Masterarbeit, 2014
81 Seiten, Note: 2
1. Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Zielsetzung
1.3 Zentrale Fragestellung
1.4 Aufbau der Arbeit
2. Betriebliches Gesundheitsmanagement
2.1 Entwicklung des Betrieblichen Gesundheitsmanagements
2.1.1 Von der industriellen Fertigung zur Dienstleistungsgesellschaft
2.1.2 Modernes betriebliches Gesundheitsmanagement
2.2 Begrifflichkeiten im betrieblichen Gesundheitsmanagement
2.2.1 Verhaltens- und Verhältnisorientierung
2.2.2 Absentismus - Präsentismus
3. Neurobiologie in der Arbeitswelt
3.1 Grundlagen
3.1.1 Einleitung
3.1.2 Botenstoffe - Hormone
3.1.3 Anatomie
3.1.4 Spiegelneurone
3.2 Das soziale Gehirn
3.2.1 Kooperation
3.2.2 Lernen
4. Gesundheit - Krankheit
4.1 Definition Gesundheit
4.1.1 Definition WHO
4.1.2 Ottawa Charta
4.1.3 Jakarta Charta
4.1.4 Salutogenese
4.2 Exemplarische Krankheitsbilder
4.2.1 Stress
4.2.2 Burnout - Syndrom
4.2.3 Boreout
4.2.4 Depression
4.2.5 Psychosomatische Erkrankungen
4.2.6 Suchterkrankungen
5. Psychosoziales Gesundheitsmanagement in der Praxis
5.1 Einflussfaktoren auf die psychosoziale Gesundheit
5.1.1 Belastung – Beanspruchung – Erholung
5.1.2 Gesunde Führung und Unternehmenskultur
5.1.3 Mitarbeiterzufriedenheit – Gesundheit: Widerspruch oder unabdingbare Bedingung?
5.2 Daten und Analysen
5.2.1 Krankheitsbedingte Fehlzeiten bei psychischen Erkrankungen
5.2.2 Kosten für Unternehmen und Volkswirtschaft
5.2.3 Nutzen und Grenzen
5.3 Beispiel aus der Praxis
5.3.1 Gesundheitsmanagement Zürich Versicherung Österreich
6. Zusammenfassung und Ausblick
6.1 Zukunft und Fazit
6.1.1 Zukünftige Wege im Betrieblichen Gesundheitsmanagement
6.1.2 Fazit – Nachwort
Die vorliegende Master Thesis untersucht die ökonomische und soziale Notwendigkeit eines ganzheitlichen, psychosozialen Gesundheitsmanagements in Unternehmen, um die Gesundheit der Mitarbeiter nachhaltig zu sichern und gleichzeitig unternehmerische Kennzahlen positiv zu beeinflussen.
3.1.4 Spiegelneurone
Spiegelneurone wurden während eines Experiments mit Affen durch Giacomo Rizolatti, Professor für Physiologie an der Universität Parma, und seinen Mitarbeitern im Jahr 1996 entdeckt. Sie fanden heraus, dass die reine Beobachtung von Handlungen im Gehirn dieselbe Aktivität hervorruft wie bei der tatsächlichen Ausführung der Handlung. Nicht nur das Beobachten, auch ein Geräusch, das für eine Handlung typisch ist, lässt dieselben neuronalen Verschaltungen aktiv werden. Dies betrifft ebenso Emotionen. Nehmen wir z.B. Ekel oder Schmerz wahr, aktiviert dies im Gehirn dieselben Areale wie bei einem tatsächlichen, eigenen Empfinden.
Diese Entdeckung hat eine enorme Auswirkung auf das Verständnis von Empathie und Mitgefühl. Spiegelneurone agieren im Prinzip wie ein Flugsimulator. Menschen sind dadurch im Stande ihr Gegenüber intuitiv zu verstehen und nachzuempfinden und zwar buchstäblich. Denn das Gehirn unterscheidet nicht, ob man selbst der Handelnde ist oder nur der Beobachter. Dies geschieht simultan, unwillkürlich ohne jede kognitive Beteiligung. „Spiegelneurone können beobachtete Teile einer Szene zu einer wahrscheinlich zu erwartenden Gesamtsequenz ergänzen.“
Das heißt, Menschen sind nicht nur in der Lage, den anderen intuitiv zu verstehen, sie können den wahrscheinlichen Ausgang einer Handlung vorhersagen, allerdings nur im Rahmen ihrer eigenen Erfahrungen und Vorstellungen. Das System selbst ist natürlich nicht unfehlbar. Es kann bewusst getäuscht werden und auch aufgrund wiederkehrender schlechter Erfahrungen Vorhersagen beeinträchtigen, was aber auch beim rationalen Denken der Fall ist. Wichtig ist eine sinnvolle Ausgewogenheit beider „Systeme“.
Stress, Druck und Angst setzen die Aktivität von Spiegelneuronen stark herab. Das gesamte Vermögen, sich in einen anderen einzufühlen, die Intuition sowie das Handlungsvermögen werden stark eingeschränkt. Dies betrifft natürlich auch alle zwischenmenschlichen Konflikte im Arbeitsumfeld. Unter Druck und Stress sind keine konstruktiven Lösungen mehr möglich. Da Spiegelneurone auch eine wichtige Rolle beim Lernen spielen sinkt auch diese Fähigkeit mit Zunahme der vorher angeführten Faktoren.
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die zunehmende Bedeutung von Gesundheit im Arbeitskontext und stellt die Notwendigkeit eines systemischen Umdenkens für Unternehmen und Gesellschaft dar.
2. Betriebliches Gesundheitsmanagement: Dieses Kapitel beschreibt den historischen Wandel der Arbeitswelt und definiert moderne Ansätze zur Gesundheitsförderung durch Verhältnis- statt nur Verhaltensorientierung.
3. Neurobiologie in der Arbeitswelt: Es wird untersucht, wie hormonelle Botenstoffe, die Gehirnanatomie und Spiegelneurone unser soziales Verhalten, unsere Kooperationsfähigkeit und das Lernen im Beruf beeinflussen.
4. Gesundheit - Krankheit: Dieser Abschnitt erörtert Definitionen von Gesundheit sowie beispielhafte Krankheitsbilder wie Stress, Burnout, Boreout und Depression im Lichte der Salutogenese.
5. Psychosoziales Gesundheitsmanagement in der Praxis: Hier werden Einflussfaktoren wie Führungskultur und Mitarbeiterzufriedenheit mit Daten zu Fehlzeiten und Kostenfaktoren verknüpft, ergänzt durch ein Praxisbeispiel.
6. Zusammenfassung und Ausblick: Das Fazit unterstreicht die Rolle des Managements bei der Gestaltung gesunder Arbeitswelten und fordert eine Abkehr von rein kurzfristigen Finanzkennzahlen hin zu einem menschenzentrierten Ansatz.
Betriebliches Gesundheitsmanagement, Psychosoziale Gesundheit, Neurobiologie, Stress, Präsentismus, Burnout, Boreout, Salutogenese, Führungskultur, Mitarbeiterzufriedenheit, Spiegelneurone, Fehlzeiten, Unternehmenskultur, Arbeitsmotivation, Sozialkapital
Die Arbeit thematisiert die Notwendigkeit eines ganzheitlichen betrieblichen Gesundheitsmanagements, das nicht nur physische, sondern vor allem psychische Faktoren am Arbeitsplatz in den Vordergrund stellt.
Die Schwerpunkte liegen auf der Neurobiologie des sozialen Gehirns, der Definition von Gesundheit nach dem salutogenetischen Modell, der Analyse von psychischen Krankheitsbildern und der ökonomischen Bewertung von Gesundheitsmaßnahmen.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, dass psychosoziale Mitarbeitergesundheit keine soziale Geste ist, sondern ein kritischer Erfolgsfaktor für Produktivität und wirtschaftliche Stabilität in einer modernen Dienstleistungsgesellschaft.
Es handelt sich um eine theoretische Fundierung durch Literaturanalyse, die mit statistischen Daten, Modellen der Arbeitspsychologie und neurobiologischen Erkenntnissen verknüpft wird.
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung neurobiologischer Grundlagen, die Analyse psychischer Belastungsbilder und die Evaluation von Managementmaßnahmen zur Förderung der psychischen Gesundheit.
Besonders prägend sind Begriffe wie "Präsentismus", "Salutogenese", "Spiegelneurone", "Health-oriented Leadership" und "soziales Gehirn".
Ein sozial kompetenter Führungsstil, der auf Wertschätzung und Sinnstiftung basiert, wirkt sich direkt auf die Stressresistenz der Mitarbeiter und die Reduktion von Fehlzeiten aus.
Die Autorin argumentiert, dass diese Faktoren durch messbare Kennzahlen wie Mitarbeiterzufriedenheit und Fluktuation zu harten, strategisch relevanten betriebswirtschaftlichen Größen werden.
Das Boreout, oft durch Unterforderung und Sinnverlust bedingt, ist ein unterschätztes gesundheitliches Risiko, das ähnliche negative Auswirkungen auf die Produktivität haben kann wie ein Burnout.
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