuellen Forschungsstand, die spezifischen Wirkungen im Unterricht sowie konkrete Anwendungsvorschläge und deren Vereinbarkeit mit Lehrplänen.
Wichtige Begriffe sind unter anderem Hundegestützte Pädagogik, Schulhund, Stressminderung, Empathiefähigkeit und Nonverbale Kommunikation.
Der Hund fungiert als „sozialer Katalysator“, der die Kommunikation fördert und zu einer positiveren Wahrnehmung der Lehrperson beitragen kann, was die Beziehungsqualität stärkt.
Da Stress die kognitiven Exekutivfunktionen beeinträchtigen kann, bietet die stressmindernde Wirkung des Hundes eine Möglichkeit, die Lernbedingungen für Schüler, insbesondere bei Prüfungsangst, zu verbessern.
Ja, durch die Übernahme von Diensten wie Fütterung und Pflege im Rahmen eines Hundedienstes lernen Schüler unmittelbar, dass ihr Handeln Konsequenzen für ein Lebewesen hat, was das Verantwortungsbewusstsein fördert.
Die Arbeit betont, dass vorab geklärt werden muss, ob Schüler Ängste vor Hunden haben, da für diese der Einsatz kontraproduktiv wäre; die Wirkung ist individuell und kontextabhängig.
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